Sie sind hier: Startseite

Predigten

3. Goldener Samstag (Weihbischof Hofer)

Goldener Samstag, Maria Rast, 14. Okt. 2017
Maria unter dem Kreuz, „Mariaschmerzen“


Liebe Schwestern und Brüder!
Das Evangelium, das wir eben gehört haben, ist uns sehr vertraut. Maria unter dem Kreuz (Joh 19, 25-27). Apropos Maria:
Viele von euch haben sicher ein Marienbild oder eine Muttergottesstatue zu Hause. Diese Mariendarstellungen sind jedoch sehr unterschiedlich: Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm oder auch die Schutzmantelmadonna, die unter ihrem Mantel die Menschen in Schutz nimmt. Wir kennen aber auch die Fatima- oder Lourdes-Muttergottes. Wieder anders sind die schönen gotischen oder barocken Marienbilder- oder Statuen usw.
Doch die bekannteste Darstellung ist wohl die Schmerzensmutter, die sog. Pieta: Maria, die voller Schmerzen unter dem Kreuz den Leichnam ihres Sohnes hält und vor Gram fast vergeht. - Und genau daran erinnern wir uns immer wieder, wenn uns das heutige Evangelium verkündet wird und wir an ihre Schmerzen denken.
Der Glaube des Volkes spricht von sieben Schmerzen Mariens. Sie sind alle in der Bibel genannt. Die Weissagung Simeons im Tempel von Jerusalem an Maria: „Deine Seele wird ein Schwert durchdringen“. Weiters die Flucht nach Ägypten, weil König Herodes das Jesuskind umbringen will. Dann das angstvolle Suchen des 12-jährigen Jesus bei einer Wallfahrt, weiters der schmerzliche Weg nach Golgota, die grausame Kreuzigung, die Kreuzabnahme und die Grablegung. Es gehört wohl zu den schmerzlichsten Situationen, wenn eine Mutter ihr eigenes Kind zu Grabe tragen muss. Was so eine Mutter erlebt und erleidet, ist kaum auszudenken.
Ja es stimmt: Maria unter dem Kreuz - diese Darstellung der Gottesmutter geht uns besonders zu Herzen oder? Wieso eigentlich? Weil wir uns bei Maria mit unserem Kreuz und Leid und mit allem, was uns Schmerzen bereitet und traurig stimmt, wiederfinden und von ihr verstanden fühlen. Denn alles, was uns oft so sehr niederdrückt und zu schaffen macht, hat auch sie erlebt und erduldet. Maria ist also trotz ihrer hohen Berufung immer „Schwester der Menschen“ und unsere Mutter geblieben.
Liebe Schwestern und Brüder!
Und so dürfen auch wir immer wieder mit unserem Kreuz und Leid zur Schmerzensmutter kommen! Wie sagt das Sprichwort? „Unter jedem Dach ein Ach!“ Und dieses „Ach“, dieses Kreuz hat - wie wir wissen -, 1000 Namen und Erscheinungsformen: Krankheit, plötzlicher Tod, Arbeitslosigkeit, Depression, gebrochene Beziehungen, Scheidung, Einsamkeit, Verleumdung, Krieg und Terror, Flucht und Hungersnot, Streit, Krebs usw. usf.
Und dieses Kreuz ist immer schwer und schmerzlich. Wir wollen es wegwerfen und loswerden und oft genug brechen wir auch unter dem Kreuz zusammen. - Doch wie sagt der Herr? „Wer nicht täglich sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein!“
Das heißt also: Das Kreuz gehört zu unserem Leben und noch mehr zum Christsein! Denn eine Nachfolge Christi zum Nulltarif gibt es nicht! Seit jedoch Jesus Christus den Weg des Kreuzes gegangen ist, wissen wir: Wir sind mit unserem Kreuz nicht allein! Denn ER geht mit und ER leidet auch mit uns!
Kreuz und Leid kann aber auch einen Menschen unendlich wachsen und reifen lassen! Wir alle kennen sicher Menschen, die an ihrem Kreuz nicht zerbrochen sind, die es vielmehr still und ergeben getragen haben und so über sich hinausgewachsen sind. Ich meine: solche Menschen sind die wirklich Großen in unserer Gesellschaft, die unser aller Achtung und Respekt verdienen.
Wie immer auch: Das Kreuz ist und bleibt für uns ein Geheimnis! Da jedoch Jesus am Kreuz für uns gestorben ist, dürfen wir wissen: Christus will uns nicht vom Kreuz erlösen, sondern Christus will uns durch das Kreuz erlösen!
Diese Erfahrung musste auch Maria machen. Deshalb steht sie auch auf unserer Seite als unsre große Fürsprecherin und unser Vorbild. Das Gedächtnis ihrer Schmerzen will uns wieder daran erinnern uns wohl auch trösten.
Liebe Schwestern und Brüder!
Der Vorvorgänger des jetzigen Erzbischofs von Prag war Kardinal Tomaschek. Ich habe ihn noch kennenlernen dürfen. Er war ein echter Bekennerbischof. Jahrelang wurde er von den Kommunisten eingesperrt und war amtsbehindert. Von diesem großen Mann stammt ein Wort, über das ich schon viel nachgedacht habe. Kardinal Tomaschek sagte: „Wer für die Kirche arbeitet, der tut viel. Wer für die Kirche betet, der tut mehr. Wer für die Kirche leidet, der tut am meisten!“
Wer für die Kirche arbeitet, der tut viel!
Gott sei Dank, gibt es in unseren Pfarren viele, die für die Kirche arbeiten; die viel Zeit und Energie für ihre Pfarre aufwenden. Und von all diesen Vielen lebt unsere Kirche und leben auch unsere Pfarrgemeinden! Ihnen allen danke ich!
Wer für die Kirche betet, der tut mehr!
Ohne Gebet können wir als Christen nicht leben. Und so danke ich jetzt ganz besonders all den vielen Beterinnen und Betern, die alles, was in unseren Pfarren geschieht, mit ihrem Gebet begleiten und so erst fruchtbar werden lassen. Die eucharistische Anbetung das ganze Jahr über in eurer Pfarre ist da ein wahres Kraftwerk für unsere Kirche! Herzlich Vergelt’s Gott dafür!
Wer für die Kirche leidet, der jedoch tut am meisten!
Oft klagen mir ältere Leute: „Ich kann jetzt nichts mehr tun, weil ich alt bin!“ Oh nein: Alte und Kranke können sogar sehr viel tun! Wenn sie nämlich ihr Kreuz und Leid, das mit dem Alter verbunden ist, gläubig und geduldig tragen und z. B. für ihre Familie, für ihre Kinder und Enkel oder auch für ihre Pfarre und die Kirche aufopfern, dann können sie viel Gutes tun; dann kann von ihrem Kreuz viel Segen ausgehen!
Und so danke ich allen Kreuzträgerinnen und Kreuzträgern mit einem kräftigen Vergelt’s Gott! Sie alle sind unserem Herrn, aber auch seiner Mutter sehr nahe! Möge die Schmerzensmutter sie alle mit ihrer machtvollen Fürbitte begleiten! Denn auch ihr blieb das Kreuz nicht erspart. Und so beten wir nun innig: Maria, du Frau der Schmerzen, bitte für uns! Amen.

Einweihung Fatimakapelle (Weihbischof Hofer)

Fatima, Zell/Z., 13. Okt 2017

Liebe Mitbrüder!
Liebe Schwestern und Brüder!
Das Wort „Fatima“ löst in uns ganz unterschiedliche Gedanken, Erwartungen, Sehnsüchte, Fragen und vielleicht auch Erinnerungen aus. Viele sind sicher über Fatima informiert, andere waren schon dort und noch einmal andere haben eine sog. Fatima-Muttergottes zu Hause oder denken an die vieldiskutierten Geheimnisse von Fatima usw. usf.
Um es ganz kurz zu sagen: Begonnen hat alles am 13. Mai 1917. Da ist drei Hirtenkindern eben in Fatima, 130 Kilometer nördlich von Lissabon, die Muttergottes erschienen, „strahlender als die Sonne“, wie sie berichten. Es waren dies die Geschwister Francisco und Jacinta, 9 bzw. 7 Jahre und ihre Cousine Lucia. Sie war mit 10 Jahren die älteste. Insgesamt erschien Maria diesen Kindern sechsmal, immer am 13. der folgenden Monate.
Bei der letzten Erscheinung am 13. Oktober 1917 - also genau heute vor 100 Jahren - beobachteten 70.000 Menschen das sog. „Sonnenwunder“. Die Sonne drehte sich wie ein riesiges Feuerrad mit rasender Geschwindigkeit. Sie schien auf die Erde zu stürzen und nahm dann ihre normale Lage wieder ein.
Als sie aufhörte zu tanzen, hatte sie sich blutrot verfärbt. Das alles dauerte etwa 10 Minuten, berichteten alle, die Augenzeugen dieses Wunders gewesen sind. Viele stellten erstaunt fest, dass ihre vom Regen völlig durchnässten Kleider plötzlich trocken waren. Selbst in 40 Kilometer Entfernung war diese Himmelserscheinung noch zu sehen. Dieses sog. „Sonnenwunder“ galt fortan als Bestätigung der Botschaften der Gottesmutter. - Und was war ihre Botschaft?
Liebe Schwestern und Brüder!
Die Botschaft von Fatima möchte ich nun mit den drei Worten zusammenfassen: Umkehr, Gebet und Friede!
Umkehr, das ist die Urbotschaft Jesu! „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe“ (Mt 4,17). Mit diesem Appell beginnt Jesus sein öffentliches Wirken. Diese Botschaft hören wir jedes Jahr vor allem im Advent und in der Fastenzeit. Aber sie ist nicht nur auf diese Wochen beschränkt. Denn Umkehr haben wir alle jeden Tag nötig!
Umkehr heißt nämlich: uns stets neu auf Gott und unsere Mitmenschen hin auszurichten; uns Gott zuzukehren; die Wege, die von Jesus wegführen, zu verlassen; gegen die bösen Neigungen in uns, die jede und jeder kennt, anzukämpfen; unsere Fehler, Schwächen und Sünden nicht zu bagatellisieren, sondern zu bereuen und auch zu beichten; mit Entschiedenheit das Gute zu tun usw. usf. Und das nicht nur alle heiligen Zeiten, sondern jeden Tag! Deswegen ruft uns auch der Apostel zu: „Lasst euch mit Gott versöhnen“ (2 Kor 5,20)!
Gewiss: Echte und wirkliche Umkehr geht nicht im Handumdrehen. Oftmals ist dies ein hartes Ringen mit unserem inneren „Schweinehund“. Doch wenn Maria bei der 2. Erscheinung am 13. Juni 1917 zu Lucia sagte: „Verliere nicht den Mut! Ich werde dich nie verlassen!“, dann gilt dieses Wort der Gottesmutter wohl auch uns. Sie möge uns in unserem Bemühen begleiten.
Liebe Schwestern und Brüder!
Das 2. Stichwort heißt Gebet! Immer wieder forderte Maria bei ihren Erscheinungen in Fatima die Seherkinder auf zu beten, täglich zu beten, den Rosenkranz zu beten, für die Bekehrung der Sünder zu beten!
Beten, das ist das Atmen der Seele. Beten heißt in Kontakt stehen mit Jesus, mit dem lebendigen Gott. Ohne Gebet würde uns als Christen bald die Luft ausgehen. Beten aber ist immer auch ein stellvertretendes Geschehen und Tun. Denn wir stehen ja nicht nur allein vor Gott, sondern immer auch für andere.
Eine Mutter z.B. nimmt sicher, wenn sie in die Kirche geht, ihre ganze Familie mit, und der Pfarrer betet für seine ganze Pfarrgemeinde. Das ist stellvertretendes Beten. Von ihm geht ganz sicher sehr viel Segen aus für unsere Mitmenschen, für unsere Familien, für die Kirche, ja für die ganze Welt.
In diesem Zusammenhang will ich auch ein Wort zum sog. „Sühnegebet“ sagen. Zu Weihnachten singen wir: „Christ ist erschienen, für uns zu sühnen.“ Sühne meint, stellvertretend für die Sünden anderer büßen, d.h. zu beten oder ein Opfer zu bringen. Sühne ist also ein Akt der Wiedergutmachung. Dies ist deswegen möglich und höchst sinnvoll und erstrebenswert, weil wir als Christen alle einen Leib bilden und miteinander in einem lebendigen Austausch stehen.
Auf diesem Hintergrund können wir also mit Fug und Recht beten: „Mein Gott! Ich bitte dich um Verzeihung für jene, die nicht an dich glauben, dich nicht anbeten, auf dich nicht hoffen und dich nicht lieben!“ Dieses Sühnegebet ist im Grunde ein stellvertretendes Gebet für andere! Tun wir deswegen einander diesen Dienst der Liebe. Er kann und wird vielen helfen.
Liebe Schwestern und Brüder!
Und das 3. zentrale Wort der Botschaft von Fatima heißt Friede! „Betet und es wird Frieden sein“, sagte die Gottesmutter in Fatima! Das war nicht nur damals während des 1. Weltkrieges aktuell, das Gebet um den Frieden ist heute aktueller denn je! Denn die Welt blutet im Großen wie im Kleinen! Krieg, Terror, Unfriede, Gewalt, Mord und Totschlag, Hetzte, Verleumdung, Flucht usw. sind nur einige Stichworte dafür.
Wir wissen es alle: Niemand kann den Frieden erzwingen. Wenn nämlich der andere nicht will, bin ich machtlos. Wenige können den Frieden verhandeln; alle aber können wir um den Frieden beten! Denn alle Menschen sehnen sich nach Frieden. Dieser Friede aber beginnt in der eigenen Familie! Beten wir also mit Maria um den Frieden in unseren Familien, um den Frieden in unserer Kirche und um den Frieden in der Welt. Denn ohne Friede kann niemand leben!
Liebe Schwestern und Brüder!
Dauerhafte Umkehr, beharrliches Gebet vor allem das Rosenkranzgebet und echtes Bemühen um den Frieden, das sind drei zentrale Botschaften von Fatima.
Das Seherkind Franzisco starb 1919 mit 11 Jahren, seine Schwester Jacinta ein Jahr später mit noch nicht 10 Jahren. Papst Franziskus hat sie heuer am 13. Mai in Fatima heiliggesprochen. Und Lucia starb als Ordensfrau 2005 mit 93 Jahren. Und so rufen wir nun voll Vertrauen: U.L.F. von Fatima! Bitte für uns, bitte für unsere Familien und für die ganze Welt! Amen.

Jubiläumsgottesdienst 100 Jahre Fatima

am Samstag, 13. Mai um 8.00 Uhr in Maria Rast mit Hauptzelebrant Dekanstellvertreter Hans Peter Proßegger, Pfarrer Jürgen Gradwohl und Festprediger Dekan Ignaz Steinwender

Liebe Mitbrüder, liebe Pfarrgemeinderäte aus dem Dekanat, liebe Gläubige aus dem Zillertal und darüber hinaus!

Der 13. Mai hat eine besondere Bedeutung im Leben, bei den Päpsten und für die ganze Kirche. Wie mein Mitbruder eben sagte, seit 1917 hat sich die Welt verändert, aber der 13. Mai hat auch eine aktuelle, gegenwärtige Bedeutung, die sollen wir auch bedenken.

Aber zunächst zu den Päpsten: Am 13. Mai 1792 ist Pius IX. geboren. Ein Papst, der wie fast kein anderer marianisch war, der sich auch mit Irrtümern auseinandergesetzt hat, schon damals, die die Botschaft von Fatima betreffen. Am 13. Mai 1981 gab es das Attentat auf Johannes Paul II. der sich wie kaum einer von Maria führen ließ. Aber das entscheidende Ereignis war der 13. Mai 1917. Mitten in einem grausamen Weltkrieg, in dem Jahr, in dem eine furchtbare Ideologie sich erstmals durchsetzte in der Oktoberrevolution, ist die Muttergottes in Fatima erschienen. Es ist derselbe Tag, an dem Pius XII. in Rom zum Bischof geweiht wurde. Und mit diesem Ereignis in Fatima ist eine Botschaft verbunden, die uns ganz tief aufrüttelt und uns sagt: Kehrt um, wendet euch hin zu Gott, betet, tut Buße. Und es ist eine Botschaft, die wie keine andere hineinreicht in das Alltagsgeschehen, in das Weltgeschehen, in das politische Geschehen. Die Botschaft betrifft auch das Phänomen des Krieges. Ursachen und Folgen. Und auch das Phänomen Marxismus unter dem Stichwort politischer Wirkung. Diese Botschaft hat die Welt verändert, den Gang der Geschichte mit beeinflusst.

Und heute sind wir hier am 13. Mai. Heute ist auch ein historischer Tag. Es ist nicht nur ein Gedenken an 100 Jahre Fatima. Heute wird entscheidendes Geschehen: in Fatima wo der Heilige Vater zwei Seherkinder heilig sprechen wird: Jacinta und Francisco. Es wird ein geistliches Ereignis sein mit einer besonderen Wirkkraft, die wir noch nicht abschätzen können. Heute wird in Rom ein junger Amerikaner zum Priester geweiht, dessen Vorfahren aus dem Zillertal stammen. Es ist auch etwas Bedeutendes, schließen wir ihn in unser Gebet ein. Heute ist auch ein wichtiger Tag für unsere Pfarren, für das Zillertal, für jeden uns. Und vielleicht können wir später einmal sagen, an diesem Tag hat etwas Besonderes begonnen. Wir hatten vorgestern einen Vortrag über die Entwicklungen in Europa von einem Politprofi aus Deutschland und er hat am Beginn seiner Ausführungen gemeint, es ist ja schwierig über die Probleme und negativen Dinge zu sprechen, wenn man praktisch im Vorzimmer des Paradieses ist. Er hat die wunderschöne Gegend bewundert und er war zutiefst angerührt von der Schönheit und den Schätzen in unserem Tal, die er während seines kurzen Aufenthaltes bereits entdecken konnte.

Vor eineinhalb Jahren hat mich nach der Heiligen Messe eine Frau auf Englisch gefragt, ob ich ihr Auskunft geben könnte über ihre Vorfahren und wir sind ins Pfarrbüro gegangen und haben es im Taufbuch auch gleich gefunden. Ihr Mann, ihre Tochter und ihr Sohn, eben der junge Mann, der heute geweiht wird, waren dabei und ich habe ihnen das Haus gezeigt, wo ihre Vorfahren herstammen. Und nachher sind wir zum Essen gegangen und der Vater des heutigen Weihekandidaten hat dann gemeint: Der Bischof muss Sie sehr gerne haben, dass er Sie in eine so schöne Gegend schickt. Vielleicht geht es uns heute auch so ähnlich, dass wir einerseits die Schönheiten sehen und erfahren und vielleicht bewusster aufnehmen, die Landschaft, die Tradition, die kulturellen Schätze und zugleich spüren, es ist viel Leid da. Persönliche Schicksale aber auch das Leid, das wir uns gegenseitig zufügen. Wenn wir mit den Nachbarn im Streit sind, wenn es innerhalb der Beziehungen Streit gibt. Vieles was wir Menschen uns sozusagen bereiten, durch die Folgen der Erbsünde, weil dieser Kampf zwischen der Schlange und der Frau eben auch in unserem Inneren da ist. Und zugleich sehen wir heute auch wenn wir wachsam sind, verschiedene dramatische Entwicklungen in unserer Gesellschaft, zB die demografische Entwicklung oder dass das Leben kaum noch geschützt wird. Viele fragen auch: Wie geht es weiter mit dem Wohlstand? Und angesichts der Botschaft von Fatima müssen wir uns auch fragen: Ist nicht auch die Gefahr eines Krieges greifbar? Und wenn wir einerseits diese Probleme vor Augen haben und andererseits die Schönheiten betrachten und empfinden, dann fragen wir uns: Wie können wir mit diesem Widerspruch am besten umgehen? Es gibt einige Versuchung in dieser Situation: die eine Versuchung wäre, dass wir das ganze verdrängen, nach dem Motto, was ich nicht weiß, macht mich nicht heißt. Ich höre nicht hin, lese nichts und kann einfach unbeschwert vor mich hin leben. Oder es die Versuchung da, wir flüchten in Ablenkungen und steigern uns irgendwo hinein, um das größere Ganze einfach zu übersehen und vergessen. Die Versuchung an der Oberfläche zu leben, die Versuchung des Götzendienstes, also irgendwelche Dinge so bedeutsam zu machen, dass sie den Platz Gottes einnehmen, die Versuchung der Zerstreuung, dass wir das Glück dort suchen, wo wir es nicht finden können und in Süchte hineingeraten . Oder die Versuchung der Resignation bis hin zur Verzweiflung.

Aber was ist unsere richtige Antwort, jenseits dieser Versuchungen. Ich möchte drei Punkte aufzählen, natürlich nur exemplarisch. Wir sollen die Wirklichkeit nüchtern sehen. Wir sollen das was ist, uns selbst annehmen. Wir sollen auf diese Situation antworten.

Das erste, liebe Gläubige, das ist das mit sehenden Augen durch die Welt gehen. Sehen heißt auch mit dem Blick des Glaubens, das sehen, was wir in der Lesung gehört haben. Die Feindschaft zwischen der Schlange und der Frau, den geistigen Kampf sehen, der heute überall tobt. Wir wären blind, wenn wir das nicht wahrnehmen würden. Wie Papst Benedikt XVI. 2010 gesagt hat: die Fatima-Botschaft ist noch nicht zu Ende. Wir sollen sehen, welche Entwicklungen und Veränderungen da sind. Wir müssen uns, liebe Gläubige, auch mit der Geschichte befassen, sonst sehen wir nichts, sonst können wir nicht die Zukunft planen, wenn wir nicht wissen, wo die Wurzeln sind. Sehen heißt mit den geistlichen Augen sehen. Paulus sagt, der geistliche Mensch urteilt über alles, weil er in die Tiefe sieht. Wir sollen uns auch selbst betrachten, zur Selbsterkenntnis gelangen. Die Größe und das Elend des Menschen erkennen, unsere erhabene Berufung erkennen, unsere Gottesebenbildlichkeit, die Berufung zur Heiligkeit erkennen, aber auch wissen, dass die Folgen der Erbsünde auch da sind. Wir müssen es wissen, damit wir richtig damit umgehen. Aus den Sehenden sollen wir Annehmende werden. Mensch, die ja sagen zu sich selbst und Gott. Und gerade im Blick auf Fatima sollen wir erkennen, Gott hat uns da hingestellt, wo wir jetzt sind. Dort ist unser Platz. Wir sollen die Umstände und auch die Schwierigkeiten zunächst einmal annehmen. Besonders trifft das auch zu für Leidsituationen. In Fatima ist besonders auch der Gedanke an Sühne wichtig. Sühne bedeutet der Mensch tut etwas, um den Unrat an Schuld und Sünde zu tilgen, der in der Welt als geistliche Wirklichkeit da ist. Es hängt davon ab, ob Menschen Sühne leisten. Von dem hängt auch der Gang der Welt ab. Wenn Menschen in der Lage sind, etwas das Schwierigkeiten bereitet, ein Leid anzunehmen, dann werden sie damit zu einer tieferen Erkenntnis geführt. Menschen, die nicht die Warum-Frage stellen, sondern annehmen, bekommen indirekt oft eine Antwort auf die Frage nach dem Warum. Das Annehmen führt zu einer inneren Reifung und zu einer Öffnung des Herzen. Wo ein Mensch etwas annimmt in Liebe und im Glauben, dort öffnet sich die Tür für die Gnade Gottes, für die Vorsehung. Dort beginnt Gott im Herzen des Menschen zu wirken. Deswegen liegt in der Annahme des Leiden und in der Sühne überhaupt das größte geistliche Kapital. Davon hängt der Verlauf der Weltgeschichte ab. Und zum Annehmen gehört natürlich dazu, dass wir Gläubige auf die Situation der Welt aber noch mehr auf den Anruf Gottes jetzt in dieser Zeit wirklich antworten.

Wir sollen nicht Getriebene sein in der Welt, die von irgendwelchen Neigungen und Gefühlen oder Meinungen hin und her geschüttelt werden. Wir sollen Geführte sein, Menschen die eine innere Klarheit darüber haben, was gut und böse ist, was ihr eigentliches Ziel ist, was der Weg ist. Menschen, die eben geführt sind und eben in der Lage auch Orientierung zu geben. Wir sollen nicht Kinder der Zeit sein, die wie tote Fische mit dem Strom schwimmen. Wir sollen Kinder der Ewigkeit sein, Kinder Gottes sein. Uns so sollen wir auf die Situation der Welt und auf die geistliche Situation antworten, in dem wir alles, was uns bewegt, was wir erkennen und sehen und was wir anzunehmen haben vor Gott hintragen. Durch das Gebet, durch das regelmäßige Gebet, am besten durch die Anbetung. Denn alles was wir vor Gott hintragen, wird sozusagen hineingestellt in die Vorsehung, in das Wirken Gottes. Gerade dazu hat Jesus uns Maria zur Mutter gegeben. Sie leitet uns dazu an, dass wir alles immer wieder durch sie zu Gott bringen, denn dadurch wird die Geschichte eine Heilsgeschichte. Antworten auf die Verhältnisse heißt auch, liebe Gläubige, umkehren, nicht nur einmal, sondern sich immer wieder neu bewusst zu Gott hinwenden. Und es heißt auch, wir sollen tun, was wir in unserer Lage tun können, was jeder von uns an seinem Platz tun kann. Wir sollen bei jeder Gelegenheit das sagen, was man heute nicht sagen darf, weil es die Political Correctness verbietet. Und wir sollen uns bewusst sein, in der heutigen Welt als Christ zu leben, heißt auch, sich einzusetzen, einen geistigen Kampf zu führen. Zuerst einmal im eigenen Inneren. Wir müssen ringen um eine persönliche Gottesbeziehung. Gott muss uns innerlich werden, im Denken, im Fühlen, ganz im Herzen, so dass wir wirklich mit ihm kommunizieren, wenn wir mit ihm sprechen und noch mehr in der Eucharistiefeier. Es ist ein innerer Kampf um die Tugenden, des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. Es ist so: Gott bietet uns alle Schätze an, aber nicht ohne uns, nicht ohne unsere Zustimmung und nicht ohne unser Mitwirken. Und wir sollen den Kampf auch führen in der Gesellschaft, dort wo wir sind: in der Familie, am Arbeitsplatz und auch besonders in der Politik. Die Christen sind gefordert. Und zur Antwort gehört es auch dazu, dass wir die geistlichen Mittel wieder mehr kennen und schätzen lernen. Dass wir wissen, dass das Fasten eine geistliche Kraft ist. Wenn wir diese einsetzen, gibt es Wirkungen. Das Gebet ist eine geistliche Kraft. Am meisten aber die Sakramente.

Über ein Mittel möchte ich noch ganz kurz sprechen. Es ist das was wir heute noch tun werden: die Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens. Was bedeutet so eine Weihe. Es bedeutet, dass der einzelne Mensch sagt: Ich übergebe mich Maria. Ich stelle mich bewusst hinein unter ihren Schutz unter ihre Führung. Und Maria stellt mich hinein in das Wirken die Vorsehung. Es ist eine Art Selbstübergabe, die den Menschen nicht unfrei macht, sondern im Gegenteil, dem Menschen die Fülle der Freiheit im Lichte des Glaubens schenkt. Liebe Gläubige, wenn wir heute von diesem Mittel Gebrauch machen und uns bewusst Maria übergeben möchten, dann denken wir noch einmal daran, dass der heutige Tag, der 13. Mai, ein Kairos ist, eine Gunst der Stunde, eine besondere Gnadenstunde. Vielleicht sind heute Menschen da, die ganz unmittelbar eine Berufung empfangen. Vielleicht fallen heute Samen hinein in die Herzen, die heute beginnen zu wachsen, und in 20 oder 30 Jahren geschehen wichtige Dinge, die vielleicht heute wie ein Same begonnen haben. Der heutige 100. Gedenktag der Erscheinungen von Fatima ist für uns ein historisches Ereignis. Gehen wir heute bewusst zu Maria als sehende Menschen, als annehmende Menschen und als Menschen, die antworten auf den Ruf Gottes und auf die Zeichen der Zeit und dann dürfen wir wirklich voller Hoffnung sein, das Gegenteil von der Verzweiflung. Denn es gibt die ganz klare Glaubenswahrheit: der Sieg ist schon vollbracht. Christus, der Herr, hat zu Ostern gesiegt, er hat die Sünde besiegt, er hat den Tod besiegt. Für uns geht es eigentlich nur darum, dass wir auf Seiner Seite sind. Und es ist auch eine philosophische Erkenntnis, die Wahrheit hat ein Sein in sich. Die Lüge hat keinen Bestand. Die Lüge kann momentan mächtig werden, zu einer gewissen Zeit, an einem gewissen Ort. Aber auf lange Sicht hat nur Bestand was aus der Wahrheit ist. Und das, liebe Gläubige, muss uns dem Mut geben, für die Wahrheit des Glaubens, für die Würde des Menschen wirklich einzutreten. Und als Christen dürfen wir Vertrauen haben und das ist auch in den Worten der Muttergottes ausgedrückt: Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren!

Predigt zum Nationalfeiertag 2016

Predigt zum Nationalfeiertag, dem 26. Oktober 2016

Bitte um Hilfe Gottes - Gebet für Österreich
„Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott, was Gott gebührt“
Lesung vom Traum Salomons (1 Kön 3,11b-14) und Evangelium: Mt 22,15-21;



Liebe Gläubige!

Heute, am Staatsfeiertag, wollen wir besonders an unser Land Österreich denken und für unsere Heimat beten.
Der Nationalfeiertag wurde eingeführt, nachdem der letzte fremde Besatzungssoldat Österreich am 26. Oktober 1955 verlassen hat. Österreich war wieder frei. Die Freiheit Österreichs wurde erwirkt, erbetet und erlitten. Die selbstlosen Bemühungen von Politkern wie Leopold Figl und das Gebet 100.000 er Menschen, die sich am Rosenkranzsühnekreuzzug beteiligten, haben ein Wunder bewirkt, die Freiheit Österreichs, den Staatsvertrag. Vielleicht war dieses Wunder auch eine Frucht des Leidens vieler Menschen in den KZs etc. Das Wunder kam zustande in einem Klima, in einem Geist des Wiederaufbaues, geprägt von der Einstellung, dass man in der Not alle Kräfte mobilisiert, an sich, an Österreich und an Gott glaubt.

Dankbar die Vergangenheit und kritisch und wachsam die Gegenwart beurteilen
Nun sind es schon 60 Jahre, dass wir ununterbrochen in Frieden leben. Noch nie in der Geschichte Österreichs gab es eine so lange Zeit des Friedens. Heute denken wir dankbar daran, dass wir in Frieden, Wohlstand und mit einem hohen sozialen Niveau leben dürfen.

Gerade deshalb sollten wir aber realistisch die Gegenwart betrachten und Entwicklungen und Gefahren sehen, denen wir ausgesetzt sind.

- Es gibt Bestrebungen, Russland gegen Westeuropa aufzubringen, also reale Kriegsgefahr und es gibt Bestrebungen, den Islam zu radikalisieren und Europa zu destabilisieren.
- Wirtschaftsfachleute sagen, dass der Euro wackelt, das bedeutet die Gefahr einer großen Katastrophe.
- Auf Grund verschiedener Entwicklungen sind soziale Einbrüche vorherzusehen mit allen möglichen Konsequenzen.
- Eine Gefahr anderer Art ist der große Vertrauensverlust gegenüber der Politik und den Medien, die immer öfter den Eindruck erwecken, eher Gehirnwäsche als Information zu betreiben.
- ein weiteres Phänomen unserer Zeit ist die Zurückdrängung christlicher Werte im öffentlichen und im privaten Leben, während der Islam und der Atheismus im Voranschreiten sind. Die schleichende Abkehr von christlichen Grundwerten bedeutet auch, dass die Basis für die Demokratie schmäler wird.

Mit der Hilfe Gottes rechnen - das Beispiel König Salomons

Wenn wir uns fragen, wie wir uns zu bestehenden Entwicklungen stellen sollen, dann ist es einmal hilfreich auf das Beispiel des König Salomon zu blicken, der knapp 1000 vor Christus König in Israel wurde. Als Salomon in jungen Jahren König wurde, da sah er sich mit einer großen Verantwortung konfrontiert und er hatte einen Traum, in dem er sich etwas wünschen konnte. Salomon, der seine Verantwortung vor Gott erkannte, wünschte sich nicht den Tod der Feinde, ein langes Leben oder Reichtum und Ehre, sondern vielmehr ein hörendes Herz, dass fähig sei, das Gute und Böse zu unterscheiden. Dies war eine Bitte um die Hilfe Gottes, um die rechte Gewissensbildung. Dem König Salomon wurde sein Wunsch erfüllt. Er wurde der Inbegriff des weisen Herrschers. Alle anderen Dinge, die er Gott bzw. der Weisheit hintangestellt hatte, wurden im dazugegeben. An ihm wurde schon wirklich, was Jesus später geraten hat. „Suchet zuerst das Reich Gottes, alles Andere wird euch dazugegeben!“ Weil er zuerst die Verantwortung vor Gott sah, weil er mit seiner Hilfe gerechnet hat, deshalb ist er reich beschenkt und ein guter Herrscher geworden, zum Segen des ganzen Volkes.

Mit Gottes Hilfe für unser Land arbeiten und beten

Wenn wir heute dankbar den Staatsfeiertag und damit die Freiheit Österreichs feiern, dann überlegen wir auch, was für Christen wichtig ist, was unser Beitrag sein kann für die Zukunft des Landes.
Erstens ist es einmal wichtig, dass wir immer wieder voll Dankbarkeit bedenken, dass wir eines der reichsten Länder sind. Unser Land hat eine großartige, faszinierende Geschichte, die auch eine Glaubensgeschichte ist. Das sollen wir dankbar sehen. Unser Land hat eine reiche Kultur mit unschätzbaren Werten. Unser Land ist reich an schöner Landschaft und vielen Charismen und Begabungen der Menschen. Wir sollen dies anerkennen, wertschätzen und uns bewusst sein, dass wir berufen sind, diese Werte lebendig zu halten, zu leben und zu entfalten. Jeder Einzelne kann viel dazu beitragen. Hier einige Vorschläge. Wir sollen für die Politiker und alle, die in der Gesellschaft Verantwortung tragen, beten. Die Urchristen haben sogar in Zeiten der Verfolgung für den Kaiser gebetet.Wir sollen nicht nur für die Politiker beten, sondern auch um gute Politiker beten, die ihre Verantwortung vor Gott und für die Menschen erkennen.Wir sollen Gott bitten um ein hörendes Herz, damit wir fähig werden, Gott zu geben, was ihm gebührt und dem Kaiser (dem Land, Staat etc.) was ihm gebührt. Dem Kaiser geben, was des Kaisers ist, bedeutet ein guter Staatsbürger sein und bereit sein, sich einzubringen. Jeder kann auch im Kleinen viel dazu beitragen und z. B. mithelfen, Vertrauen zu schaffen, Frieden zu stiften, christliche Werte zu fördern, dem Zeitgeist widerstehen und am Aufbau des Landes teilhaben.Wer sich ganz einfach bemüht, die 10 Gebote zu halten und zu leben, der leistet viel die die Grundlagen des Rechtsstaates und der Demokratie.
Mit diesen Gedanken wollen wir jetzt eintreten in die Messefeier, in die Begegnung mit dem Herrn der Geschichte und dem König aller Völker. Beten wir als Glieder des einen Volkes Gottes (Kirche) für unsere Heimat, für unser Land Österreich. Amen.

Predigt z. Installierung d. Pfarrers von Mayrhofen

Predigt
zur
Installierung des neuen Pfarrers
(Mayrhofen, am 25. September 2016)



Lieber Herr Pfarrer Jürgen, lieber Mitbruder Bernhard Augustin,
liebe Eltern, Geschwister und Verwandte des neuen Pfarrers,
liebe Gäste aus dem früheren Wirkungsbereich des Pfarrers, den Pfarren Viehofen, Maishofen und Saalbach!
Liebe Pfarrgemeinde von Mayrhofen!



Wir feiern heute den 26. Sonntag im Jahreskreis mit der traditionell in eurer Pfarre üblichen Schutzengelprozession und in diesem Rahmen wird heute der neue Pfarrer installiert.

Der neue Pfarrer kommt

Euer neuer Pfarrer Mag. Jürgen Gradwohl ist zu Euch gekommen und bereits von vielen herzlich aufgenommen worden. Ihr habt euren bisherigen Pfarrer sehr dankbar und respektvoll verabschiedet und bereitet dem neuen Pfarrer heute auch offiziell einen herzlichen Empfang.
Euer Pfarrer kommt aus einer Familie, so ist es eine besondere Freude, dass die Eltern des Pfarrers und die Geschwister gekommen sind, nochmals ein herzliches Grüß Gott. aus seinem früheren Wirkungsbereich, aus drei Pinzgauer Tourismuspfarren – insgesamt hat er schon in neun verschiedenen Pfarren gewirkt. Aus dem Tourismus kommt er zusätzlich durch seine frühere berufliche Tätigkeit als Koch.
zu Euch, um mit Euch Christ und für Euch Priester zu sein. Er kommt zu den Menschen, er kommt zu vielen Mitarbeitern, den Religionslehrerinnen, den Pfarrgemeinderäten, den liturgischen und vielen weiteren Mitarbeitern, er kommt zu Euch Christen, die ihr Glieder der Kirche seid.
Euer neuer Pfarrer wird heute installiert, d. h. in sein Amt eingesetzt, weil er nicht in eigener Sache kommt, sondern im Auftrag des Bischofs. Als geweihter Priester ist er aus den Menschen genommen um für Gott und die Menschen da zu sein. Der eigentliche Pfarrer von Mayrhofen ist Erzbischof Franz. Jürgen Gradwohl wird an seiner Stelle und in seinem Auftrag hier den Dienst verrichten.

Priestermangel einst und heute
Es ist nicht selbstverständlich, dass ihr wieder einen eigenen Pfarrer bekommt, den ihr mit Brandberg teilen werdet. Es gibt Pfarren in dieser Größenordnung, die keinen eigenen Pfarrer mehr am Ort haben. Ein Vergleich mit früher kann unser Problembewusstsein schärfen. Ich lese öfters in den Pfarrbriefen „Zillertaler Pfarrbote“, die Pfarrer Dr. Krapf, der jahrzehntelang in Mayrhofen seelsorglich gewirkt hat und nach dem auch eine Straße hier benannt ist, in den 30-er Jahren herausgegeben hat. In einem Beitrag beklagte er schon 1933 den Priestermangel, weil damals nicht alle 34 Seelsorgsposten im Zillertal besetzt waren. Er klagte auch darüber, dass weniger Priester aus dem Zillertal hervorkämen als im Zillertal wirkten. Heute sind im Zillertal acht Priester hauptamtlich tätig.
Eine Hauptursache des Priestermangels wird der sein, dass das Bewusstsein darüber, was der Priester ist und was er tun kann, geschwunden ist. Gleichzeitig ist auch das Bewusstsein geschwunden, wer wir als Getaufte sind, was es bedeutet, Christ zu sein. Vielleicht gibt uns Gott genau so viele Priester, wie wir wirklich, im eigentlichen Sinne brauchen. Die Lesungen vom Schutzengelfest können uns einiges über das Wesen des Priestertums und des Getauftseins sagen .

Ich möchte auf zwei Aussagen hinweisen. Im Buch Exodus hörten wir vom Engel. „Achte auf ihn, und hör auf seine Stimme!“ Im Evangelium sagt uns Jesus heute: „Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.“ An anderer Stelle sagt Jesus: „Euch aber muss es zuerst um sein Reich gehen. Alles andere wird euch dazugegeben.“
Den Schutzengel beachten heißt Gott beachten, seinen Willen ernst nehmen. Denn es ist die Aufgabe des Schutzengels – und jeder Mensch hat einen eigenen Schutzengel – den Menschen für Gott zu öffnen, dem Menschen als Bote zu helfen, Gottes Willen zu erkennen und den Menschen zu schützen, vor leiblichen Gefahren aber besonders auch vor der Sünde, die unser Heil gefährdet und uns von Gott trennt. Der Schutzengel hilft uns auch, umzukehren und durch die Erkenntnis Gottes vor ihm wie Kinder zu werden und auch so zu handeln. Er hilft uns auch, wirklich das Reich Gottes zuerst zu suchen. Wir sehen gerade in unserer Gesellschaft, dass die Probleme und Konflikte zunehmen, im Kleinen wie im Großen, und dass immer mehr scheinbar unlösbare Situationen entstehen. Gerade hier dürfen wir darauf vertrauen. Wenn wir zuerst das Himmelreich suchen, werden sich viele Dinge wie von selbst regeln und es gibt nicht nur Lösungen, sondern die Erlösung.

Aufgaben von Priester und Getauften

Der Pfarrer hat die Aufgabe, wie wir es zuerst im Dekret des Herrn Erzbischofs vernommen haben, zur lehren, zu leiten und zu heiligen. Es soll die Aufmerksamkeit der Menschen auf Gott lenken, er soll in den Menschen die Sehnsucht nach Gott wecken und ihnen helfen, zuerst sein Reich zu suchen, damit ihnen alles andere dazugegeben wird. Er soll als Mann Gottes Gott zu den Menschen bringen und die Menschen zu Gott führen. Im Tiefsten tut er dies, wenn er in der Messe in Persona Christi spricht: „Dies ist mein Leib“, oder wenn er als Beichtvater die Worte sagt: „Ich spreche dich los von deinen Sünden“, und damit die Trennung oder Entfernung von Gott aufhebt. Der Pfarrer hat die Aufgabe, die Menschen zu heiligen. Er tut dies vor allem bei der Spendung der Sakramente. Wo immer Heiligung geschieht, wo Menschen sich Gott nähern, dort wird das Himmelreich schon jetzt wirksam. Das II. Vatikanische Konzil (1962-1965) hat in Erinnerung gerufen, dass alle Getauften berufen sind, nach Heiligkeit zu streben. Es ist eine Schlüsselfrage, dass wir diese großartige Würde verstehen und damit auch die Bedeutung des Heiligungsdienstes des Priesters.

Das Verhältnis zwischen Pfarrer und Pfarrgemeinde

Ein kurzer Gedanke zum Verhältnis zwischen Pfarrer und Pfarrgemeinde. Der Pfarrer tritt als Mensch in Beziehung zu vielen Menschen. Er selber und jeder Mensch sind einmalig.
Der Pfarrer hat auch eine Beziehung zur Pfarre. Auch eine Pfarre ist etwas Einmaliges. Jede Pfarre hat eine eigene Geschichte, eigene Besonderheiten, ein eigenes Gepräge. So sagt man gelegentlich: Der Pfarrer ist mit der Pfarre verheiratet.
Der Pfarrer begegnet aber vor allem den Christen als Priester. Er soll ein Mann Gottes sein, der Gott zu denen Menschen bringt oder umgekehrt den Menschen hilft, Gott näherzukommen. Das Verhältnis von Pfarrer und Pfarrgemeinde soll bestimmt sein vom gemeinsamen Ziel, vom gemeinsamen Streben nach Heiligkeit und dadurch von der gemeinsamen Mitte, die Christus ist. Der Pfarrer ist zuallererst auch der erste Vorbeter der Pfarre. Er betet jeden Tag das Brevier, um Gott näher zu kommen und er betet es für seine Gläubigen. Umgekehrt sollen auch die Gläubigen für den Pfarrer beten. Er lebt geistlich vom Gebet der Gläubigen. Wenn Menschen für- oder miteinander beten, dann werden die Beziehungen tiefer und gestalten sich auf der geistlichen Ebene. Dies ist in der Familie so, wenn Eltern für Kinder und Kinder für die Eltern beten, und es ist so, wenn Religionslehrer für ihre Anvertrauten Schüler beten. Denn: Je mehr durch das Gebet füreinander das Reich Gottes anwesend wird, desto reicher und erfüllender wird auch das Verhältnis zwischen den Menschen.

Wünsche für Pfarrer und Pfarrgemeinde

Lieber Herr Pfarrer Jürgen: Im Ernennungsdekret wünscht Dir der Herr Erzbischof, wie wir gehört haben, die Gnade, mit Freude das heilige Amt ausüben zu können, zur Ehre Gottes und zum Heil der Menschen. Genau das möchte ich dir auch heute für deinen Dienst wünschen und euch, liebe Pfarrgemeinde wünsche ich im Grund das Gleiche. Möget ihr durch das gute Zusammenwirken mit dem Pfarrer viele Gnaden empfangen, um mit Freude am Glauben euer Christsein erfüllt zu leben.

So wollen wir jetzt zur Höchstform des Gebetes, zur Mitte des Priestertums und des Christseins, zur Quelle und zum Gipfel, zur Heilige Messe schreiten. Hier liegt unsere Identität, hier handelt ER, Gott an uns, hier beginnt das Reich Gottes. Amen.

Predigt für Radio Maria Sendung 9.7.2016





Messe in Maria Rast mit Radio Maria
9. Juli 2016
Lesungen: Jes 6,1-8; Mt 10,24-33





Gotteserfahrung und Berufung des Jesaja
Liebe Gläubige! Liebe Hörergemeinschaft von Radio Maria!

Die heutige Lesung berichtet von einer außergewöhnlichen Gottesbegegnung, die zugleich zu einem Berufungsgeschehen.
Jesaja sah den Herrn, auf einem hohen erhabenen Thron, der Saum seines Gewandes erfüllt den Tempel, Seraphine sind da und rufen Heilig, heilig, heilig, …. Die Türschwellen bebten und der Tempel füllt sich mit Rauch.
Jesaja ist so überwältigt von dieser Gotteserkenntnis, dass er bei diesen Erhabenen Anblick zugleich erkennt, wer er selber ist, ein Mann mit unreinen Lippen, in einem Volk mit unreinen Lippen; er sagt: Wehe mir, ich bin verloren.
Nach dieser Erkenntnis kommt der Seraphim von Gott her und reinigt die Lippen Jesajas mit einer glühenden Kohle. Jesaja erfährt die Vergebung der Schuld, sogar die Sühnung der Sünden.

Die Erkenntnis Gottes, die Selbsterkenntnis und die Reinigung haben Jesaja ganz frei gemacht. Jetzt kann er auf die Ansprache Gottes „Wen soll ich senden“ in ganzer Freiheit antworten. „Hier bin ich, sende mich.“ Jetzt kann dieser einfache sterbliche Menschen ein Werkzekug Gottes werden, jetzt ist gereinigt, er kann alle Menschenfurcht ablegen, er braucht keine Selbstbestätigung, er braucht nicht das Lob der Menschen, jetzt kann er den Mächtigen Israels widersprechen, jetzt kann er machtvolle Wort finden, Worte, die die wirksam bleiben, Worte die heute in unsere Gottesdienstgemeinde mit ihren Kraft hereinreichen.

Bedeutung der Gottes- und Selbsterkenntnis
Liebe Gläubige! Diese umwerfende Erfahrung, die Jesaja macht, ist uns geschildert, damit wir noch mehr auf das Gewicht seiner Worte achten, sie hat aber auch direkt mit unseren Glaubensleben zu tun. Diese Erfahrung zeigt uns nämlich, was in unserem Glaubensleben entscheidend ist. Die Gotteserkenntnis, die Selbsterkenntnis und damit verbunden die Reinigung und die Sendung des Menschen. Wir gewöhnliche Menschen werden kaum solche tiefgreifenden Erfahrungen machen wie Jesaja, aber gibt auch die Möglichkeit, so zu sagen Schritt für schritt in dieselben Erfahrungen zu machen, hineinzuwachsen in eine tiefere Gotteserkenntnis, in eine vollkommenere Selbsterkenntnis, in das Geschehen der Reinigung und schließlich in die Berufung und Sendung durch Gott.

Die Gotteserkenntnis öffnet und den Blick für die ganze Wirklichkeit. Gott nicht erkennen, hieße unrealistisch sein, am Wesentlichen vorbeizugehen. Die Gotteserkenntnis kann dazu führen, dass wir die irdischen Dinge im wahren Licht erkennen, das wir erkennen, worauf es wirklich ankommt. Die Gotteserkenntnis bewahrt uns vor der Verzweiflung, sie schenkt uns eine neue Freiheit.
Die Selbsterkenntnis, die Erkenntnis der Geschöpflichkeit, die Erkenntnis der Sündhaftigkeit, bewahrt uns vor dem Hochmut, sie befreit vor dem Wahn, alles selbst richten zu können oder zu müssen, sie macht uns frei von der Versuchung, über andere zu richten und zu urteilen.

Die Gottes- und Selbsterkenntnis öffnen in uns das Bedürfnis, die Sehnsucht und den Weg, uns von Gott reinigen zu lassen. Reinigung geschieht durch Akte der Reue, besonders tief im Sakramente der Buße, eine besondere Form ist der Ablass beim Durchschreiten der Heiligen Pforte. Reinigung kann auch gerade dann geschehen, wenn wir in manchen Widerwärtigkeiten, aufreibenden Lebenssituationen oder in bestimmten Leiden die glühende Kohle des Seraphim entdecken, der uns im Durchschreiten durch diese Dinge reinigt und frei macht. Wenn er erkennende Mensch sich reinigen lässt, dann wird er frei von Lob und Tadel, dann bekommt er die innere Stärke des Propheten, für den letztlich nur eines wichtig ist, diesem unendlichen Gott nahe zu sein, in seiner Hand zu sein. Hier wächst das tiefe Vertrauen, in Gottes Vorsehung ganz geborgen zu sein, noch mehr als die Spatzen, von denen keiner ohne den Willen Gottes zur Erde fällt.
Gottes- und Selbsterkenntnis und die damit verbundene Reinigung machen den Menschen frei für das Wort: „Hier bin ich, sende mich.“ Der Mensch kann dann sagen. Ich weiß wer ich bin. Ich bin hier, weil ER, Gott mich hier auf diesen Platz gestellt hat. Und hier an diesem Platz bin ich ganz frei, mich von IHM senden zu lassen. Hier, an diesem Platz bin ich sein Werkzeug. Von hier aus lasse ich mich senden. Hier an diesem Platz möchte ich allein Dir gefallen und alles in der Welt lieben, weil du mein Geliebter es liebst.

Die Heilige Messe als Ort der Erkenntnis, der Reinigung und der Sendung

Liebe Gläubige! Was der Prophet Jesaja mit einer großen Wucht erfahren hat, was in vielen kleinen Schritten in unserem Leben geschehen kann, ein Wachstum in der Gottes und Selbsterkenntnis, die Reinigung durch den Seraphim und schließlich unsere Antwort auf den Ruf Gottes, dass ist im besonders auch ein Geschehen in der Heiligen Messe.
Die Messe ist zuallererst eine Gottesbegegnung. Sie ist so ein Geschehen der Gottes und Selbsterkenntnis. Die Heiligkeit der Liturgie, ihre heilige Ordnung, hilft uns aus der Sphäre des Banalen heraustreten und uns in die Gegenwart Gottes hineinzustellen, uns von ihm ansprechen und berühren zu lassen. Wir treten bewusst vor Gott hin, beim Bußakt in der Erkenntnis der eigenen Sündhaftigkeit, beim Wortgottesdienst öffnen wir uns für Sein Wort und damit für tiefere Erkenntnisse, beim Sanktus treten wir sogar ein in den Lobpreis der Engel, um uns dann bei der Wandlung von IHM wandeln zu lassen und uns beim Hochgebet in das Gebet Jesu zum Vater hineinziehen zu lassen. Die Messe ist insgesamt ein Geschehen der Erkenntnis, eine Geschehen der Reinigung, der Heilung und Heiligung, ein Gottesbegegnung. Und so ist die Messe auch der bevorzugte Ort, wo wir Menschen jedes Mal wie der Prophet Jesaja auf den Ruf Gottes antworten können.
Es ist der Ort, wo wir sagen. Herr, hier bin ich. Sende mich. Es ist der Ort, wo wir mit Maria sagen. Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach Deinem Worte. Der Priester bestätigt diese Erkenntnis mit dem Sendungsauftrag am Schluss der Messe. Wenn er sagt gehet hin in Frieden, dann sollte es, genau übersetzt eigentlich heißen: Gehet hin als Gesandte. Gehet ihn als Menschen, die wirklich bei IHM waren und jetzt als seine Gesandte hinausgehen.
Liebe Gläubige! Lassen wir uns jetzt ein auf dieses Geschehen. Sprechen wir die Worte des Propheten Jesaja. Hier bin ich. Sende mich. Oder sagen wir mit den Worten des Heiligen Petrus am Berg Tabor. Gut, dass wir hier sind.

Predigt für Radio Maria Live Sendung

Predigt in Maria Rast am Hainzenberg mit Radio Maria

28 Mai 2016 Sa, 8. Woche im Jahreskreis

Lesung: Jud 17.20b-25



Liebe Gläubige!


Wir haben heute eine Lesung gehört aus dem Judasbrief. Dieser dürfte um das Jahr 90 herum geschrieben worden sein und richtig sich an Gemeinden, in den der Glaube schon Fuß gefasst hat, die aber gefährdet sind von Müdigkeit, von der Aufweichung des Glaubens durch Irrlehren und alle möglichen Strömungen.

Im Anfang dieses Briefes ermahnt der Schreiber die Gläubigen, für den überlieferten Glauben zu kämpfen, der den Heiligen ein für allemal anvertraut ist.

Die Irrlehrer, ihr Auftreten ihr Weg und das Gericht über sie

Im ersten Teil handelt der Brief dann von den Irrlehrern, die sich eingeschlichen haben, von ihrem Auftreten, ihrem Weg und dem drohenden Gericht über sie. Sie führen ein zügelloses Leben und verleugnen Christus als einzigen Herrn und Herrscher. Sie lästern über alles, was sie nicht kennen, sie sind den Weg Kains gegangen, sie sind ein Schandfleck beim Liebesmahl, an dem sie ohne Scheu teilnehmen und es sich gut gehen lassen, sie sind Hirten, die eine Weise für sich selber suchen, sie sind wie Sterne, die keine feste Bahn haben. Sie sind Nörgler, immer unzufrieden mit ihrem Geschick; sie lassen sich von ihren Begierden leiten, sie nehmen große Worte in den Mund und schmeicheln den Menschen aus Eigennutz. Es sind Spötter, irdisch gesinnt, die nicht den Geist besitzen und die Einheit zerstören.

Ermahnung und Ermutigung der Gemeinden

Vor diesem Hintergrund ermahnt der Schreiber die Gemeinden, er ermutigt und bestärkt sie, indem er ihnen sagt, was wichtig und erläutert ihnen das Verhalten gegenüber Zweiflern und Abgefallenen. Er nennt als Ermahnung vier Punkte. Es geht um die Reinheit des Glaubens (sie sollen sich auf den hochheiligen Glauben gründen und darauf weiterbauen), das Gebet in der Kraft des Heiligen Geistes, das Festhalten an der Liebe Gottes und das Warten auf das Erbarmen Jesu Christi. Der Zweifler sollen sie sich erbarmen und den Abfall verabscheuen.

Zeitlose Bedeutung der vier Punkte

Diese Ermahnungen oder besser gesagt Ermutigung des Apostels sind zeitlos gültig, einmal deshalb, weil sich die Irrtümer immer wiederholen, auch wenn manche glauben, sie neu erfunden zu haben, sie sind vielleicht besonders bedeutsam, weil wir heute offenbar wieder urkirchlichen Verhältnissen entgegengehen.


Zum Ersten: Die Gläubigen sollen auf den hochheiligen Glauben bauen und daran weiterbauen. D. h es geht um die Reinheit und Klarheit des Glaubens. Je reiner und klarer der Glaube ist, desto tiefer kann er alle Bereiche unsers Seins durchdringen, desto mehr wird er uns im wahrsten Sinne des Wortes erfüllen. Weiterbauen am Glauben bedeutet dann den Versuch, diese Reinheit zu bewahren und zu vertiefen, immer mehr innere Klarheit zu gewinnen.

Wo die Klarheit des Glaubens verloren geht, dort sinkt die Motivation, dort entsteht Überdruss. Dort nisten sich bald immer mehr Irrtümer ein und Laster machen sich breit.

Zum Zweiten: Die Reinheit des Glaubens wirkt sich aus auf das Gebet. Je reiner der Glaube, desto mehr kann das Gebet im Heiligen Geist stattfinden, desto mehr kann es ein inständiges Gebet werden, ein gottgefälliges Gebet. Ohne Klarheit im Glauben kann das Gebet absinken in ein bloßes Selbstgespräch, ohne Klarheit im Glauben können religiöse Feiern herabsinken zu selbstgemachten Veranstaltungen.

Zum Dritten: Die Klarheit im Glauben und des inständige Gebet verbinden sich mit dem Festhalten an der Liebe Gottes. Gott tritt so sehr in den Mittelpunkt, dass der Mensch in seiner Liebe bleiben kann und selbst liebend antworten kann. Wenn Gott im Mittelpunkt des Glaubens und des Gebetes ist, dann wird er auch zum Mittelpunkt des Lebens.

Zum Vierten: In der Klarheit des Glaubens , durch das Gebet im Heiligen Geist und in der Liebe zu Gott bleibt der Mensch immer ausgerichtet auf das Größere. Er wartet auf die Vollendung durch den Herrn, auf das ewige Leben.



Kämpfen mit der Macht Gottes

Liebe Gläubige! Wenn wir kämpfen um den überlieferten Glauben, wenn wir ringen um ein innerliches Gebet und uns mühen, in der Liebe zu bleiben, dann dürfen wir das tun in der Gewissheit, dass Gott die Macht hat, uns vor jedem Fehltritt zu bewahren, damit wir einmal untadelig und voll Freude vor seine Herrlichkeit treten können.

Maria, unsere Mutter, verkörpert in sich die Fülle und die Reinheit des Glaubens, die Lauterkeit des Gebetes und die Gnadengabe der Liebe. Sie möge uns beistehen auf unserem Weg. Amen.





















































Bezirkserntedankfest 2015

Predigt zum Bezirkserntedankfest in Zell am Ziller
11. Oktober 2015

Unser Land, unsere HeimatLiebe Landjugend! Liebe Ehrengäste aus Politik und Landwirtschaft! Liebe Vereine! Liebe Gläubige!
Das Thema des heutigen Tages ist das Thema jeden Sonntags, Gott danken, Gott preisen, seine Erlösungstat feiern, um an dessen Früchten teilzuhaben.
In dieses Thema fließt heute Erntedank ein und das Thema der Landjugend: unser Land, unser größtes Gut, eigentlich das Thema Heimat.

Beim Propheten Joel kommt der große Jubel und die Freude über die Ernte zum Ausdruck, im Evangelium des heutigen Tages geht der reiche Jüngling von Jesus weg, weil er an seinem Vermögen hängt. Dort die große Freude über die vielen Gaben, hier die Traurigkeit trotz des Reichtums. Denken wir darüber nach im Hinblick auf das heutige Leitthema Land oder Heimat!



Fragen wir uns zunächst, was ist eigentlich Heimat, wo ist Heimat? Eingangs hat der Bezirksleiter bereits einige schöne Worte dazu gefunden.
Heimat ist ein Ort, wo Menschen sich kennen, schätzen, gern haben, Heimat ist in der Familie, wo man sein kann, wie man ist, Heimat kommt zum Ausdruck in der Sprache, durch die wir uns verstehen, durch die wir tiefere Empfindungen ausdrücken, Heimat verbinden wir mit dem Hof, dem Haus unserer Kindheit, wir verbinden Heimat mit unserer schönen Landschaft, Heimat erleben wir in unserem Dorf mit seinen Besonderheiten, zur Heimat gehört auch die Geschichte des Landes, unserer Väter, die Wurzeln, aus denen wir hervorgegangen sind. Heimat ist dort, wo ein Mensch eine positive Identität findet und diese mit ganzen Herzen bejaht. Am tiefsten wird Heimat wirklich, wenn der Menschen seinen eigentlichen Ursprung, Gott, berührt oder besser gesagt, wenn er von dem berührt wird, dem er sein Dasein verdankt, von dem er sich geliebt und angenommen weiß.



Bei diesem Nachdenken können wir auch die Frage stellen. Haben wir Heimat automatisch, wie gelingt Beheimatung, wie steht es um unser Land? Ist es überhaupt noch unser Land, unsere Heimat? Könnte es auch sein, dass uns die Heimat sozusagen von Innen her entschwindet?
Denken wir z. B. an das Abnehmen der Achtung, den rauer werdenden Ton im Umgang, denken wir daran, wie vielen Belastungen und Versuchungen die Familien ausgesetzt sind, denken wir an unsere Sprache, die vergendert wird, an die Lieder, nicht oft gar nicht mehr heimatlich anmuten, denken wir an die Arbeit am Hof, wo die Beziehung zur Scholle durch die Agrarbürokratie überlagert wird, und wie steht es mit unserer Geschichte? Kennen wir sie noch, sind wir stolz auf sie oder wissen wir nur mehr die Vorurteile und Verdrehungen, die uns ständig serviert werden? Und die Kernfrage: Wie steht es mit unserem Glauben? Sind wir stolz darauf? Stehen wir fest im Glauben?



Wir wollen aber nicht bei kritischen Fragen stehen bleiben, das tun ohnehin andere genug, sondern wir wollen uns fragen: Wie kann unsere Identität wachsen, wie kann unsere Heimatbewusstsein gestärkt werden? Was ist unser Beitrag, damit unser Land unser größtes Gut ist und bleibt. Die Antwort gibt uns Jesus indirekt im heutigen Evangelium.

Der Jüngling im heutigen Evangelium ist reich. Er hat ein großes Vermögen. Er ist auch geistig reich. Er hält alle Gebote. Aber: Er hängt an vergänglichen Dingen und findet nicht die Kraft, loszulassen und dem Ruf Jesu zu folgen. Er findet nicht die Kraft, sich zum Höheren aufzuschwingen.

Natürlich ist dieses Beispiel nicht einfach übertragbar. Dieser einmalige Ruf Jesu, alles zu verkaufen und ihm in dieser besonderen Weise nachzufolgen, ergeht nicht an jeden von uns, aber in dieser Stelle ist eine Grundbotschaft enthalten, die jeden von uns betrifft. Es geht um die Frage, ob wir am Reichtum hängen oder ob wir unser Herz an Gott hängen.
Für jeden von uns stellt sich die Frage: Wofür lebst du? Woran hängst du Dein Herz? Hängst du dein Herz an vergängliche Dinge, oder hängst du dein Herz an Gott? Gibt es etwas Vergängliches, ohne das du nicht sein kannst, oder kommt wirklich Gott zuerst?

Wenn wir unser Herz an Vergängliches hängen, dazu gehören auch Personen, dann ereilt uns die Traurigkeit dieser Welt. Denn nichts Endliches kann unsere Sehnsucht stillen. Wenn wir unser Herz an Gott hängen, dann sind wir ganz frei, dann können wir ganz froh sein, dann können wir irdisch gesehen reich sein, ohne gebunden zu sein.

Wenn wir unser Herz an Gott binden, wie es unsere Väter im Herz-Jesu-Gelöbnis taten, dann haben wir die einzig wahre, dauerhafte und tragbare Identität in IHM, dann haben wir Heimat in tiefstem Sinne und dann können uns Familie, Arbeit, Hof, Gemeinde noch tiefer zur Heimat werden.

Wenn wir den Ruf Jesu mit großzügiger Bereitschaft beantworten, dann können wir aus ganzem Herz sagen, das ist unser Land, unser größtes Gut, es ist dann unser heiliges Land Tirol. Heilig deshalb, weil es uns von Gott geschenkt ist, heil, weil wir mit IHM verbunden als freie, erlöste Christen in diesem Land leben.

Daraus erwächst die Verantwortung und der Auftrag, das Land heilig zu halten, die Heimat zu schützen von äußeren und inneren Bedrohungen, unsere Beziehungen, die Familie, die Sprache zu pflegen, die Geschichte zu achten und schließlich den Glauben hochzuhalten.

Gerade dann, wenn wir Gott an die erste Stelle stellen, dann werden unser menschliche Beziehungen eine ganz neue Qualität erhalten, dann werden unsere Familien Hauskirchen, dann wird unsere Arbeit ein Dienst an Gott, dann wird uns alles zur Heimat, dann können wir selbst Identität stiften, schaffen und ausstrahlen.

Wenn wir jetzt Erntedank feiern, dann wollen wir unser dankbares Herz öffnen zu Gott, wir wollen jubeln und ihm danken für alle die Wohltaten.
Indem wir die heilige Messe feiern, gehen wir zu dem, an dessen Herz sich unsere Väter gebunden haben, zu dem, der uns am tiefsten Punkt der Seele jene Identität gibt, die uns alles zu Heimat werden lässt.

Herz Mariä Samstag

Unbeflecktes Herz Mariä
Predigt in Maria Rast, Radio Maria
12. Juni 2015

1I Geschichte der Herz-Mariä Verehrung
Liebe Gläubige! Liebe Hörergemeinschaft von Radio Maria! Die Verehrung des Herzens Mariä geht schon zurück auf Kirchenväter, hat im 13. Jahrhundert besondere Impulse erhalten und hat sich im 17. und 18. Jahrhundert besonders entfaltet. Wenn man die Entwicklung der Neuzeit betrachtet, die man auch als eine Bewegung einer Art Emanzipation von Gott sehen kann, dann sieht man parallel dazu in der Geschichte der Spiritualität eine Entfaltung der Verehrung des heiligsten Herzens Jesu und auch der Herz-Mariä-Verehrung. Je mehr der Mensch in den Vordergrund tritt, desto mehr wird in der Spiritualität der Kirche das Herz des Gottmenschen und Herz Marias betrachtet und verehrt, damit der Mensch Gott in seiner Mitte, in seinem Herzen bewahren kann. Am Höhepunkt des Ersten Weltkrieges, kurz vor der Oktoberrevolution in Russland, deren Folgen bis heute andauern und bisher mehr als 100 Millionen Opfer gefordert hat, ist die Mutter Gottes in Fatima erstmals erschienen und hat in ihren Botschaften einen mächtigen Impuls zur Verehrung des unbefleckten Herzens Mariä gegeben.
Das Fest des unbefleckten Herzens Mariä einen Tag nach dem Herz-Jesu-Fest verdeutlicht uns auch die innige Verbindung dieser beiden Herzen. Maria hat Jesus empfangen, unter ihrem Herzen getragen, ihn in Nazareth erzogen, mit ihrem Herzen sein Wirken begleitet und schließlich sein Leiden mütterlich mitleidend in ihrem Herzen miterlebt. Ihr Herz ist so wie ein Spiegel des Herzens Jesu, eine Wohnstätte der göttlichen Geheimnisse, denn Maria bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen.

2) Das unbefleckte Herz Marias
Was, liebe Gläubige verstehen wir unter dem unbefleckten Herz Mariens. Was heißt unbefleckt. Mit drei Worten könnten wir es näher beschreiben, rein, heilig und vollkommen.
Maria ist rein, das heißt, in ihrem Herzen ist nichts, das ihre Liebe trübt, nichts, das irgendetwas verdunkeln könnte, nichts Unklares, alles ist schön, eben rein.
Das Herz Mariä ist heilig. In ihm ist alles heil, alles passt zusammen, alles ist sozusagen in der rechten Ordnung.
Das Herz Marias ist vollkommen, d. h. es ist ganz, es ist voll der Gnade, in ihrem Herzen ist nichts, was diese Gnade vermindern würde, es ist ein Ort des himmlischen Friedens.

Im Herzen Mariens ist alles in einer heiligen, göttlichen Ordnung, es ist ein Mikrokosmos der Liebe, in liebendem Einklang mit Gott, mit sich, den Menschen, mit dem Kosmos.

3) Die befleckte Menschheit – Globalisierung der Sünde
Vielleicht können wir das unbefleckte Herz besser verstehen, wenn wir das Gegenteil betrachten, die Welt, den Menschen, die ganze Schöpfung in ihrer Zerrissenheit, in ihrem Aufruhr, in ihrer Unruhe, in ihrer Ungeordnetheit.
In der Neuzeit hat der Mensch viele Fortschritte gemacht, die viele Möglichkeiten zum Guten enthalten, aber: Durch verschiedene Irrtümer kann dieser Fortschritt zur Gefahr für den Menschen selbst werden.
Der Mensch ist vielfach vom Gärtner, der den Garten Gottes hegt und pflegt, zum Macher geworden, der alles selbst in die Hand nimmt und die Gesetze Gottes beiseite lässt.
Der Mensch ist vielfach vom Beschützer zum Unterdrücker geworden. Der Mensch ist vom Empfänger der Gaben Gottes zum Nehmer geworden.
Der Mensch, der in seinem Herzen keinen Platz mehr für Gott hat, befleckt sich unablässig, er wird von einer Gier erfasst, dieses Herz mit anderen Dingen zu füllen, mit Macht, mit Ehre, mit Geld. Er wird zum Sklaven der Dinge. Er rebelliert gegen Gott, der Nächste wird ihm zum Konkurrenten und er wird sich selbst zum Feind.

Solche Entwicklungen gehen vielfach auf einen Grundirrtum zurück, auf den Glauben, der Mensch könne selbst das Paradies machen, und zwar gleich und hier auf Erden. Wir erleben heute den Höhepunkt einer Entwicklung, eine Globalisierung der Unordnung, wo zentral von oben gesteuert, die Ordnung Gottes bekämpft, die Sünde propagiert wird. Hier geht es letztlich um die in der Fatimabotschaft angedeuteten Irrtümer Russlands, die in der ganzen Welt verbreitet werden, eine materialistische Sicht der Arbeit und der Wirtschaft als Prozess, der den Menschen zum Rädchen degradiert, der Kampf der Geschlechter, die Zerstörung der Familie, wie sie die Genderideologen betreiben usw.

4) Das unbefleckte Herz Marias wird triumphieren

Liebe Gläubige! Wenn wir heute konfrontiert sind mit einem Triumph der Sünde, der Widernatürlichkeit, dem Triumph der Macher, der Ideologen, dann sollen wir vor solchen Entwicklungen nicht wie gelähmt sein, sondern an die große Verheißung Marias in Fatima denken. Am Ende wird das unbefleckte Herz triumphieren.
Jemand hat einmal gesagt, die Menschen verzeihen einiges, Gott verzeiht alles, die Natur verzeiht nichts. Jeder vernünftige Mensch weiß, wenn man gegen die Natur handelt, dann zieht man auf lange Sicht den Kürzeren. Genauso ist es mit der Ordnung des Geistes und mit der Ordnung der Liebe. Gott verzeiht alles, wenn wir umkehren. Aber: Alles, was nicht in dieser Ordnung ist, hat ohne Umkehr auf Dauer keinen Bestand, es hat schon jetzt kein wirkliches Sein, es ist nur Schein. Jede Unordnung zerstört sich auf Dauer von selbst.
Der globalisierten Unordnung steht das unbefleckte Herz Mariens gegenüber. Die Globalisierung der Liebe geht vom Herzen Mariens, vom Herzen einzelner Menschen aus.

Das unbefleckte Herz Mariens weist uns wie ein Spiegel hin zum Herzen Jesu, dem Zentrum, einem unendlichen Meer der Liebe. Das unbefleckte Herz Mariens verehren heißt, sich wie der Apostel Johannes, an die Brust des Meisters lehnen, aus der Quelle lebendigen Wasser trinken. Es heißt, sich im Sein verankern, sich auf festen Grund stellen, sich auf die Seite dessen begeben, der schon gesiegt hat.
Wenn wir die Botschaft von Fatima ernst nehmen, umkehren, täglich den Rosenkranz beten, Gott anbeten, Sühne leisten und das unbefleckte Herz Marias verehren, dann wird Gott in uns, in unseren Herzen das Feuer seiner göttlichen Liebe entzünden, ein Feuer, das unwiderstehlich ist, allem standhält und mitten im Kampf der Geister eine innere Ruhe gibt, in der der Triumph des unbefleckten Herzens Marias schon verborgen da ist. Amen.

Predigt zur Einweihung der Fatimakapelle

Predigt in der Franziskanerkirche in Salzburg
in der Messe vor der Segnung der Fatimakapelle
und Einsetzung einer Engelbertreliquie
durch den Herrn Erzbischof
13. Mai 2015, I. Steinwender







Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

Ich möchte euch jetzt einladen, nachzudenken über die bevorstehende Segnung der neu renovierten Fatimakapelle und der Einsetzung einer Engelbertreliquie, und zwar unter dem Gesichtspunkt des morgigen Festes Christi Himmelfahrt. Mit der Himmelfahrt Christi hat eine neue Zeit begonnen.Mit Himmelfahrt beginnt eine neue Zeit

Es kam das Gebet um den Heiligen Geist und mit Pfingsten die Zeit des Heiligen Geistes, die Endzeit, die andauern wird bis zur Wiederkunft des Herrn.Dies ist zugleich die Zeit der Kirche, geboren, hervorgegangen aus der Seite Christi, ausgestattet mit dem Missionsauftrag, das Evangelium allen Geschöpfen zu verkünden und bestimmt, den Weg durch die Zeit zu gehen um dann im himmlischen Jerusalem als Braut Christi verherrlicht zu werden.
Damit beginnt die besondere Zeit des Glaubens: Die Apostel haben Jesus gesehen, jetzt werden sie ihn mit geistlichen Augen sehen, mit den erleuchteten Augen des Herzens, jetzt beginnen sie zu erkennen und tiefer zu verstehen, was der Herrn ihnen früher gesagt hat, jetzt wird ihnen durch den Heiligen Geist bewusst, zu welcher Hoffnung sie berufen sind, jetzt erfahren sie immer tiefer, welchen Reichtum Gott seinen Heiligen schenkt, wie der Apostel Paulus den Ephesern schreibt.

Fatimakapelle und Engelbertreliquie
Auf diesem Weg durch die Zeit wird die Kirche mit der Hierarchie und dem Volk geführt und getragen von Maria, der Mutter Gottes, der Braut des Heiligen Geistes, der Mutter der Kirche und von den vielen bekannten und verborgenen Heiligen.
Wenn unser Herr Erzbischof heute die neu renovierte Fatimakapelle in dieser schönen Marienkirche segnet und zugleich eine Reliquie des Seligen Engelbert Kolland einsetzen wird, dann hat das eine mehrfache, symbolische Bedeutung.

Es drückt aus, dass hier in diesem Heiligtum die Menschen zur Mutter Gottes kommen können mit ihren gegenwärtigen und zeitnahen Anliegen und auch mit ihrer Bereitschaft, die hoch aktuelle Botschaft von Fatima ernst zu nehmen und dieser Botschaft gemäß zu handeln und leben. Durch diesen Akt wird auch die tiefe Beziehung, die der Heilige Franziskus, der Franziskanerorden und im besonderen der Selige Engelbert Kolland zu Maria hatten bzw. haben, ausgedrückt. So kann man mit ziemlicher Sicherheit annehmen, dass der Selige Engelbert, der sich im Studium regelmäßig hier an diesem Ort aufgehalten hat, hier seine Ordens- bzw. Priesterberufung empfangen hat. Ich persönlich glaube, dass diese Berufung, wie jede Berufung schon irgendwie vorbereitet war z. B. durch Kindheitserlebnisse des Seligen in der Zillertaler Wallfahrtskirche Maria Rast.
Weiters wird dadurch die Aktualität der Botschaft von Fatima und die unmittelbare Bedeutung unseres Seligen in der gegenwärtigen Zeit deutlich gemacht.

Die Botschaft der Fatimakapelle
Letzteren Punkt möchte ich kurz ausführen: In den Botschaften von Fatima geht es neben der Höllenvision und der Berufung des Menschen zum Himmel um Krieg, um Irrtümer Russlands sowie um die Notwendigkeit von Gebet, Umkehr und vor allem Buße.

In der Fatimabotschaft wird deutlich, dass ein Zusammenhang besteht zwischen den Schrecken des Krieges und der Sünde des Menschen, der Abwendung des Menschen von Gott. Johannes Paul II. hat im Zusammenhang mit dem Balkankrieg in den 90er-Jahren sinngemäß gesagt: Die Summe vieler Sünden Einzelner ergeben einen Krieg. Hier wird deutlich wie wichtig gerade in dieser Zeit die Umkehr und das Gebet für den Frieden sind.

Weiter spricht die Mutter Gottes in Fatima von den Irrtümern Russlands, die in der Welt verbreitet werden, es geht um die Irrtümer des Marxismus, die durch die 1917 ausgebrochene Oktoberrevolution besondere Ausbreitung erfahren sollten.

Ich erinnere mich, wie in den 90-Jahren ein Metaphysiker auf der theologischen Fakultät in Salzburg sagte, im Westen wird Karl Marx perfekter verwirklicht als bisher im Osten.
Er sah damals schon, was wir heute im fortgeschrittenen Stadium noch klarer erkennen können. Die Wirtschaft und die Technik, gegenwärtig eine Symbiose von Kapitalismus und Kommunismus, ursprünglich dazu bestimmt, dem Menschen mehr Freiheit und geben und dem Menschen zu dienen, wird immer mehr zu einem Moloch, zu einem Götzen, zu einem anonymen Prozess, der den Menschen zum Sklaven erniedrigt.

Karl Marx hat die Vernichtung der irdischen Familie propagiert. Der russische Präsident Gorbatschov hat erkannt, dass es ein verhängnisvoller Irrtum war, die Frauen möglichst gleich von den Kindern weg in den Arbeitsprozess zu stecken. Heute wird dieses urmarxistische Programm bei uns umgesetzt, man fördert die Auslagerung der Erziehungsarbeit aus der Familie, die Verstaatlichung der Familie und letztlich deren Zerstörung.

Zu den Irrtümern Russlands gehört auch die Genderideologie, die auf den Marxismus zurückgeht und einen Angriff auf die Schöpfungsordnung, ja auf den Schöpfer selbst darstellt.

Papst Johannes Paul II., der den Marxismus studiert und erlebt hat, hat durch verschiedene Enzykliken wie Redemptor hominis, Sozialenzykliken, durch eine christliche Sicht der Arbeit, seinen außergewöhnlichen Einsatz für die Würde der Familie und besonders durch die Theologie des Leibes den marxistischen Irrtümern die heilbringende christliche Lehre gegenübergestellt und so diesen Irrtümern den Boden genommen. Es ist sicher bezeichnend, dass er gerade am Fatimatag 1981 auf wunderbare Weise ein Attentat überlebte.

Die Mutter Gottes möge uns durch die neu renovierte Fatimakapelle helfen, die Familien zu schützen, die Irrtümer des Marxismus zu überwinden und den prophetischen Worten von Papst Johannes Paul II. und seinen Nachfolgen zu folgen.



Die Botschaft der Engelbert-Reliquie
Liebe Gläubige: Die Einsetzung der Engelbertreliquie enthält ebenso einige Botschaften für Euch, die Franziskaner und die vielen Menschen, die in Eure Kirche kommen. Ich möchte drei Punkte noch kurz anführen.

Hier hat der selige Engelbert seine Berufung empfangen. Diese Kirche ist, war und soll immer auch ein Ort der Berufungen sein. Ich selbst durfte hier am Beginn meiner Studienzeit, als ich meine Priesterberufung, die ich am 10. Juli 1988 in Tamsweg empfangen hatte, überdachte, viele Messen mitfeiern und zur Beichte gehen. Hier hat der selige Engelbert als Student mit vielen Problemen gerungen und innere Klarheit über seinen Weg bekommen. Mögen hier viele Menschen, wie einst der selige Engelbert, Klarheit über den Plan, den Gott mit ihnen hat, bekommen, ihre besondere Berufung zum Priester- und Ordensstand erkennen und gestärkt werden, den Glaubensweg zu gehen.

Der selige Engelbert hat hier seine besondere Beziehung zu Maria gepflegt wie schon als Kind in Maria Rast und später in Syrien im Heiligtum von Sednaya. Mögen hier viele Menschen diese Kirche als Ort der Führung durch Maria erfahren und entdecken, für ihre mütterliche Fürsorge und die Botschaften von Fatima empfänglich werden und diesen marianischen Geist pflegen.

Von hier aus führte der Weg des Seligen Engelbert ins Studium zum Priestertum und später weiter in die Mission bis zum Martyrium. Engelbert Kolland hat nicht nur seine geliebte Heimat, seine Familie und sogar den Kulturkreis verlassen, sondern ist durch einen außergewöhnlichen Geist der Buße in ein Leben der Ganzhingabe hineingewachsen, sodass sein Martyrium am 10. Juli 1860 im Alter Christi geradezu als eine Vollendung dieses Weges erscheint.

Möge die Gegenwart seiner Reliquie vielen Menschen hier helfen, in marianischer Weise den Weg des Gebetes und der Buße zu gehen, zu erkennen, dass dieser Weg nicht das Menschsein mindert, sondern freimacht und hinführt zu jener inneren Freiheit, zur Heiligkeit, zur wahren Selbstverwirklichung in der Ganzhingabe, jener Weg, wo der Mensch ganz Werkzeug Gottes werden kann und aus tiefster Überzeugung mit dem Heiligen Franziskus und dem Seligen Engelbert sagen kann: Mein Gott und mein Alles. Amen.









Gauderfestpredigt

Predigt zum Gauderfest, 2015
Evangelium: Joh 15,1-8



Lieber Herr Bundesminister, geschätzter Herr Landeshauptmann. Liebe Festgäste, liebe versammelte Trachten- und Traditionsvereine, Musikkapellen, Schützen, Kaiserjäger und Kirchenchor. Wir sind heute wieder versammelt, viele Menschen aus nah und fern, von Bayern bis Südtirol, viele Vereine, es ist eine große Einheit in der bunten Vielfalt, versammelt um den Einen, der uns Vielfalt in der Einheit ermöglicht. Gerade diese beeindruckende Versammlung ermöglicht es uns heute, das besser zu verstehen, was uns der Herr sagen will mit dem Bild vom Weinstock und den Reben.
Ich denke, der Herr will uns damit die wahre Identität für unser Christsein zeigen und geben, er will uns zweitens damit darlegen, wie wir diese Identität bewahren und entfalten können, zu unserem Heil, zu unserer größeren Freude.



Das Bild vom Weinstock - Einheit in der Vielfalt
Die Rebe wird fruchtbar, wenn sie mit dem Weinstock verbunden ist, dadurch entfaltet sie sich zu dem, was sie sein soll, eben eine Rebe und sie hat dadurch Teil an der Fülle des Weinstocks. Aus dieser fruchtbaren Verbindung ist die Rebe zugleich mit den anderen Reben verbunden, sie hat Teil an einer Einheit, die die Vielfalt nicht beeinträchtigt, sondern sogar fördert, an einer Einheit, die mehr ist als eine Summe vieler Reben.
Genauso ist es mit uns Christen. Über die Kirche haben wir eine Verbindung mit dem einen, lebendigen Gott. Dieser eine lebendige Gott stärkt uns, gibt uns zu den Talenten und Fähigkeiten noch Gaben des Heiligen Geistes dazu, lässt uns Tugenden entfalten und hat mit jedem von uns einen eigenen Plan. So können wir als einzelne fruchtbar und zugleich fähig werden, eine Gemeinschaft besonderer Art zu bilden, eine Kirche, eine geistliche Gemeinschaft. Mit ihm verbunden und als Glieder dieser Gemeinschaft können wir hineinwirken in die Familie, in die Vereine, in Politik und Gesellschaft, wie eine Seele unsichtbar den Leib durchdringt und aufbaut. Wir können das Bild vom Weinstock besser verstehen, wenn wir das Gegenteil betrachten. Was ist, wenn die Rebe sich loslöst vom lebendigen Strom, der aus dem Weinstock kommt, was ist, wenn sie diese Grundinformation vom Weinstock verliert. Sie verliert ihre Lebendigkeit, ihre Fruchtbarkeit, sie verdorrt, wie wird abgeschnitten und verbrannt.

Ist es nicht ähnlich mit dem Menschen ohne lebendigen Bezug zu Gott? Er ist auf sich allein gestellt, auf seine bloß natürlichen Fähigkeiten zurückgeworfen, er wird vereinzeln, vielleicht einsam werden oder in der Masse untergehen, er wird manche Abhängigkeiten schmerzlich spüren, dem Druck der Selbstrechtfertigung ausgesetzt sein, er wird vom Drang beseelt sein, etwas vom Leben zu haben und doch am Wesentlichen vorbei gehen. Er mag vielleicht viel Weltliches bewegen oder schaffen, aber letztlich wird sein Innenleben kraftlos und dürr werden, eben, wie eine Rebe, die verdorrt. Das ist nicht nur im Leben des Einzelnen so, sondern auch in den Gemeinschaften, in den Völkern. Eine Gesellschaft ohne Rückbindung an Gott lebt nur von den natürlichen Ressourcen, auf Dauer von der Substanz der Vergangenheit und auf Kosten der Zukunft, mit Schulden.



In IHM bleiben durch lebendige Tradition, Erneuerung und geistliches Wachstum
Die Rebe wird hingegen fruchtbar in der Verbindung zum Weinstock. Sie findet ihre Verwirklichung aus der Kraft des Weinstocks. Das Band dieser Einheit ist die lebendige Beziehung zwischen dem Gläubigen und seinem Herrn - im Gebet, im Sprechen mit IHM, im Hören auf IHN, d. h. im Gehorsam, in der persönlichen Begegnung mit IHM wie wir es jetzt in der Heiligen Messe praktizieren. Diese lebendige Beziehung bleibt aufrecht, wenn wir seine Gebote halten, wenn wir uns redlich mühen, nach den Geboten zu leben. So sind die Gebote letztlich keine Einschränkung – sie schränken nur den unfruchtbaren Wildwuchs ein - sondern der Weg zur Fruchtbarkeit. In IHM bleiben heißt dort sein, wo es eine wirkliche, erfüllende Bleibe gibt.

Liebe Gläubige! Wenn wir heute das herrliche Bild unserer Festversammlung vor Augen haben und es vergleichsweise auf das Gleichnis vom Weinstock zu deuten versuchen, dann bleibt noch die zweite Frage zu beantworten. Wie können wir in diese tiefere Identität eintreten und wie können wir sie bewahren?

Jesus sagt: Die Rebe, die Frucht bringt, reinigt der Winzer, damit sie mehr Frucht bringt. Daraus können wir drei Dinge schließen. Wir sollen Frucht bringen, d. h. in der Verbindung mit ihm bleiben. Zweitens sollen wir uns reinigen lassen, damit wir drittens mehr Frucht bringen, d. h. ein geistliches Wachstum. Das heißt also christliche Tradition, Reinigung bzw. Erneuerung und geistliches Wachstum.

In ihm bleiben, heißt christliche Tradition pflegen. Die ist mehr als ein bloßes Festhalten an etwas, es ist ein inneres Ringen um eine lebendige Beziehung mit jemandem, mit IHM, es ist ein Ringen so wie Jakob in diesem nächtlichen Kampf um den Segen gerungen hat. Tradition heißt so lebendiges Stehen am Reichtum der Quelle.

Der zweite Punkt betrifft die Reinigung, die Erneuerung. Der Winzer reinigt diejenige Rebe, die Frucht bringt. D. h. liebe Gläubige, wer mit dem Herrn verbunden ist, wer den Weg des Glaubens geht, der wird gereinigt, nicht der, der sich einfach gehen lässt. Es gibt keinen Glauben ohne ständige Erneuerung. Wer den Weg des Glaubens geht, der muss mit Versuchungen kämpfen, der muss gegen den Strom schwimmen, er muss verzichten können, er wird auf viele Hindernisse stoßen, vielleicht manchen Leiden begegnen. Das alles erscheint uns oft nicht attraktiv und kann dazu führen, dass Gläubige zu hadern beginnen, wenn sie auf Prüfungen stoßen.
Und doch können manche Prüfungen genau diesen Reinigungscharakter haben. Der Herr prüft uns, nicht um uns zu bestrafen, sondern damit wir noch mehr Frucht bringen. Er will uns dadurch mehr geben, er will uns weiterführen.

Damit sind wir beim dritten Punkt, dem geistlichen Wachstum. Wir Christen stehen wie die Rebe am Weinstock vor der Alternative: Entweder wachsen oder verdorren und ins Feuer geworfen werden. Der Heilige Augustinus formuliert es kurz, indem er sagt: „eines von beiden kommt der Rebe zu, entweder der Weinstock oder das Feuer.“
Indem wir uns mit Christus verbinden, können wir geistlich wachsen. Dieses geistliche Wachstum ist ein Wachsen in der Vielfalt und zugleich in der Einheit. Das geistliche Wachstum geschieht nicht auf Kosten eines Anderen, es gibt keinen Verdrängungswettbewerb, keine Wucherung, keine Verlierer und keine Unterlegenen, sondern es ist genau umgekehrt.
Wenn ein Glied wächst, kommt es den anderen zugute. Wenn einer von uns in der Geduld wächst, verändert er seine Umgebung, wenn einer im Glauben wächst, trägt er andere mit, wenn einer in der Demut wächst, werden viele zu Christus hingezogen, wenn einer in der Liebe wächst, fallen viele Strahlen der Liebe in seine Umgebung, wenn einer in der Güte wächst, werden andere ermutigt, wenn einer heilig wird, strahlt es auf die anderen Glieder aus. Das geistliche Wachstum einzelner Glieder mehrt das Heil und die Freude aller. Bäume, heißt es, wachsen nicht in den Himmel, aber durch ein geistliches Wachstum kommt der Himmel auf die Erde.

Liebe Festversammlung, liebe Brauchtumsvereine: Mit diesem Bild vom Weinstock und den Reben, mit dieser Sicht vom geistlichen Wachstum wollen wir alle jetzt die Eucharistie feiern, wir wollen zur geistlichen Quelle, zum Gipfel unseres Tuns, zur Begegnung mit dem Herrn schreiten. Er möge uns die Erfahrung schenken, dass wir in IHM ein Herz und eine Seele sind. Amen.

Predigt zum Thema Anbetung

Predigt zum 5. Fastensonntag
22. März 2015, LJ B, Joh 12,20-33
Ich werde alle an mich ziehen
Einladung zur Anbetung



Liebe Gläubige!

Im heutigen Evangelium heißt es. Einige Griechen, die beim Osterfest in Jerusalem Gott anbeten wollten, traten an Philippus heran und sagten zu ihm: Herr, wir möchten Jesus sehen.
Warum – so könnten wir fragen – wollten diese Griechen in Jerusalem Gott anbeten und Jesus sehen.
Das römische Reich, damals der Inbegriff fast der ganzen Welt, war kulturell stark von den Griechen, von der griechischen Kultur geprägt. Die Griechen hatten große Philosophen hervorgebracht, die in der Menschheitsgeschichte eine einmalige Denkleistung erbrachten, die seither nicht mehr überboten worden war. Diese Einmaligkeit gab es im Glauben nicht. In Griechenland herrschte damals der Götterglaube, der auf Mythen zurückging. Viele Philosophen wirkten damals wie Aufklärer, hinterfragten die Götter oder spotteten über sie. Der Glaube an die vielen Götter schien überfällig zu werden. Der Apostel Paulus, ein gebildeter Mann auf der Höhe der griechischen Kultur und zugleich ein Pharisäer, sollte später den Athenern sagen, dass er den unbekannten Gott, den sie verehren, verkünde (Apg 17,23). Es war die Entscheidung des jungen Christentums für die Vernunft, gegen den Mythos.

Vielleicht waren diese Griechen, die Gott in Jerusalem anbeten wollten, Philosophen, die wie schon Aristoteles vor 400 Jahren, mit der Vernunft erkannt hatten, dass es einen Gott gibt, dass es einen Ursprung, ein höchstes Wesen geben muss und die griechischen Göttergestalten nicht real zu sein schienen. Sie wollten in Jerusalem anbeten, weil sie sahen, dass dort ein unvergleichliches Heiligtum, der Tempel stand und weil die Juden tatsächlich – im Gegensatz zu den umliegenden Völkern – einen Gott anbeteten. Diese Sehnsucht führte sie auch zu dem Wunsch, Jesus sehen zu können, von dem sie viel Außergewöhnliches gehört hatten. Deshalb wandten sie sich an Philippus, der griechisch konnte und mit Andreas zu Jesus ging.

Jesus aber lenkte ihre Aufmerksamkeit auf das, was kommen würde und auf bestimmt Haltungen. Er sprach vom Weizenkorn, das sterben muss, um Frucht zu bringen, von der Haltung des Dienens und deutete schließlich sein Leiden und seine Verherrlichung an. Damit wies er auf eine große Hürde für die weisen Griechen hin, auf das Kreuz, für viele Gebildete eine Torheit.

Der Satz Jesu, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen, führt uns wieder zum Gedanken der Anbetung. Der Herr, der am Kreuz erhöht ist und von den Toten aufersteht, wird künftig gegenwärtig sein im Kreuzesopfer, in der Heiligen Messe, in der Gestalt des Brotes. Jetzt ist wahre Anbetung möglich, viel mehr noch als im Heiligtum des Tempels. Der Allerheiligste setzt sich den Menschen aus und ist bei jeder Messe und in allen Kirchen im Tabernakel gegenwärtig. Wer dies erkennt, der kann nicht mehr anders als anbeten, es zieht ihn hin.

Deshalb, liebe Gläubige, ist es wichtig. einmal nachzudenken über die Anbetung, was ist sie, was bedeutet es, anzubeten, warum sollen wir anbeten und was geschieht bei der Anbetung, welche Früchte gehen daraus hervor?

Die Bedeutung der Anbetung

Was aber ist Anbetung, was bedeutet Anbetung? Die Anbetung ist das höchste wozu der Mensch fähig ist. Denn der eigentliche Sinn des menschlichen Daseins besteht darin, Gott zu loben. Deshalb ist die wichtigste Entscheidung eines jeden Menschen im Leben: Bete ich an oder nicht, oder besser gesagt, wen oder was bete ich an. Der Mensch ist für die Anbetung geschaffen. Wenn er sich nicht durchringt zur Anbetung eines persönlichen Gottes, dann landet er bei einem Mythos, betet einen Götzen an, etwas irdisches, oder vielleicht einen Menschen oder das eigene Ich.

Anbetung bedeutet einmal, Gott etwas geben. Wenn wir zu Gott beten, dann wollen wir meistens etwas von Gott, wir bitten um dieses oder jenes. Bei der Anbetung steht aber noch mehr das Lob im Vordergrund. Gott einfach zu loben, weil er Gott ist, das erhebt den Menschen, Gott allein die Ehre zu geben, macht den Menschen fähig, auch andere zu ehren und sich selbst zu achten. Wer Gott in der Anbetung die Zeit zu schenkt, öffnet die Zeit für die Ewigkeit, die Natur für die Übernatur, die Welt für den Himmel.

Vom Sinn der Anbetung

Warum ist es sinnvoll, anzubeten? Ich nenne einmal drei Gründe:
Erstens: Wir haben in der Pfarre z. B. eine Anbetungsbruderschaft. Es ist eine lange Tradition, dass beim Stundgebet zu Weihnachten angebetet wird, wie es schon die Hirten und Weisen aus dem Morgenland taten. Die Gläubigen haben immer schon erkannt, wenn Jesus wahrer Gott ist, wenn er in der Eucharistie wirklich, substantiell und wahrhaft gegenwärtig ist, dann ist das einzig sinnvolle, ihn auch anzubeten.
Zweitens: Heute sehnen sich viele nach Meditation, nach Stille, nach Verinnerlichung. Die höchste Form der Meditation ist die Anbetung, ich verweile mit dem Blick auf ein personales Gegenüber, mit Blick auf den, der die Liebe ist. Das ist an Anziehendste.
Drittens: Die gegenwärtige Lage der Zeit erfordert als Antwort die Anbetung. Immer mehr Menschen kommen heute zur Ansicht, dass es so nicht weitergehen kann und auch nicht wird. Probleme, Schwierigkeiten, Zwänge, etc. werden immer größer. Die Menschen sehen aber oft keinen Ausweg oder sie haben nicht die Kraft, selbst mit einer Umkehr zu beginnen. In dieser Zeitsituation müssen wir eine Etage tiefer gehen, eben zur Anbetung. Nur den Betern kann es noch gelingen! Wir müssen auf einer wirksameren Ebene ansetzen; wo unser Können, unser Wille, unsere Machbarkeit am Ende ist, dort wirkt ER.

Die Wirkungen kann Anbetung haben?

So kommen wir nun auch zu den Wirkungen der Anbetung. Wer anbetet, überschreitet sich selbst, er wird hineingeführt in die Welt Gottes, er lernt, IHN zu sehen, sich von ihm her verwandeln zu lassen. Wer anbetet, der setzt die Seele dem göttlichen Handwerker zur Formung aus. Wer anbetet, der übt sich ein für den Himmel. Denn der Himmel besteht darin, dass der Mensch in der Anschauung Gottes glückselig wird. Wer anbetet, lernt die Messe tiefer verstehen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Freitagmesse, der eine Anbetungsstunde vorangeht, tiefer gefeiert wird und anziehender geworden ist. Wer regelmäßig anbetet, entfaltet leichter Tugenden wie die Demut, den Geist des Dienens, Gehorsam und Geduld. Wer sich dem Wirken Gottes in der Anbetung aussetzt, auf den färbt Gott ab, es geschieht eine Heiligung, eine Vergöttlichung, der Mensch wird, wozu er durch die Taufe bestimmt ist, IHM ähnlich.

Aus dem Wissen, dass wir Zugang zum Allerheiligsten, zu IHM haben, ergibt sich die Pflicht, dieses wirklich heilig zu halten, die heilige Messe zu schützen vor einer Verweltlichung, vor dem Herunterziehen ins bloß Weltliche und vor der Versuchung, sich selbst zu feiern. Es ist die heilige Pflicht eines jeden Christen, das Heilige zu hüten. In unseren Gottesdiensten soll jeder, der hereinkommt, spüren, dass hier etwas Heiliges geschieht, dass hier eine heilige Atmosphäre ist, eben ganz anders als bei einer Veranstaltung, ein ehrfürchtiges hineintreten in ein himmlisches Geschehen, ein Begegnen mit dem lebendigen Gott.

Dolmetscher zu Jesus sein

Philippus und Andreas gingen zu Jesus, um den Griechen eine Begegnung mit ihm zu ermöglichen. Jeder, der Sinn, Wert und Früchte der Anbetung erkennt, kann Dolmetscher werden, d. h. bei Jesus dafür eintreten, dass andere, das heißt alle, alle unsere Verwandten, alle unsere Bekannten, all unsere Nachbarn zu ihm kommen. ER will alle an sich ziehen durch unsere Mitwirkung. Es sollte niemand in unserer Pfarre geben, der diesen größten Schatz nicht erkennt und hebt, der nicht zur Anbetung gelangt. Amen.





Predigt Radio Maria 21.3.15

Predigt in Maria Rast, Gottesdienst mit Radio Maria,
Samstag 21. März 2015, Joh 7,40-53
Dekan Ignaz Steinwender




Liebe Gläubige! Liebe Hörer von Radio Maria!

Im heutigen Evangelium sehen wir, wie Jesus Anlass zu einer Spaltung wird. Es geht um die Frage, ob er der Messias sei. Es wird hier schon deutlich, dass die Hohenpriester und die Pharisäer Jesus einen Strick drehen möchten. Sie lehnen Jesus ab, er ist ihnen ein Dorn im Auge, sie wollen ihn weg haben. Warum: Weil Jesus sagt, dass er der Messias, die Wahrheit sei. Damit gefährdet er ihre Vorrangstellung. Dieses Evangelium ist ein Anlass, über die Wahrheit an sich nachzudenken.

Je deutlicher Jesus redet, je mehr sein Wirken publik wird, je mehr sein Licht, die Wahrheit in der Öffentlichkeit aufleuchtetj, desto mehr tritt das Böse in Gestalt der Hohenpriester auf den Plan. Zunächst gibt es aber noch Widerstände, Jesus zu beseitigen.

Viele aus dem Volk sind zum Glauben gekommen. Sie haben die Wahrheit aufgenommen und Jesus als Messias erkannt. Die Gerichtsdiener haben Jesus nicht hergebracht, weil sie sahen, dass noch niemand so gesprochen hat. Der gebildete und rechtsbewußte jüdische Ratsherr Nikodemus hält den Pharisäern entgegen, dass man einen Menschen nicht verurteilt, wenn man ihn nicht vorher verhört und seine Schuld festgestellt hat.

Aus der Situation von damals können wir auch u. a. drei wichtige Glaubensaussagen und Grundsätze erschließen:

Erstens: Viele sind damals zum Glauben an Ihn, an Jesus gekommen. Dies bestärkt uns im Glauben daran, dass der Mensch wahrheitsfähig ist, dass der Mensch Gott erkennen kann, dass der Mensch fähig ist, die tiefere Wahrheit über sich selbst zu erkennen, dass dies ein Geschenk ist, dass den Menschen erhöht, ihm einen tieferen Sinn, eine besondere Würde gibt. Aus dieser Fähigkeit des Menschen leitet sich sogar eine Pflicht ab, nach Wahrheit zu suchen, wie das II. Vat. Konzil betont. Denn: Wer nicht wirklich sucht, der findet nicht, der bleibt im Relativen stecken, er wird zum Spielball der Meinungen und verliert den Halt.

Zweitens: Die Gerichtsdiener haben sich nicht vom Druck der Pharisäer leiten lassen, sondern vom Gewissen. Sie haben Jesus nicht hergebracht, sie haben Gott mehr gehorcht als den Menschen, weil sie erkannt haben, dass Jesus gut ist, dass noch nie ein Mensch so wie er gesprochen hat. Sie zeigen uns, dass es zur Würde des Menschen gehört, nach seinem Gewissen zu handeln, nach jener Stimme im Inneren des Menschen, die sich der Mensch nicht selbst gibt, sondern wo Gott zu ihm spricht. Auch daraus leitet sich eine Pflicht ab, nämlich die Pflicht, das Gewissen zu bilden, danach zu streben, diese Stimme Gottes im Inneren z. B. durch die Aufnahme des Wortes von außen immer klarer und deutlicher zu vernehmen.

Drittens: Der jüdischer Ratsherr Nikodemus erinnert uns daran, dass es im Rechtswesen Grundwerte gibt, die einen Rechtsstaat ausmachen, dass z. B. ein Ankläger die Schuld beweisen muss, dass jeder Angeklagte das Recht haben muss, gehört bzw. verhört zu werden, um sich verteidigen zu können, Grundsätze, an die die Papst Benedikt mit dem Verweis auf das Naturrecht in Berlin erinnert hat, Grundsätze, die heute vielfach mit Füßen getreten werden.

Die Hohenpriester und die Pharisäer führen uns vor Augen, wie man die Wahrheit niederhält, indem man das gläubige Volk als verflucht hinstellt und jenen entgegentritt, die nach dem Gewissen (Gerichtsdiener) handeln und die Grundrechte (Nikodemus) beachten möchten. Die Gläubigen, die Gewissenhaften und die Rechtsbewussten werden von den Mächtigen angeklagt. So war und ist es immer. Nun werden die Hohepriester sogar darangehen, das Volk aufzuhetzen.

Zu allen Zeiten wurde versucht, die Wahrheit niederzuhalten, und doch hat sie sich durchgesetzt. In Deutschland z. B. wollten die Nationalsozialisten 1937 die katholische Kirche empfindlich treffen, weil sie sich an Rom hielt (Filiale, Tochter von Rom) und nicht bereit war, eine deutsche Nationalkirche zu werden. Man hat Sittlichkeitsdelikte bei Geistlichen aufgespürt – wahre und vermeintliche. Dann haben die Gerichte in Zusammenarbeit mit den Medien und der Propagandaabteilung Prozesse medial groß inszeniert und ausgeschlachtet, um vor allem die Priester und damit die katholische Kirche als verderbt hinzustellen. Die Kirche hat damals wirkliche Vergehen verurteilt und versucht, unberechtigte Vorwürfe und Verallgemeinerungen zurückzuweisen und über die medialen Verleumdungsmethoden Aufklärung geleistet. Am Ende dieser Prozesslawine hat sich herausgestellt, dass die Mehrheit des einfachen Volkes, die damals noch gläubig war, zur Erkenntnis gelangte, dass die Nazipresse lügt. Die meisten Katholiken haben – wie es Pater Rupert Maier in einer Predigt einmal feststellte – nicht mehr geglaubt, was in der Zeitung steht.

Ein anderes Beispiel: Johannes Paul II. hat als geheimer Student den Nationalsozialismus überlebt und hatte als Bischof in Krakau viele Schwierigkeiten mit den polnischen Kommunisten zu bestehen. Als gläubiger Katholik und Philosoph, der den Marxismus studiert hatte, hatte er die klare Erkenntnis, dass der Kommunismus, so mächtig er sich auch gebärdete, ein Lügengebäude sei, das irgendwann zusammenbrechen würde. Als er als neugewählter Papst nach Polen kam, da wurde er vom mächtigen General Jaruzelski begrüßt. Dieser Mann, der alle politische und militärische Macht in den Händen hielt, stand zitternd da und las von einem Zettel die Begrüßungsansprache ab. Ihm gegenüber stand der Papst, der keine Divisionen hatte, und strahlte eine innere Ruhe aus, dass man den Eindruck gewinnen konnte, er sehe den Kommunismus schon zerbröckeln. Hinter dieser Ruhe des Papstes stand die tiefe Glaubenserkenntnis, die auch eine philosophische Erkenntnis ist, dass die Wahrheit ein Sein hat, dass alles, was nicht aus der Wahrheit ist, auf Dauer nicht bestehen kann. Die Unwahrheit, die Lüge braucht man nicht bekämpfen, sie fällt von selbst in sich zusammen. Dies zu erkennen, trotz der Übermacht der Lüge, trotz der Leiden unter Gewalt, Verfolgung, Meinungs- und Gewissensdruck, verleiht dem Menschen eine unwiderstehliche Stärke, die nicht aus ihm selbst kommt, sondern von dem, der die Wahrheit, der Weg und das Leben ist.

Der Apostel Paulus spricht vom Zorn Gottes über denen, die die Wahrheit niederhalten (Röm 1,18). Wir erleben heute einen massiven Meinungsdruck. Gott wird aus dem Alltag verbannt, die Gesetzgeber sind dabei, elementare Grundrechte zu kippen, die Familie wird angegriffen, das Leben des Menschen am Anfang und Ende zur Disposition gestellt, große Teile der Gesellschaft fallen zurück in esoterische Praktiken, die Kirche wird auf das Abstellgleis gestellt. Die Wahrheit wird durch einen Meinungsdruck niedergehalten.

Es gibt eine subtile Form, die Wahrheit niederzuhalten, wenn z. B. Menschen, die berufen sind, die Wahrheit im Namen und im Auftrag der Kirche zu verkünden, diesen Dienst verweigern. Es ist die Versuchung, nach Beliebtheit streben auf Kosten der Verkündigung, die Versuchung, sich aus Lauheit anpassen an den Zeitgeist, die Versuchung, die Wahrheit zu relativieren, um anzukommen, die Versuchung, auf die Akzeptanz zu schielen, als ob die Wahrheit von der Mehrheit gemacht würde, die Versuchung, nach Anerkennung zu streben und Irrtümern Raum zu geben. Dies kann so weit gehen, dass man den Bekennern in den Rücken fällt und einen geistlosen Funktionärsapparat verteidigt, um von den Medien gelobt zu werden. Es ist die Versuchung, sich selbst zu suchen und nicht die Wahrheit, ein Feind des Kreuzes zu werden.

Wir Christen haben Grund zu einem demütigen Selbstbewusstsein, dass uns hilft, besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt zu leben, ein Selbstbewusstsein, das getragen ist von der Erkenntnis, dass wir Kinder Gottes sein dürfen, die wissen, wer wir sind, woher sie kommen und wohin wir gehen, eine innere Stärke, die uns hilft, dem Gewissen zu folgen, dem Meinungsdruck zu widerstehen und die Freude am Glauben zu bewahren.

Maria Rast, dieses wunderbare Heiligtum, ist ein besonderer Ort. Hier wird jeden Mittwoch der Rosenkranz gebetet, wo die Beter mit Maria meditativ auf Christus blicken, hier kommen viele Jugendgruppen in das Gästehaus Maria Rast, um durch Exerzitien, Katechesen und die Beichte tiefer in die Glaubenswahrheiten einzudringen. Hier kommen wir jeden Samstag zusammen, um mit Maria bei IHM, beim Messias, bei dem zu sein, der die Wahrheit ist. Maria Rast ist ein Ort der Wahrheitssuche, ein Ort der Wahrheitsfindung, eben ein Heiligtum. Hier können wir mit und durch Maria bei IHM Rast finden, jene Ruhe und jenen Frieden, den die Welt nicht geben kann. Amen.

Predigt zum Fest der Hl. Anna und Hl. Joachim

Predigt zum „Großelterntag“
am Fest der Eltern der Gottesmutter Maria, Anna und Joachim 26. Juli 2014 in Maria Rast
(Ignaz Steinwender)
L: Sir 44,1,10-15; Spr 31,10-13,19-20,30-3; Ev: Mt 13,16-17

Liebe Gläubige! Liebe Verehrer der Gottesmutter in Maria Rast! Liebe Hörerfamilie von Radio Maria!Jesus hatte Großeltern
Jesus hat in seiner Menschwerdung auf vieles verzichtet, aber nicht auf eine Mutter, nicht auf Eltern. Jesus hatte sogar Großeltern, eben Anna und Joachim. Es ist Bestandteil der Menschwerdung, dass Gott zu einem konkreten Zeitpunkt, an einem konkreten Ort, durch eine Mutter in einem bestimmten Volk auf die Erde kam. Das lenkt unser Augenmerk auf die Familie, auf die Großfamilie und auf das Volk.
Dann hat Jesus eine neue Familie gegründet, Brüder, Schwestern, Menschen, die den Willen des Vaters tun. Die neue Familie ist gewachsen zu einer Großfamilie, zum neuen Volk Gottes, zur heiligen Kirche.

Selig, die IHN sehen und hören
Maria wurde selig gepriesen von Elisabeth, weil sie geglaubt hatte, was der Engel ihr sagen ließ, dass sie die Mutter des Herrn werde. Die heilige Anna hatte teil an dieser Seligkeit, in ihrem Schoß wurde Maria unbefleckt empfangen. Sie hat mit ihrem Mann Maria erzogen, Maria geführt und vorbereitet und heranwachsen lassen zu jener inneren Freiheit, in der sie später ihr Fiat, ihr „Mir geschehe“ zum Erzengel sprechen konnte, zu jener Freiheit, die sie befähigte, ihr Leben ganz in den Dienst des Herrn zu stellen. Die Jünger wurden vom Herrn selig gepriesen, weil sie IHN, den Herrn sahen, weil sie IHN, den Herrn hörten, etwas, das den Propheten trotz einer tiefen Sehnsucht nicht gegönnt war.

Jeder von uns ist hineingeboren in eine Familie, hat Eltern, Großeltern, Vorfahren, zugleich sind wir durch die Taufe hineingeboren in die Großfamilie der heiligen Kirche. Das heißt nicht weniger, als dass wir selig zu preisen sind. Wir dürfen IHN erkennen, wir dürfen mit IHM Gemeinschaft haben. Als Wesen von Seiner Art, als Kinder Gottes gehören wir zum neuen Volk Gottes. So sind wir heute auch versammelt als geistliche Familie, um den Gedenktag der heiligen Anna und Joachim zu feiern. Denn: Unser Christsein wirkt hinein in die Familie und zugleich ist die Familie berufen, eine Hauskirche, eine lebendige Zelle der Kirche zu sein.

Die Großeltern – ein Segen für die Familie
Dies ist ein Anlass, auch einmal ganz besonders an die Großeltern zu denken, zum einen dankbar dafür, dass wir sie haben oder gehabt haben und zum anderen, um sie liebend wertzuschätzen. Feiern wir heute einfach den Großelterntag.

Der Mensch ist klug und tut gut daran, wenn er seine Eltern und darüber hinaus auch die Großeltern achtet, schätzt, gelegentlich einen Rat einholt und ihnen zur Seite steht. Gleichzeitig sollen die Großeltern ermutigt werden, in der Familie den ihnen möglichen Beitrag zu leisten, ihre Verantwortung wahrzunehmen.
Sicher gilt es, den Jungen Freiraum zu gewähren, sich nicht einzumischen, sie nicht zu bevormunden. Großeltern können für die Familien immer ein Segen sein.

Sie können helfend einspringen, sie haben oft das Kostbarste, was Eltern nicht immer haben, Zeit für die Enkelkinder, sie können da sein im Gespräch, in seelischer Not helfen und ausgleichen. Sie können auch dort Verantwortung wahrnehmen, wo Eltern sich schwer tun, versagen oder nachlässig sind, besonders in der Vermittlung von Werten, in der Weitergabe des Glaubens.

Die Erziehung ist Sache der Eltern, auch die religiöse Erziehung. Trotzdem kann es Großeltern nicht gleichgültig sein, was zur Persönlichkeit der Kinder wesentlich hinzugehört. Es ist ein besonderer Segen, wenn Eltern in diesen Dingen die Hilfe von Großeltern in Anspruch nehmen.

Kardinal Sodano hat einmal in Bezug auf Albanien gesagt, dass es in der schwierigen Zeit der Verfolgung im Kommunismus vor allem die Großmütter waren, die den Glauben weitergetragen haben.

Heute wird der Glaube bei uns nicht verfolgt, aber der Wohlstand und die Oberflächlichkeit scheint, wie es unser Erzbischof bei seinem Besuch in der Pfarre jüngst sagte, noch bedrohlicher für den Glauben zu sein. Der Glaube und die Familie werden heute auf vielfache Weise untergraben.

Angesichts dieser Entwicklungen wird die Rolle von Großeltern noch bedeutsamer. Sicherlich gibt es viele Situationen, wo Großeltern nicht helfen können, es gibt Brüche in Familien oder der Dienst von Großeltern scheint nicht erwünscht zu sein.
In all diesen Situationen sollte auf einen Liebesdienst verwiesen werden, die immer möglich ist, und die wirksam ist, das Gebet. Wenn Großeltern ihre Zeit nützen, um für ihre Familien, die Enkel zu beten, dann ist das nicht eine bloße Ausflucht, auch nicht ein Ersatz, sondern ein in sich wertvoller, unverzichtbarer Liebesdienst, ein Dienst, der Segen bringt. Gott allein weiß, wann und wie durch diese Gebete Segen ausströmt.

Liebe Gläubige! Liebe Hörergemeinschaft von Radio Maria: Wenn wir heute die Heilige Anna und den Heiligen Joachim feiern, dann wollen wir es tun als Glieder des Volkes Gottes, als Menschen, die durch die Taufe sehend und hörend geworden sind. Wir wollen besonders für unsere Großeltern beten. Heute ist Großelterntag! Amen.

Predigt beim Bezirksbäuerinnentag

Predigt zum Bezirksbäuerinnentag in Zell am Ziller
Mi, 3. Fastenwoche, 26. März
L.: Dtn 4,1.5-9; Ev.: Mt 5,17-19
Ignaz SteinwenderLiebe Bäuerinnen! Liebe Ehrengäste!

Ich freue mich sehr, dass wir heute in dieser festlichen Weise den Bäuerinnentag mit einer Messe beginnen dürfen, dass ihr unsere schöne Pfarrkirche dafür ausgewählt habt. Es ist sinnvoll, wichtig, notwendig und gut, solche gemeinsame Tage abzuhalten.
Ich habe darüber nachgedacht, ob ich euch heute ein paar Worte mitgeben könnte. Dabei habe ich Erinnerungen aus meiner Kindheit am Bergbauerhof aufgefrischt, schöne Erlebnisse wieder ins Bewusstsein gerufen, Familienereignisse und auch kirchliche Feste und ich habe mit einer meiner Schwester, auch eine Ortsbäuerin über dieses Thema gesprochen.

Das Selbstverständnis der Bäuerin
Dabei kam mir die Frage in den Sinn. Woran denkt man spontan, wenn man das Wort Bäuerin hört? Da ist mir ein besonderes Wort eingefallen, nämlich das Wort Leben, der Dienst am Leben, die Freude am Leben. So möchte ich versuchen, an Hand dieses Wortes Leben ein mögliches Selbstverständnis der Bäuerin zu beschreiben.

Die Bäuerin hat in ihrer Tätigkeit in Landwirtschaft, Familie und Kirche in dreifacher Weise mit dem Leben zu tun, kann in dreifache Weise besonders lebensfördernd wirken.

Das Leben in und mit der Natur. Im bäuerlichen Betrieb lebt man in der Natur und mit der Natur. Von daher ist schon klar, dass die Landwirtschaft ein Fundament der Gesellschaft ist, das viel mehr Wertschätzung erfahren sollte. Heute wird mehr denn je der Wunsch immer lauter. Wir möchten gesunde Nahrungs- und Lebensmittel haben. Heute wird mehr den je vielen Menschen bewußt, dass die Natur eine Ordnung in sich hat, die der Mensch beachten muss. Die Natur, ihre Gesetze beachten, im Einklang damit zu arbeiten und zu leben, heißt daher, dem Leben und sich selbst dienen.Das Leben in und mit der Gesellschaft. Die Bäuerinnen leben nicht abgeschlossen, sondern in der Familie, in der Gesellschaft. Die Landwirtschaft insgesamt bildet eine Grundlage für die Gesellschaft, für die schon erwähnte Natur, die Kultur und eben auch durch die Familien und das Ineinander der Generationen. Die Familie ist die Keimzelle der menschlichen Gesellschaft, sie ist der Ort, wo das Leben heranwächst, sich entfaltet, auf die Gesellschaft ausstrahlt und in sie hineinwirkt.
Das Leben mit Gott. Wer in der Schöpfung und mit ihr arbeitet, der wird, wenn er vernünftig ist, an den denken, der alles trägt, an den Schöpfer, an Gott. Er trägt die ganze Schöpfung, er ist auch der Herr der Geschichte, aus ihm und in ihm leben wir. Wenn sich ein Mensch persönlich, im Gebet, in der Dankbarkeit und durch ein Leben nach Gottes Ordnung mit dem Schöpfer verbindet, dann wird das Leben in und mit der Natur, das Leben in Familie und Gesellschaft mit tieferem Sinn und Freude erfüllt.

Den Bäuerinnen ist das Leben anvertraut
Euch, liebe Bäuerinnen, ist das Leben in besonderer Weise anvertraut, das Leben in der Natur, das Leben in Familie und Gesellschaft und das Leben mit Gott. Sicher müssen wir heute auch erkennen, dass dieser große Auftrag nicht leicht ist, von vielen nicht in seiner Wertigkeit erkannt und geschätzt wird und dass gerade diese Kernbereiche umstritten sind oder sogar bekämpft werden.
Die Natur ist heute bedroht durch den Machbarkeitswahn des Menschen, durch die Versuchung, sich über ihre Gesetze hinwegzusetzen, während gleichzeitig die Sensibilität für das Natürliche wächst. Die Familie, als Fundament der Gesellschaft wird heute vielfach in Frage gestellt oder angegriffen, von politischen und weltanschaulichen Richtungen, durch verschiedene Lebenspraktiken und durch mangelnde Wertschätzung. Der Glaube wird heute mehr denn je angefochten, untergraben und droht zu schwinden.
Vor diesem Hintergrund sollten wir aber nicht ins Klagen verfallen, sondern gerade deswegen die Bedeutung und Größe dieser Aufgabe im Dienst am Leben erkennen, mit Freude und Zuversicht diese Herausforderungen angehen. Wir sollen auf die Schönheit dieser Aufgaben blicken und daran denken, dass es keine Alternative dazu gibt. Der größtmögliche Fortschritt im Leben, im Beruf und auch im Glauben ist der Dienst am Leben. Darin liegt mit Sicherheit die größte Erfüllung.

Die gläubige Sicht des Dienstes am Leben

Der Vortrag, den ihr heute hören werdet, hat das Thema: „Gesundheit kauft man nicht im Handel, sie liegt in deinem Lebenswandel.“ Wie mit der Gesundheit verhält es sich auch mit dem Leben. Niemand kann das Leben kaufen, es ist und bleibt ein Geschenk, man kann es dankbar annehmen, man kann viel beitragen, um es zu bewahren und zu entfalten. Aus der heutigen Tageslesung aus dem Buch Deuteronomium können wir drei wichtige Anregungen dafür mitnehmen.
Gott sagte damals dem Volk Israel und Mose: „Ihr werdet in das Land, das der Herr (…) euch gibt, hineinziehen“ Man spricht, wenn man über Israel redet, heute noch vom gelobten Land. Als gläubige Menschen dürfen auch unser Land als gelobtes Land betrachten, weil es unendlich schön ist, und weil er, Gott es uns gegeben hat, wird sind unmittelbare Diener Gottes in seinem Land, das er uns anvertraut hat. Das gibt uns die schönste Perspektive für unsere Arbeit.
Gott sagt dem Volk Israel: „Hört, und ihr werdet leben!“ Diese Worte haben eine ganz tiefe Bedeutung. Die Israeliten haben von Gott die Gebote bekommen und sie haben, wenigstens zeitweise, erkannt, dass diese Gesetze einmalig sind, dass diese Worte Gottes, wenn sie angenommen werden, eine formende Kraft haben, die den Menschen, die Familien, ein Volk in die Höhe bringen. Deshalb hieß es in der heutigen Lesung über die Gebote: „Ihr sollt auf sie achten und sie halten. Denn darin besteht eure Weisheit und eure Bildung in den Augen der Völker.“ Die Israeliten waren stolz auf die Gesetze und Weisungen des Herrn. So sollen jauch wir dankbar sein für das religiöse Erbe, für die Gebote, für unseren Glauben.
Ein drittes Wort, das Gott durch Mose den Israeliten sagt: „Jedoch (…), achte gut auf dich!“ Auch das ist ein Schlüsselwort. Wir sollen aus der Sicht des Glaubens manche Entwicklungen kritisch sehen und auf uns, auf unser Leben, auf unsere Familien, auf den Bauernstand und auf unser Glaubensleben achten. Wir sollen nicht naiv sein und die vielfältigen Bedrohungen übersehen, sondern mit innerer Klarheit und Festigkeit den Weg gehen und dem Leben dienen.

Wunsch für den Bäuerinnentag

So wünsche ich euch heute von ganzen Herzen, dass dieser Bäuerinnentag euch hilft, das Selbstverständnis als Bäuerin zu vertiefen, eure Gemeinschaft zu festigen, dass er euch hilft, ein gesundes Selbstbewusstsein zu stärken im dankbaren Dienst am Leben, im Hören auf Gott und im Achten auf euch selbst.

Im heutigen Evangelium hat Jesus gesagt, dass er nicht gekommen ist, das Gesetz und die Propheten aufzuheben, sondern um es zu erfüllen. Er hat gesagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Wenn wir Messe feiern, dann denken wir daran, dass wir ihm begegnen, dass wir nicht nur etwas vom Leben haben, sondern in ihm das Leben. Amen.











Predigt während der Israel-Reise 2014

Predigt in Magdala am 11. Februar 2014
in Magdala, Galiläa
(Hohelied 3,1-4; Joh. 20,1-18)
Ignaz Steinwender



Lieber Herr Erzbischof, liebe versammelte Pilger im Heiligen Land!
Unser Herr Erzbischof hat bei der ersten Messe von der Geographie der Heiligen Orte gesprochen. So sind wir auf dem Weg durch das Heilige Land heute in Magdala angelangt, einem Ort, der durch eine große Heilige, der Heiligen Maria Magdalena, eine tiefe Bedeutung hat. Prälat Reißmeier hat gestern auf dem Berg der Seligpreisungen die Aussage in den Raum gestellt, dass der Mensch glücklich werde, wenn sich erfüllt, was er will, um dann der Frage nachzugehen, was denn der Mensch wollen soll, damit er wirklich glücklich werde. So möchte ich heute diese Gedanken im Lichte der heutigen Lesungen und am Beispiel der Heiligen Maria Magdalena weiterführen.

Gerade an den heiligen Orten wird uns noch mehr bewusst, dass der Glaube auch Begegnung ist, vor allem ein Liebesverhältnis zwischen Verliebten, zwischen Braut und Bräutigam. Schon im Alten Testament wird dieses Verhältnis zwischen dem Gott Israels und seinem Volk wie ein Verhältnis zwischen Braut und Bräutigam dargestellt.

Die leidenschaftliche Suche Gottes nach dem Menschen
In der Lesung aus dem Buch Hohelied haben wir gehört von der Verliebten, die den sucht, den sie liebt, die nachts aufstehen will, um durch die Stadt zu streifen, und den zu finden, den sie liebt (Hohelied 3, 1f). Und an anderer Stelle spricht die Verliebte von ihm, dem Geliebten: „Sie da, er kommt. Er springt über die Berge, hüpft über die Hügel (…) draußen steht er (..) er blickt durch die Fenster, späht durch die Gitter. Der Geliebte spricht zu mir: Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, so komm doch! Denn vorbei ist der Winter.“ (Hohelied 2,8f)

Es ist ein Bild für Gott, der als Bräutigam um die Braut, um das Volk Gottes, um die Kirche, um die einzelne Seele wirbt, der uns aus der Stube des Winters in den Frühling des Glaubens locken möchte, ein Bild für Gott der uns aus der Glaubenskälte, aus dem Winter der Oberflächlichkeit und Lauheit in die Wärme der gläubigen Verliebtheit führen möchte. Die ganze Menschwerdung Christi, von Nazareth bis Betlehem, sein Wirken in Galiläa, die Berufung der Jünger, die Heilungen, die Wunder und das Lehren Jesu sind Bestandteil dieser Suche des Verliebten nach jeder einzelnen Seele. Die Suche Gottes wird deutlich in der hingebenden, schenkenden Liebe des Herrn, mit der er sich in sein Leiden begibt. Sie findet ihren höchsten Ausdruck in seinen Worten „mich dürstet“, die er am Kreuz spricht. Es dürstet ihn nach jeder einzelnen Menschenseele, die ER an sich ziehen möchte.

Maria Magdalena – eine Liebesgeschichte mit Gott
In diesem Lichte können wir auch die Gestalt Maria Magdalena betrachten, eine faszinierende Glaubens- und Liebesgeschichte, so faszinierend, wie es eben ist, Christ, oder sagen wir, katholisch zu sein. Maria Magdalena war sicher von der Suche nach Glück beseelt, von der Sehnsucht nach Erfüllung, die Gott in jedes Menschenherz gelegt hat. Aber sie hat zunächst das Glück am falschen Ort, abseits von Gott gesucht. Sie sündigte, und weil sie keine Erfüllung fand, sündigte sie noch mehr, aus den Sünden wurden sündige Gewohnheiten, Laster. Die Last wurde so noch größer, bis ihre Seele schließlich zur Wohnstätte von Dämonen wurde. In dieser Situation traf sie den Herrn, Jesus Christus. ER trieb sieben Dämonen aus ihr aus, schenkte ihr eine Umkehr und rief sie zu einem neuen Leben. Ihre Laster begannen sich Tugenden zu verwandeln, der Herr lenkte ihre Sehnsucht nach Fülle dorthin, wo die Quelle des Lebens ist, wo der Mensch wirklich Erfüllung findet. So gelangte sie zu einer leidenschaftlichen, hingebenden Liebe zum Meister und gehörte nun zu den Frauen, die Jesus folgten und ihn unterstützten mit allem, was sie hatten. So wurde sie begnadet, dem Herrn mit wenigen Getreuen im Leiden bis unter das Kreuz zu folgen. Und es war Maria Magdalena, die auserwählt wurde, als Erste dem auferstanden Herrn zu begegnen, Zeugin der Auferstehung zu werden.

Zunächst hatte Maria Magdalena den Auferstanden nicht erkannt, ihr Blick war durch die große Trauer getrübt. Der Herr öffnete ihren Blick, indem er sie beim Namen ansprach. Dann sagte er zu ihr: „Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen.“ Mit diesen Worten führte er sie noch einmal ein Stück weiter. Maria Magdalena darf Jesus nicht in der irdischen Weise festhalten, sondern sie wird auf die neue Ebene, auf die neue Seinsweise geführt. Jetzt entsteht die neue Beziehung in der neuen Ordnung, in der Ordnung der Erlösten, sie gehört nun ganz zur neuen Schöpfung, von der der Apostel Paulus sprechen wird. In dieser neuen Ordnung wird sie den Herrn im Glauben berühren und von IHM berührt werden.

Botschaft dieser Kirche und Maria Magdalenas an uns

Lieber Feiergemeinde! Die Lesungen und das Beispiel Maria Magdalenas erinnern uns daran, dass unser Leben eine Liebesgeschichte zwischen Gott und uns sein kann. Durch die Taufe hat uns der Herr als neue Schöpfung aufgenommen, durch jede Beichte wird uns diese Würde immer wieder neu geschenkt. ER berührt uns in den Sakramenten, an heiligen Orten, bei Begegnungen, damit unser Leben eine Antwort auf seine Liebe werden kann.

Kehren wir zurück zur Geographie der Heiligen Orte. Betrachten wir es als eine besondere Gnade, dass wir im Heiligen Land sein dürfen, öffnen wir unser Herz, damit er uns an verschiedenen Orten berühren kann. Denken wir daran, wenn wir jetzt Messe feiern, dass der Altar der heiligste Ort ist, weil ER, der Allerheiligste wirklich, wahrhaft und dem Wesen nach gegenwärtig wird.

Dieser Altar ist in Form eines Bootes ausgeführt. Er ist Symbol des Herrn und Seiner Kirche. ER hat uns durch die Taufe in dieses Boot geholt. Dieses Boot hat einen Mast in Kreuzform mit einem weißen Seidentuch als marianisches Zeichen. Dies kann uns daran erinnern, dass die Kirche durch Sein Kreuz und durch unsere Kreuzesnachfolge vorankommt, dass wir mit Maria, der Mutter Gottes Rückenwind haben.

Wenn ihr auf den Altar blickt, so könnt ihr gleichzeitig über den Altar hinausschauen in die Weite des Sees Genesareth. Denkt dabei an die Worte, die am Eingang dieser wunderschönen Kirche stehen: „Duc in altum.“ Es sind die Jesusworte an Petrus, die Johannes Paul der II. für die Enzyklika Novo Millennio ineunte als Leitsatz genommen hat: „Fahr hinaus auf den See. Dort werft Eure Netze zum Fang aus. (Lk 5,4).

Der Herr hat uns in sein Boot, in seine Kirche geholt. ER möge uns heute neu berühren, damit wir in der Kreuzesnachfolge hinausfahren können, als Geliebte und Liebende.

Predigt von Dekan Niederwieser am Penken

Zusammenfassung der Predigt von Dekan Niederwieser anlässlich der Einweihung der Granatkapelle zum seligen Engelbert am Penken

Bei der Einweihung der Granatkapelle zum seligen Engelbert Kolland am Penkenjoch formulierte Dekan Edi Niederwieser einige sehr tiefe Gedanken unter dem Motto „Vom Halbedelstein zum reinen Kristall werden durch Wandlung, durch das göttliche ‚werde’, durch ständigen beharrlichen Aufstieg zu den Höhen“.

Dekan Niederwiese ging zunächst von der biblischen Schöpfungsaussage „lasst uns den Menschen als unsere Abbild/Ebenbild schaffen“ aus und betonte die notwendige „stetige Umkehr und Erneuerung", die es dazu brauche.
Dazu braucht es den „Schliff“ mit der „kundigen Meisterhand“ Gottes. Beim Schliff wird Wasser eingesetzt. Da „geht der Rauch auf“. Da braucht der Schleifer auch einen Schutz für die Augen.
Daran knüpfte Dekan Niederwieser die Frage, welchen Schutz man heute verwende für die Verlockungen unserer Gesellschaft, welche Filter gegen die Verblendungen des „bösen“ Feindes, die Irrlichter des Lebens und den Staub, den die vielen ungelösten Probleme der Menschheit und unserer Gesellschaft aufwirbeln ….

Der Schliff tue auch weh, genauso wie das Beschneiden des Rebstocks, von dem der Herr gesagt hatte, dass ert notwendig sei um bleibende Frucht zu bringen. Das schmerzt manchmal sehr, aber dann komme die Freude über die wunderbare Frucht gelingenden Lebens, wachsender Heiligkeit, Freiheit und Weite ….

Jeder von uns, so Dekan Niederwieser, sei im Grunde ein Halbedelstein wie der Granat, der zu Hauf in den Zillertaler Alpen herumliege und erst geschliffen werden müsse, um zum vollen Glanz zu kommen.

Die Frage sei, ob wir uns on IHM (durch-) formen, also „schleifen“ lassen. Habe ich Angst davor, halte ich mich IHM hin mit einem grenzenlosen Vertrauen? Ich weiß: beim Schliff durch Gottes Hand fließen die klaren reinigenden Wasser der Gnade.

Dann, so Dekan Niederwieser, „steh’ ich da in der ‚freien’ Landschaft, ‚aufgerichtet’ wie der Granat in der Form des Oktaeders; bin ein Vorbild, ein ‚Zeichen’ … Licht auf dem Leuchter, Salz der Erde, Stadt auf dem Berg. ich werde ‚erkannt’ in meiner göttlichen Herkunft und Bestimmung, wie die Granatkapelle von weitem erkannt und bestaunt werden wird. Auch zum Widerspruch werde ich manchem werden, wie die außergewöhnliche Form der Kapelle“

Dekan Niederwieser schlsos mit den Worten: „Letztlich werden es die Christen-Menschen selber sein, die den ewigen Gott durchscheinen lassen wie der Selige Engelbert Kolland.“

Geburtstag des seligen Engelbert 2013

Predigt am 21. September in Maria Rast, Pfarre Zell am Ziller
Fest des Evangelisten Matthäus,
Geburtstag des seligen Engelbert Kolland,
Berufungstag von Papst Franziskus,
Erstmalige Präsentation des neuen Engelbert-Glasfensters in Maria Rast

Liebe Kinder! Liebe Gläubige!
Ich möchte heute mit euch ein bisschen nachdenken über dieses neue Glasfenster, das unseren seligen Engelbert Kolland, der am 21. September 1827 in Ramsau geboren ist, darstellt. Die Künstlerin, Frau Jutta Kiechl, hat sich sehr vieles dabei gedacht und ich möchte versuchen, einige Gedanken darzulegen.

Die Berufung des Evangelisten Matthäus

Im Evangelium haben wir gehört, wie Jesus den Zöllner Matthäus sah und zu ihm sagte: Folge mir nach. Matthäus stand auf und folgte ihm. Die meisten Leute haben damals den Matthäus nicht gemocht, weil er ein Zöllner war, der die Leute betrogen hat. Wie können wir erklären, dass diese Zöllner aufstand, alles liegen ließ, seine gute Stellung verließ und Jesus nachfolgte. Vielleicht können wir das so erklären. Jesus hat den Matthäus angesehen, aber nicht so wie viele Leute damals. Jesus hat zwar gesehen, dass er ein Betrüger war, aber er hat tiefer in das Herz dieses Mannes geblickt. Er hat gesehen, dass dieser Mann eine große Sehnsucht hatte, geliebt zu werden und selbst lieben zu können, dass er eigentlich gut sein wollte. Dieser Blick Jesu hat den Matthäus wie ein Lichtstrahl getroffen, so ähnlich wie dieses Licht auf dem Engelbertfenster. Von da an war für Matthäus klar, dem muss ich folgen, das ist mein Glück und mein Ziel.

Die Berufung von Papst Franziskus

Unterhalb dieses Engelbertfensters, wo vorher der Beichtstuhl stand, ist ein Bild von Papst Franziskus. Bevor ich euch erzähle, wie Jesus diesen Papst gerufen hat, möchte ich euch noch eine Begebenheit erzählen. Ich war einmal auf dem Gerlosberg und habe mit den Schülern darüber gesprochen, wie streng das Beichtgeheimnis ist. Dabei habe ich auch erwähnt, dass ich ohnehin alles schnell vergesse. Ein Schüler fragte mich, warum ich die Sünden so schnell vergesse. Ich antwortete: Weil die Sünden so langweilig sind, es ist immer das gleich, streiten, lügen, schlecht reden usw. Die Sünden sind das langweiligste, während die Liebe, die Heiligkeit, wie wir an diesem Bild sehen, am spannendsten, am schönsten ist und am meisten Freude bereitet. Nun aber zum Papst. An einem 21. September, höchstwahrscheinlich genau vor 60 Jahren, da ging der junge Chemiestudent Georges Bergoglio durch eine Straße in Burenos Aires, es war Frühlingsbeginn, der Tag der Studenten. Er ging in eine Kirche hinein, die dem Heiligen Josef geweiht war. Dort sah er einen Priester, der in einen Beichtstuhl ging, um den Menschen die Versöhnung mit Gott anzubieten, genauso wie heute unser Kooperator im Beichtstuhl da drüben sitzt und wartet, bis jemand kommt, um alles bei ihm abzuladen. Der junge spürte irgendwie, dass jetzt die Gelegenheit da war, seine Seele zu reinigen, allen Mist wegzuräumen und ging hinein und beichtete. Da geschah das Wunder, das bei jeder Beichte geschieht. Jesus hat ihm durch den Priester geben. Aber diesmal geschah noch etwas. Jesus hat ihm noch eine Draufgabe geschenkt. Der Junge Mann spürte plötzlich in seinem Herzen, dass Jesus ihn zum Priester haben möchte. Und erfolgte ihm nach. Ohne diese Beichte hätten wir heute keinen Papst Franziskus.

Die Berufung des seligen Engelbert Kolland

Und wie war das mit dem seligen Engelbert Kolland. Der Franziskanerpater Gottfried Egger hat viel über das Leben unseres Seligen nachgeforscht und in einem Buch geschrieben, dass der selige Engelbert als Student in Salzburg oft in die Franziskanerkirche in Salzburg, die der Mutter Gottes geweiht ist, ging, um dort zu beten. Bei so einem Gebet dürfte er plötzlich gespürt haben, dass Jesus ihn ruft, ein Nachfolger des Heiligen Franziskus, ein Franziskaner zu werden. Und der Engelbert, der damals noch Michael hieß, ist diesem Ruf gefolgt.
Oft habe ich darüber nachgedacht, wie es zu dieser Berufung kam und es ist mir ein besonderer Gedanken gekommen. Vielleicht hat diese Berufung schon viel früher seinen Anfang genommen. Viele wissen schon, das die Eltern vom seligen Engelbert im 1837 in die Steiermark ausgewandert sind. Weil es damals sehr schwierig war, konnten sie zwei Buben, den Florian und den Engelbert, nicht mitnehmen. Ihr musste euch das vorstellen, die beiden Buben waren in Ramsau ohne Mamma und ohne Papa. Aber es gab damals eine sehr gute und fromme Frau, die hat Garber Moidl geheißen, die hat sich dieser Buben angenommen. Sie hat dafür gesort, dass sie etwas zu Essen und zum Anziehen hatte und sie hat ihnen das größte gegeben, was es gibt, sie hat in diesen Buben den Glauben vermittelt, sie hat mit ihnen gebetet, so ähnlich wie die Großmutter von Papst Franziskus oft mit diesem gebetet hat. Wir dürfen ganz sicher annehmen, dass die Garber Moidl, wie es damals selbstverständlich und für viele Zillertaler auch heute noch selbstverständlich ist, mit dem Buben oft zu Fuß nach Maria Rast gegangen ist, um hier an diesem Gnadenort zu beten. Vielleicht hat sie hier den Buben gesagt: Eure Eltern sind weit weg, aber ich bin ja für euch hat und sie hat vielleicht auf die Mutter Gottes gingezeigt und ihnen gesagt. Da ist eure Mutter im Himmel. Und ich denke mir und bin mir sogar ganz gewiß, dass damals schon, wie es auf unserem Bild sichtbar ist, ein großen Licht in das Herz der Kollandbuben gefallen ist, ein Licht, das später zur Priesterberufung geführt hat.
Natürlich könnten wir uns jetzt fragen, wie war es denn möglich, dass aus dem Buben Michael ein seliger Engelbert wurde. Die Antwort ist ganz einfach. Er wollte es, die Garber Moidl und andere haben für ihn gebetet und alles andere hat der liebe Gott gelenkt.

Unsere Berufung

Liebe Kinder! Liebe Gläubige! Wenn wir jetzt diese Engelbertbild genau betrachten, dann sehen wir, wie er mit ausgestreckten Armen betet. Er schaut zu Gott hinauf und er schaut ein bisschen hinüber zum Hochalter, zur Mutter Gottes. Die Gelbe Farbe zeigt uns: Durch sein Gebet strömt das Licht der Gnade, die Heiligkeit, der Heilige Geist auf ihn herein und dringt durch bis zu seinem Herz. Dann kommt die blaue Farbe, diese weist uns hin auf das Himmlische und auf Maria. Durch das Gebet mit Maria – wir sehen oben im Bild den Rosenkranz – kommt Gott in unser Leben, in unsere Welt herein.
So möchte ich euch heute ganz direkt fragen. Habt ihr auch schon einmal ein Erlebnis gehabt, wo ihr deutlich gespürt habt, dass das Licht Gottes in euer Herz dringt?
Jeder von uns hat mit Sicherheit schon einmal so eine Berufung gehabt, nämlich bei der Taufe. Bei der Taufe hat Jesus jeden von uns schon gerufen, dass wir heilig werden.
Jetzt komme ich zurück zum Anfang. Die Heiligkeit ist das Schönste, das Spannendste, das, was am meisten Freude bereitet. Jeder von uns kann wirklich heilig werden, wenn er will, wenn er betet und wenn andere für ihn beten. Dann macht Gottes es möglich.
So lehrt uns der selige Engelbert durch dieses Bild: Betet und lasst euch in das Licht Gottes, in seine Heiligkeit hineinziehen. Amen.

Predigt für Radio Maria am 31.8.

Predigt in Maria Rast, Hainzenberg
Radio Maria; Sa, 31. August 2013, Sa. 21. Woche


Jesus erzählte seinen Jüngern ein Gleichnis, das Gleichnis von den Talenten. Was sagt er uns heute damit?

Was ist mit den Talenten gemeint? Geht es etwa darum, dass diejenigen, die sich mehr schaffen, noch mehr kriegen und die Armen leer ausgehen? Genau das, was manchen so aufstößt?

Was sind Talente? Wann sind sie wirklich Talente?
Es gibt viele Talente, die wir haben, wenn wir diesen Begriff weit auslegen und sagen, Anlagen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Begabungen, und vor allem auch geistliche Talente, die göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe, die Kardinaltugenden, die Klugheit, die Gerechtigkeit, die Tapferkeit und das Maß und viele andere. Talente, die man hat, erwirbt, wieder verlieren oder andererseits eben vertiefen und vermehren kann.
Damit es Talente im eigentlichen Sinne des Evangeliums sind oder werden, sollen wir zwei Dinge beachten,
Erstens sollen wir als Christen immer bedenken dass uns all diese Dinge, eben auch Talente allein von Gott geschenkt sind. Wenn wir das erkennen, dann werden ein zweites erkennen. Talente sind Gaben, die uns zur Aufgabe werden. Diese Geschenke Gottes sind uns gegeben, damit sie anderen nützen, damit wir sie vermehren, d. h. auch damit wir sie in seinem Dienste gebrauchen. Wird sind gerufen, diese Talente für den Herrn einzusetzen.

Talente sind Geschenke, die wir vermehren sollten
Talente sind Geschenke, der eine hat diese bekommen, der andere jene, der eine mehrere, der andere weniger. Wenn wir den Geschenkcharakter der Talente erkennen, dann spielt es keine Rolle, ob wir viele oder weniger, diese oder jene haben, es sind ja Gaben von Ihm. Wichtig ist nur, dass wir sie erkennen und nützen.

Der Herr erwartet von uns, dass wir seine Talente vermehren. Es geht nicht nur darum, dass wir fleißig anstatt faul sind, denn, der Widersacher zum Beispiel ist ja auch fleißig, so fleißig, dass er nicht einmal schläft, wie ein Sprichwort sagt. Der Widersacher ist fleißig für ein falsches Ziel, weil er weiß, dass seine Zeit abläuft, wir Christen sollen fleißig sein, weil wir wissen, dass die ewige Fülle auf uns wartet, wenn wir uns darauf zubewegen.
Paulus ermuntert die Thessalonicher, noch vollkommener zu werden, z. B. in der Bruderliebe.

Wer hat, dem wird dazugegeben
Für manche Ohren klingt es vielleicht seltsam. Wenn Jesus im Blick auf den einen Diener, der das Talent vergraben hat, im Blick das Gericht sagt, wer hat, dem wird dazugegeben, wer nicht hat, dem wird auch das noch weggenommen, was er hat. Gott ist kein Gleichmacher. Er richtet sich sicher nicht nach unseren oft vom Neid bestimmten Gleichheitsprinzipien. Gott beschenkt uns und will aber zugleich unser Mitwirken mit seiner Gnade, er beteiligt uns am Heil. Er will uns ermutigen, die Angst beiseite zu lassen und sich auf ihn einzulassen. Wer sich auf Gott einlässt, der wird vieles dazubekommen, er wird wachsen in vielen Tugenden, er wird neue Tiefen des Lebens erkennen, er wird innerlich reicher, und das eigentliche, was der Herr dazugibt, ist der ewige Lohn.
In der Taufe bekommen wir z. B. die göttlichen Tugenden, Glaube, Hoffnung und Liebe eingegossen, jeder bekommt sie. Und wir haben zwei Möglichkeiten. Wir können diese Tugenden im Alltag leben, wir können sie vertiefen, dann werden sie mehr. So sind wir gerufen, z. B. durch die Sonntagsmesse diese Geschenke ständig zu erneuern, durch ein Gebetsleben sie zu vertiefen und durch die christliche Lebensgestaltung im Alltag zu leben. Drei einfache Gedanken dazu.

Einige Talente
Um wirklich zu glauben, braucht es z. B. eine persönliche Gottesbeziehung, diese entsteht, wenn man regelmäßig betet, so, dass man mit Gott spricht.
Es gibt Leute, die beten jeden Tag einen Rosenkranz, gemeinsam oder allein, vielleicht beim Autofahren oder wenn sie zu Fuß unterwegs sind, oder mit Radio Maria. Das ist nichts Außergewöhnliches. Im Gegenteil, wenn jemand erkennt, dass Beten, d. h. doch sprechen mit Gott ein Talent ist, dann ist es doch eine große Freude und Erfüllung, wenn man das jeden Tag tun kann. Vieles andere wird dadurch leichter, man wird optimistischer, man hilft damit denen, für die man betet, man wird widerstandfähiger gegen Versuchungen, man wird freier und entdeckt vielleicht viele andere Talente, die man vorher gar nicht gesehen hat.

Ein anderes Beispiel, liebe Gläubige. Die gewöhnliche, einfache Arbeit kann ein Talent werden. Wenn wir die Arbeit zuerst für den Herrn tun, und sei es die einfachste, gewöhnliche tägliche Arbeit, dann wird sie zum Talent, dann wird sie wertvoll, dann wird der Alltag hell. Die kleine Theresia sagte einmal sinngemäß: Wenn Sie eine Stecknadel aus Liebe aufheben, können Sie damit einen Sünder bekehren.

Abschließend noch ein Gedanke: Im Leben gibt es auch oft Schwierigkeiten, Hindernisse, Dinge, die anders kommen als wir möchten, eben auch Leiden. Sogar diese Dinge können zum Talent werden, wenn wir sie annehmen und Gott übergeben. Erstens werden diese Dinge dann leichter, zweitens wird damit ein geistliches Kapital in die Welt gesetzt für die ganze Kirche fruchtbar, und drittens können dadurch andere Talente in uns wachsen, der Glaube wird tiefer, die Geduld wird größer, die Liebe wird reiner und vieles mehr.

Liebe Gläubige, der Erzengel Gabriel hat Maria mit den Worten begrüßt: Fürchte dich nicht. Wir sollen uns nicht fürchten, sondern uns auf Gott einlassen, ganze Christen werden, denn er will uns nur beschenken, je mehr wir annehmen, desto mehr gibt ER dazu.
Maria, die am reichsten Beschenkte, die voll der Gnade war, möchte uns helfen, alle Furcht zu überwinden und teilzuhaben an der Freude des Herrn. Jetzt wollen wir in der Heiligen Messe schon in vorläufiger Weise an der Freude des Herrn teilhaben. Amen.

Predigt bei der Herz-Jesu-Wallfahrt in Hall

Herz-Jesu-Wallfahrt in der Herz-Jesu-Basilika
Hall in Tirol, am 24. August 2013
(Ez 34,11-16; Röm 5,5b-11, Lk 15,3-7)

Liebe Mitbrüder, ehrwürdige Schwestern, liebe Gläubige!Wenn wir jetzt diese Herz-Jesu-Wallfahrermesse feiern, dann tun wir hier an einem besonderen, an einem heiligen Orte, in der Herz-Jesu-Basilika, an einem Ort, dessen Geschichte eng mit der Herz-Jesu-Verehrung verbunden ist und an einem Ort, der besonders geheiligt ist durch die ewige Anbetung, ein Ort wo die Töchter des Herzens Jesu Tag und Nacht vor dem Herrn sind, betrachtend, anbetend, die Tür zu Gott, die Tür zum Himmel offen haltend.

Wir feiern diese Wallfahrt heute in einer sehr bewegten Zeit. Vieles ist im Umbruch, im Abbruch oder im Auseinanderbrechen oder auch schon verborgen im Aufbruch; und wir fragen uns: Was sagt uns der Blick auf das Herz Jesu heute.

Das Herz, Mitte der Person
Wenn wir von einem Menschen sprechen, von seinem Inneren, von seinem Wesen, von dem, was den Menschen ausmacht, dann sprechen wir vom Herz. Wir sprechen z. B. von einem weichen Herz, einem guten Herz, oder von einem harten, steinernen Herz, oder auch von einem verwundeten, zerbrochenen Herzen. Und es ist einfach klar, wenn wir einen Menschen wirklich kennenlernen möchten, dann geht das nur über das Herz, dann müssen wir auf das Herz blicken.

Und so ist es auch mit Gott. Wenn wir Gott wirklich kennen möchten, wenn wir das Wesen Gottes irgendwie erfassen möchten, dann wird das möglich, wenn wir auf Sein Herz blicken. Die heutigen Lesungen vom Herz-Jesu Fest helfen uns, diesen Blick auf Gott zu schärfen.

Der gute Hirte – das Herz JesuWenn Jesus im Lukasevangelium von einem spricht, der hundert Schafe, hat, dann meint er den guten Hirten und weist hin auf drei Wesensmerkmale des guten Hirten, drei Wesensmerkmale, die wir im Blick auf sein Herz tiefer erkennen können.

Das erste Merkmal: Er geht dem einen, verlorenen Schaf nach, bis er es findet. In dieser kurzen Aussage können wir die ganze Menschenwerdung Christi hineinlegen. Er, Gott, sendet seinen Sohn, Christus wird Mensch, um jedem Einzelnen von uns nachzugehen, er steigt herab in die Armut, in die Not des Menschen, sogar bis zur Gottverlassenheit. In diesem Nachgehen geht er bis zum Äußersten, er nimm alles in Kauf, die Ablehnung, das Ringen am Ölberg, den Kreuzweg, bis hin zu der Aussage am Kreuz: Mich dürstet. Es dürstet ihn nach jeder Menschenseele, die er heimbringen möchte zum Vater. Der Lanzenstich des Soldaten in seine Seite, wie es uns der Evangelist Johannes berichtet, führt dazu, dass Blut und Wasser aus seiner Seite hervorfließen. Dies bedeutet: Jetzt wird, wie Paulus in der Lesung sagte, die Liebe Gottes ausgegossen in die Herzen der Menschen. Sie wird ausgegossen durch den Heiligen Geist, durch die Kirche, durch die Sakramente der Kirche. Das Suchen Gottes und Finden der Menschen geht weiter, weil die Menschwerdung Christi fortgesetzt wird durch die Kirche und ihre Sakramente. Wir leben eben in der Endzeit, in einer Zeit der Gnade, wo wir umkehren dürfen, wo wir uns hinwenden dürfen, wo wir uns vom guten Hirten finden lassen dürfen. Als Kirche, als Getaufte sind wir als von ihm Gerufene hinein genommen in diese Suche nach jedem Einzelnen.

Das zweite Merkmal: Der gute Hirte nimmt das wiedergefundene Schaf auf seine Schulter, er trägt es, um es nach Hause zu bringen. Christus trägt uns, er trägt die Kirche auf ihrem Weg durch die Zeit, um uns Menschen nach Hause zu bringen zum Vater in die Ewigkeit. Mit Worten des Propheten Ezechiel heißt es, ich werde meine Schafe auf die Weide führen. Ich werde sie ruhen lassen. Am Herzen Christi findet der Mensch wirklich Ruhe. Deshalb sagt der Heilige Augustinus: Unruhig ist mein Herz, bis es ruht in Dir.

Das dritte Merkmal des guten Hirten: Er nimmt das Schaf voll Freude auf die Schulter. Im Himmel herrscht über einen Sünder, der umkehrt, mehr Freude als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren. Das wiedergefundene Schaf ist die Freude des Hirten. Und umgekehrt: Der Hirte, der Herr ist die Freude des gefundenen Schafes. Die Freude am Herrn ist unsere Stärke.

Die verlorene Mitte wieder finden, zum Herz zurückkehrenDas Herz ist die Mitte der Person. Vom Herzen aus kann die ganze Person des Menschen geformt werden, sein Wesen seine Gestalt annehmen, zur Fülle heranreifen. Und das Herz des Menschen kann in dem Maß erfüllend sein, in dem es von Gott erfüllt wird, vom liebenden, barmherzigen Gott.
Der Mensch, der sich Gott verschließt, füllt sein Herz notwendigerweise mit Götzen an, er hängt es an vergängliche Dinge, verschließt sich in sich selbst, das Herz wird verwundet, hart oder es zerbricht.
Wenn der Mensch sich von Gott emanzipiert und sich selbst zur Mitte mach, dann verliert er gerade dadurch seine Mitte, in einer angeblichen Freiheit von Gott wird er zum Sklaven der verabsolutierten Vernunft, der Gier nach Sinnlichkeit, Macht und Ehre, zum Sklaven seines Ego.
Die Geschichte der Neuzeit ist auch eine Geschichte der Emanzipation von Gott, viele Strömungen und Ideologien haben Gott in die Ferne gerückt, der neuzeitliche Mensch scheint selbstbewusster geworden zu sein, aber er hat sich selbst relativiert, er steht selbstbewusster auf einem Boden, der brüchig geworden ist. Er wird von den Wellen der Mode, von vielen Zeitströmungen hin- und her gerissen, wie Papst Benedikt XVI. sinngemäß einmal sagte.
Zugleich aber hat in dieser Zeit die Herz-Jesu Verehrung in vielen Bereichen besondere Gestalt angenommen. Die Geschichte dieser Spiritualität sieht wie eine Antwort des Heiligen Geistes auf viele Strömungen der Zeit an.
Die Herz-Jesu Verehrung, die natürlich bereits auf die Apostel zurückgeht, im Mittelalter in der Herz-Jesu Mystik eine tiefe Ausfaltung fand, hat in der Neuzeit besondere Formen angenommen.
Gerade in Tirol ist die Herz-Jesu Verehrung eng verknüpft mit der Geschichte des Landes, auf die ich hier nicht näher eingehen kann. Vor allem die Jesuiten haben in ihren Bemühungen, den Glauben zu erneuern, die Herz-Jesu Verehrung gefördert.
Ein Beispiel möge uns zeigen, wir wirksam die Herz-Jesu Verehrung ist zur Wiederauffindung der Mitte.

Das Beispiel des Heiligen Petrus Canisius
Im Jahre 1549 erhielt des Jesuit Petrus Canisius von seinem Ordensvater Ignatius den Auftrag, nach Deutschland zu gehen und sich der katholischen Reform anzunehmen. Damals lag das Glaubensleben durch vergangene Entwicklungen und die Verwirrungen der Reformation sprichwörtlich darnieder. Es gab Diözesen, in denen es jahrelang keine Priesterweihen hab, die Lauheit war verbreitet, das Glaubenswissen großteils verdunstet, man glaubte damals, dass das Gebiet nördlich der Alpen für den katholischen Glauben verloren sei.
Petrus Canisius wusste, dass der Auftrag, den er erhalten hatte, menschlich gesehen unmöglich war, aber als echter Jesuit hatte er das Bewusstsein, dass für Gott nichts unmöglich ist. Im Gehorsam gegenüber dem Papst, der seine Sendung segnete, machte er sich auf den Weg und ging zuvor in die Peterskirche in Rom zum Sakramentsaltar, um die Hilfe Gottes zu erflehen. Dort hatte er eine Herz-Jesu Vision. Jesus selbst erschien ihm, zeigt ihm das liebesglühende, verwundete Herz und stärkte ihn für seine übermenschliche Aufgabe mit den Ganden seines heiligsten Herzens. Canisius schrieb später darüber:
Da hast Du mir, o Herr, in Deiner heiligsten Brust gleichsam Dein Herz geöffnet, das ich nahe vor mir schaute, Du hießest mich, aus diesem Borne trinken. Ich sollte Wasser des Heiles aus Deinen Quellen schöpfen. Ich wagte es, an Dein hochheiliges Herz heranzutreten und meinen Durst aus ihm zu stillen. Daraufhin versprachst Du mir ein Gewand, das meine nachte Seele bedecken sollte: Liebe, Friede und Beharrlichkeit.“
So ging dieser mutige Apostel nach Deutschland, ausgerüstet mit einer glühenden Liebe, entzündet am Heiligsten Herzen Jesu, mit einem inneren Frieden, der von Gott kommt und mit einer aus der Liebe und dem Frieden kommenden Beharrlichkeit, die allem standhält. Er begann, unermüdlich für das Reich Gottes zu arbeiten, auch in Innsbruck und in Hall hat er gewirkt und vieles bewirkt. Vor allem versuchte Petrus Canisius, den Menschen wieder in großer Klarheit die einfachen Glaubenswahrheiten nahezubringen. Gerade dadurch führte der die Menschen über die Glaubenswahrheit und ein tieferes Verständnis der Sakramente wieder zur Mitte des Glaubens, zur Quelle des Heiles.

Jetzt zur Mitte gehen, Messe feiern
Wenn wir jetzt, liebe Wallfahrer, die Heilige Messe feiern, dann treten wir in die Mitte unseres Glaubens ein. Hier ist der Ort, wo wir schon, in einer vorläufigen Weise, am Herzen des Meisters ruhen. Hier sind wir von ihm Gefundene, Erwählte und Getragene. Hier werden auch wir bekleidet mit dem Gewand der Liebe, des Friedens und der Beharrlichkeit.
Lassen wir uns jetzt durch diese Feier hineinziehen in die Liebesgemeinschaft mit dem Herrn, in die Geborgenheit seines Herzens. Amen.













mehr

Predigt zum Patrozinium in Maria Rast

Patroziniumsgottesdienst und Wetteramt für Hainzenberg
in der Wallfahrtskirche Maria Rast
am Fest Mariä Heimsuchung

Einleitung
Liebe Hainzenberger! Liebe Gläubige aus nah und fern, liebe Hörerfamilie von Radio Maria!
Wir haben uns jetzt eingefunden, um heute hier in Maria Rast das Patrozinium Mariä
Heimsuchung und den Wettergottesdienst zu feiern.
Der Inhalt des heutigen Festes ist die Begegnung Marias mit Elisabeth, die eine Begegnung
mit dem Herrn wird. So sind auch wir gekommen, um mit Maria dem Herrn zu begegnen.
Ich möchte den Chor Magnificat unter der Leitung von Elisabeth Kröll begrüßen. Die
Begegnung von Maria und Elisabeth führte zum Magnificat, zum Lobpreis. Der Lobpreis ist
Spiritualität des Chors Magnificat, der heute seinen Namenstag feiert. So wollen wir nun alle
zusammen in diesen Lobpreis Gottes als feiernde Gemeinde eintreten bzw. uns hineinführen
lassen.


Predigt
Liebe Gläubige!
Lassen wir jetzt das Wort Gottes in unseren Geist hereinwirken, lassen wir uns von Maria in
die Festfreude des Patroziniums, in die Freude der Begegnung miteinander in Gott.
Drei Schritte Marias
Im heutigen Evangelium erkennen wir mehrere Tätigkeiten Maria, drei seien hier kurz
erwähnt.
Erstens: Maria machte sich auf den Weg, sie eilte zu Elisabeth. Sie machte sich auf den Weg,
um Elisabeth zu helfen, um ihr beizustehen. Sie machte sich auf den Weg, weil sie von der
Liebe bewegt wurde. Sie eilte in das Bergland. Sie hatte es eilig, weil sie eine große Freude
im Herzen trug, die mitzuteilen es sie drängte.
Zweitens: Maria brachte Jesus zu Elisabeth. Schon vor der Geburt in Betlehem sollte
Elisabeth das größte Geschenk erfahren, das es auf Erden gibt, Jesus, dem Herrn zu begegnen.
Drittens: Diese Begegnung mündet hinein in den Lobpreis Gottes. Elisabeth preist Maria
selig, Maria gibt den Lobpreis an Gott weiter. Sie ist ganz erfüllt von Gott, eben voll der
Gnade. Deshalb ist ihr Lobpreis ein reiner Lobpreis, ein ganzes Lob, sie selbst ist mit Leib
und Seele ein Lobpreis.
Auf den Spuren Marias
Maria hilft uns, dass auch wir selbst auf ihren Spuren wandeln, dass wir hineintreten in ihre
Haltung, in ihr Tun, in ihren Lobpreis.
Auch wir sind berufen, uns auf den Weg zu machen, auf den Weg des Glaubens, der uns
drängt, anderen zu helfen. Wir sollen uns von der Liebe bewegen lassen, wir sollen es eilig
haben, mit dem Glauben ernst zu machen, die Gebote zu beachten, die Freundschaft mit Gott
zu suchen, zu pflegen und zu vertiefen.
wir sind auch berufen, Gott zu den Menschen zu bringen, als Verkünder, als Eltern, Als
Großeltern, als Verwandte, als Lehrer, als Nachbarn, als Arbeitskollegen, durch unsere
Gedanken und Gebete, durch Worte und Taten der Liebe. Das größte Geschenk, das wir
jemandem machen können ist, wenn wir ihm Gott bringen, wenn wir jemandem helfen,
Zugang zu Gott zu finden, indem wir ihm den Weg öffnen helfen für ein Gebetsleben, für eine
vertiefte Feier des Gottesdienstes, für die Erkenntnis von Glaubenswahrheiten.
Wir sind auch berufen, und das unsere höchste und eigentliche Berufung, in den Lobpreis
Mariens einzutreten, mit Maria und wie Maria die Größe Gottes zu preisen und dadurch selig
zu werden.
Das Gebet um ein gutes Wetter
In Maria Rast verbinden wir das Patrozinium mit dem „Wettergottesdienst für Hainzenberg“,
mit dem Gebet für ein gutes Wetter.
Es hat einen tiefen Sinn, wenn wir in einer guten katholischen Tradition in Gottesdiensten
auch um ein gutes Wetter und um Bewahrung vor Katastrophen bitten und die Priester
regelmäßig auch den Wettersegen erteilen. Das wird uns in Zeiten wie diesen, wo sich
Katastrophen häufen, noch mehr bewusst.
Dieses Gebet hat einen Sinn, weil wir wissen, dass Gott der Schöpfer auch Herr über die
Naturgewalten ist. Diese Gebete sind wertvoll und wirksam, wenn sie sich mit dem
ernsthaften Streben verbinden, in der Ordnung Gottes leben zu wollen.
Denn: Die Heilige Schrift sagt uns an vielen Stellen, dass es einen Zusammenhang gibt
zwischen der Ordnung der Natur und der geistigen Ordnung. So wird schon im
Schöpfungsbericht der Bibel auf die Auswirkungen des Sündenfalles -mit dem Verlust des
Paradieses – für die ganze Schöpfung hingewiesen. Der Apostel Paulus schreibt im
Römerbrief, dass die ganze Schöpfung seufzt und auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes
harrt. In Jesu Worten in Evangelien und in Apokalypse ist die Rede von der Erschütterung
kosmischer Kräfte.
Die Kirchenlehrerin Hildegard von Bingen hat mit ihrer Sehergabe erkannt, dass die geistige
Unordnung der Menschen auch die kosmischen Kräfte in Unordnung bringt. Deswegen kann
es auch sein, dass uns die Natur mit manchen Erschütterungen einen Spiegel vor Augen hält
und uns sagt: Ihr Menschen, gebt acht, kehrt zurück zur geistigen Ordnung, kehrt zurück zu
Gott, zu euch selbst und zur Ordnung der Natur. Wenn ihr die Allmacht des Schöpfers und
eure eigene Geschöpflichkeit erkennt, dann werdet ihr heil werden, das rechte Maß finden und
teilhaben an lebensschaffenden Kraft des liebenden Gottes.
Die Heilige Hildegard sagt, wie es unser Herr Erzbischof im Fastenhirtenbrief 2011 zitiert hat,
dass vom Herzen des Menschen ein Weg zu den Bau- und Schaltstellen von Kosmos und
Geschichte führt. „Wenn der Mensch“ – so sagt die Heilige Hildegard – „sein Herz Gott
öffnet und es dadurch licht macht, dann wird alles grünen, was dürre ist. Korn und Wein
wachsen durch diese geheime Kraft.“
Deswegen, liebe Gläubige: Jeder kleinste Gedanke der Liebe, jede gute Tat, jedes Gebet
schafft eine Wirklichkeit im Kosmos, hat Auswirkungen auf den Verlauf der Geschichte der
Welt. Der Mensch, der sich mit Gott verbindet, sitzt an den Schalthebeln des Kosmos, der
Weltgeschichte. Die Beter und jene Menschen, die ihr Leid mit Christus im Gebet verbinden
und der aktiven lärmenden Welt zumeist verborgen bleiben, sind in Wirklichkeit die
„mächtigsten Menschen der Welt“.
Dank für die Gnadenstätte und Eintritt in den Lobpreis
Kehren wir zurück zum Patrozinium. Danken wir heute Gott dafür, dass wir hier in Maria
Rast einen Ort der Gnade haben, einen Ort, wo jeden Samstag in der Früh in der Messe der
Lobpreis erklingt, wo jeden Mittwoch stille Beter sich mit Gott vereinigen, dass wir hier einen
Ort haben, wo viele Menschen herkommen, um wieder ganz bei Gott und bei sich
einzukehren, um in IHM die Ruhe und Ordnung wiederzufinden.
Danken wir Gott für Maria Rast, für dieses „Machtzentrum der Liebe Gottes“. Hier dürfen wir
aus ganzer Seele das Höchste tun, wozu der Mensch fähig ist, Gott lobpreisen. Denn, liebe
Gläubige: Gott ist unendlich groß, er hat an jedem von uns Großes getan, und er tut weiter
Großes an uns, jetzt, in diesem Moment, in dieser Messe, an diesem Ort, in jedem Herz, das
jetzt dabei ist, hier oder an den Radiogeräten, und er tut es immer wieder.
Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott meinen Retter!
Amen.


Fürbitten
Auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria wollen wir Christus, den Herrn bitten:
1) Für unseren Erzbischof Alois und alle, die in Kirche und Welt Verantwortung tragen.
Gib, dass sie von Deinem Geist geleitet werden.
2) Für unseren Nachbarpfarrer Alois Moser und seine Weihekollegen, die heute das 25.
Weihejubiläum feiern. Schenke ihnen eine große Freude über ihre Berufung zum
Priestertum und bestärke sie im Lobpreis Gottes.
3) Für alle Frauen, die ein Kind erwarten und für die Väter dieser Kinder. Erfülle sie mit
jener Freude, die Maria und Elisabeth in ihrem Herzen trugen.
4) Für den Chor Magnificat und alle, die in der Liturgie der Kirche mitwirken. Gib, dass
ihr liturgisches Wirken und ihr Glaubensleben ein lebendiger Lobpreis sei.
5) Für den Hainzenberg und das ganze Land: Bewahre uns vor Unwetter und
Katastrophen und lass die Ernte gedeihen.
6) Für alle ruhe- und rastlosen Menschen. Lass sie bei Dir Ruhe und Geborgenheit
finden.
Herr Jesus Christus, nimm dies Bitten an und lass uns alle im Lobpreis mit Dir vereint sein.
Amen.

Predigt zur Beerdigung der Opfer des Unglücks

hier [17 KB] nachlesen


Predigt zum Herz Jesu Fest 2012

als Download [20 KB] und zum Nachlesen




11. Sonntag im Jahreskreis B, Herz Jesu Sonntag, Mk 4, 26-34;

Zell am Ziller, 17. Juni 2012


Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

Am heutigen Herz-Jesu-Sonntag wollen wir über die Herz-Jesu-Verehrung besonders nachdenken um sie zu erneuern. Die Herz-Jesu-Verehrung hat eine lange Geschichte. Ein besonderer Akzent kam von Margareta-Maria Alacoque, einer Mystikerin aus Frankreich, die in Visionen einen Auftrag Gottes erhielt.

Geschichte der Herz-Jesu-Verehrung

Geschichtlich ist sehr interessant, dass die Herz-Jesu-Verehrung in Tirol eine besondere Bedeutung erlangte. Dies hat auch mit dem Heiligen Petrus Canisius, dem Patron der Diözese Innsbruck zu tun. Diesem wurde am Tag seiner Profess, am 4. September 1549 vor dem Allerheiligsten in Rom eine besondere Herz-Jesu-Offenbarung zuteil. Darüber schrieb er in seinem Tagebuch:

„... Darauf eröffnetest Du mir gleichsam das Herz Deines heiligsten Leibes, und es war mir, als ob ich es unmittelbar schauen dürfte. Du hießest mich, aus jenem Quell zu trinken, und fordertest mich auf, die Wasser meines Heiles aus Deinen Quellen zu schöpfen, mein Heiland. Mein ganzes Verlangen war, dass Ströme des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe sich aus diesem Quell auf mich ergießen möchten. Ich dürstete nach Armut, Keuschheit und Gehorsam. Ich verlangte, von Dir ganz abgewaschen, bekleidet und geschmückt zu werden. Da ich nun Dein süßestes Herz zu berühren und mein sehnendes Verlangen in ihm zu stillen wagte, hast Du mir ein dreifaches Gewand verheißen, das die Blöße meiner Seele zu bedecken vermöchte und das gerade für die Stunde der Ablegung der Professgelübde so ganz entsprechend sei; das dreifache Gewand aber war Friede, Liebe und Beharrlichkeit...“

Dieses Gnadenereignis prägte das gesamte Apostolat von Petrus Canisius entscheidend. Drei Jahrzehnte lang kämpfte er mit unermüdlichem Einsatz für den Neuaufbau der deutschen Kirche, die durch die Reformation gespalten und geschwächt war. Besonders in Tirol, wo er auch einige Jahre wirkte, hinterließ er viele Spuren und wurde zum Wegbereiter für die Herz-Jesu-Verehrung. Jeden Morgen weihte sich P. Canisius dem Herzen Jesu und wandte sich beim Abendgebet erneut an Jesu Herz. Tagsüber rief er es oft um Hilfe an und grüßte das Göttliche Herz vor jeder neuen Arbeit. Seinen geistigen Söhnen riet er:

„Betrachtet das Herz eures Erlösers ... Folgt Ihm nach! Vereinigt eure Herzen mit dem Herzen Jesu, und bei Versuchungen sucht in diesem lieberfüllten Herzen eure Zuflucht!“

Das Herz-Jesu-Gelöbnis

So konnte sich in Tirol die Herz-Jesu-Verehrung verbreiten und wie ein Senfkorn zu einem Baum heranwachsen und erlange ihre größte Verbreitung gerade zu einer Zeit, als das Land am Vorabend schwerer, stürmischer und leidvoller Tage stand. Im Mai 1796 war nämlich die Kriegsgefahr für das Land Tirol nahegerückt und sehr ernst. In dieser bedrängten Lage wurde aus den vier Landesständen ein Ausschuss von 26 Männern gewählt. Der Ausschuss tat das Möglichste, um das bedrohte Land in den Verteidigungszustand zu setzen. Nachdem diesbezüglich alles beraten war, machte der Abt vom Stift Stams im Oberinntal, Sebastian Stöckl, den Vorschlag, man sollte sich zum glücklichen Erfolg der gemachten Beschlüsse des göttlichen Beistandes versichern. So wurde in dieser ernsten Kriegsgefahr für das Land, also damals im Jahre 1796, durch ein feierliches Gelübde die Hilfe Gottes erbeten. Zu diesem Zweck machte der Abt Stöckl den Vorschlag, die Verehrung des göttlichen Herzens als Festtag zu feiern und mit öffentlichem Gottesdienst zu heiligen. Dieser Vorschlag wurde von allen Mitgliedern des Ausschusses mit großer Freude und Begeisterung angenommen. Die Männer waren sich der Bedeutung dieses Gelöbnisses voll und ganz bewusst; war doch die Herz-Jesu-Verehrung im ganzen Land verbreitet und wurde auch eifrig vom Volk gepflegt.

Die Herz-Jesu-Verehrung war allen eine Trostquelle in den Tagen voller Schrecken und Gräuel. Und im Heiligsten Erlöserherzen fanden die frommen Tiroler schließlich einen Gnadenquell neuer Segnungen und Erbarmungen für die ersehnten Tage des Friedens.

Landtag und Volk haben in dieser Andacht die Stimme Desjenigen gläubig vernommen, der mit erbarmendem Herzen gesprochen hatte: „Kommet alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid, Ich will euch erquicken.“ Und das Land Tirol ist dieser Einladung auch wirklich gefolgt und es hat – gemäß der göttlichen Verheißung – am Herzen Jesu gefunden, was ihm zur Rettung und zum Frieden diente.

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn! Im Angesicht der Kriegsgefahr haben die Tiroler vor 200 Jahren gewusst, wohin sie sich wenden sollen, nachdem sie selbst alles ihnen mögliche getan haben. Ihnen war noch bewusst, dass letztlich ihr Leben und das Land in Gottes Händen stehen, auch wenn die Bedrohungen ringsum noch so groß sind.

Große Gefahren heute

Liebe Gläubige! Wenn wir heute das Herz-Jesu-Fest feiern, dann soll es nicht nur eine liebe Tradition sein, sondern es soll uns eine heilige ernste Angelegenheit sein. Wenn wir heute einen Blick in die Welt machen, dann kann jeder, der noch etwas sieht, erkennen, dass heute große Gefahren da sind, die alles übersteigen, was in der Geschichte war. Denken wir nur an die Wahlen in Griechenland oder daran, was passieren könnte, wenn der Euro plötzlich stürzt. Von einem Tag auf den anderen könnte unser Wohlstand, der Tourismus, die Energieversorgung weg sein, bis hin zur realen Kriegsgefahr. Die selbstgemachte Scheinwelt, in der wir Leben, könnte über Nacht zusammenbrechen. Als Engelbert-Kolland-Gemeinde sollten wir wachsam verfolgen, was sich in der arabischen Welt tut. Wenn man sieht wie sich der sogenannte arabische Frühling, der nie ein solcher war, entwickelt, dann müssten wir tagtäglich zu Gott beten und Opfer bringen für die Menschen dort, für die Millionen Christen, die in äußerster Bedrängnis und Gefahr sind. Unsere Ramsauer Kirche müsste täglich überfüllt sein mit Betern, die Gott anrufen.

Wenn es nicht eine radikale Umkehr gibt, dann könnte auch ein europäischer Frühling folgen mit ähnlichen Auswirkungen von Revolutionen, Aufständen, Chaos und Anarchie.

Radikale Umkehr

Im Vergleich zu damals können wir heute im Angesicht großer Gefahren nicht zurückgreifen auf eine weiterverbreitete Frömmigkeit. Deshalb brauchen wir heute eine entschlossene, entschiedene, eine radikale Umkehr, eine neue Hinwendung zu Gott.

Wir sollen jeden Tag Gott aus ganzem Herzen danken, dass wir immer noch in einem gelobten Land leben, dass wir noch von den Früchten des Glaubens unserer Väter zehren, für die sich manche heute zu entschuldigen glauben müssen.

Wir sollen zugleich unseren Lebensstil radikal ändern und die Wege Gottes ernsthaft beschreiten.

Wir sollen unsere egoistischen, rein irdischen Denkweisen ändern und uns ganz von Gottes Wort leiten lassen.

Wir sollen jetzt neu Zuflucht nehmen zum Herzen Jesu. Es ist der einige Rettungsschirm, der wirklich trägt, der Rettungsschirm für jeden einzelnen persönlich, der Rettungsschirm für unsere Familien, für die Wirtschaft, die Politik, die Gemeinden und auch die Kirche. Wenn wir zu diesem Rettungsschirm Zuflucht nehmen, können wir auch menschliche Rettungsschirme aufbauen.

Mir ist dabei aber auch durchaus bewusst, dass diese Worte heute vielleicht nicht verstanden werden, noch geht es uns ja gut.

Wenn aber die menschlichen Rettungsschirme nicht mehr tragen, dann sollen wir uns erinnern, von wem unsere Tiroler Vorfahren Rettung und Frieden, und bei wem sie Zuflucht in der Not gefunden und auch erlangt haben: Beim heiligsten Erlöserherzen unseres Herrn Jesus Christus, dem sie sich, ihr Leben und ihr Land anvertraut haben.

So sollen wir heute bei der Feier dieses Festes das Herz-Jesu-Gelöbnis erneuern, aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele, aus all unserem Denken, Fühlen und Wollen.

Heiligstes Herz Jesu, auf Dich vertraue ich, auf Dich vertrauen wir. Amen.

Fronleichnam 2012

Predigt Fronleichnam 2012 Radio Maria!

Liebe versammelte Gläubige! Liebe Hörergemeinschaft von Radio Maria! Liebe Kinder und Erstkommunikanten!

Sich schön machen für den Herrn!


Wenn wir heute das Fest des Leibes und Blutes unseres Herr Jesus Christus feiern, dann wollen wir wieder neu bedenken, was wir da tun, wenn wir Messe feiern, was ER, Christus tut. Wir wollen daran denken, dass wir alle ein Volk sind, das wir das Volk des neuen Bundes sind, dass ER Christus, sich durch sein Blut erworben habt. Beim Anblick dieser bunten vielfältigen Festversammlung, beim Gedanken, dass es zu Fronleichnam um das Kostbarste, das Heiligste, um das Allerheiligste geht, fällt mir eine Begebenheit aus den 90er Jahren ein. Ich war damals Seminarist und für zwei Monate in London, um dort einen Englischkurs zu machen. Im Rahmen dieses Kurses war eine Exkursion ins Bankenzentrum auf die Börse vorgesehen. Wir fuhren dorthin, im Gebäude mit einem Lift hinauf und durften dann durch ein Glas hindurch hinunterblicken auf das hektische Treiben an der Börse. Das Bemerkenswerte daran war: Nur für diesen Blick auf die Börse war es ausdrücklich vorgeschrieben, in Anzug und Krawatte zu kommen, sonst hätte man nicht hinein dürfen. Die Botschaft, die mit dieser Bekleidungsvorschrift verknüpft war, war wohl die, dass es sich bei der Börse, beim Geld um etwas sehr Kostbares handelt, wenn man es negativ interpretieren will, um einen Götzen, um das Wichtigste.

Wenn ich heute in die Festversammlung blicke und die schöne Schützenuniform sehe, die herrlichen Trachten, die weiß gekleideten Erstkommunionmädchen, dann ist das ein unbeschreiblich schöner Anblick. Wir alle haben uns schön angezogen, wir haben uns schön gemacht für unseren Geliebten, für den Herrn, für die Teilnahme am Hochzeitsmahl. Unser gemeinsamer Blick richtet sich auf IHN, den schönsten Herrn Jesus. Der Blick aus dem Herzen öffnet uns und lässt uns Seine verborgene Schönheit erkennen.„Gottheit tief verborgen, betend nah ich dir. Unter diesem Zeichen, bist du wahrhaft hier.“ So singen wir im Fronleichnamshymnus. Der Schönste, der Erhabendste ist verborgen in einem Stück Brot. Das ist und bleibt ein tiefes Glaubensgeheimnis.

Wir leben von der Eucharistie

In der Messe wird das Kreuzesopfer Christi unblutig erneuert, gegenwärtig gesetzt. Der Gekreuzigte und Auferstandene Herr ist wahrhaft, real und wesenhaft unter uns da. Deswegen kann das II. Vat. Konzil sagen, die Messe ist Gipfel und Quelle allen Tuns der Kirche. Aus der Eucharistie wird die Kirche immer wieder neu aufgebaut, aus der Eucharistie wird das Leben des einzelnen Gläubigen immer wieder genährt. Die Kirche, und damit wir Gläubige leben von der Eucharistie. In jeder Messe geschieht die Wandlung, weil der Herr selbst gegenwärtig wird. In der Messfeier selbst, im Akt der Anbetung und in der Kommunion liegt daher die Kraft der Wandlung, der größte Potential der Veränderung zum Guten, für die ganze Kirche, für den einzelnen Gläubigen, das größte Potential der Heiligung, der Gleichgestaltung mit dem Herrn. Überall dort und immer, wenn Gläubige die Heilige Messe feiern oder auch dort, wo Gläubige in Stille anbeten, dort geschieht Verwandlung, Veränderung, von dort geht geistliches Leben aus. Deswegen möchte ich euch auch besonders ermutigen, wöchentlich den Sonntagsgottesdienst und auch die Werktagsmesse mitzufeiern und die Anbetung zu pflegen. Dort öffnen wir die Tür für das Wirken Gottes in der Welt, für den Aufbau der Kirche, für die Kraft, das Leben zu meistern. Jene, die auch die Werktagsmesse feiern und die Anbetung pflegen, das sind die Vielen, die für alle da sind, die unsichtbar das Leben der Pfarren und der Kirche inspirieren, tragen und stützen.

Das innere Hochzeitskleid

Liebe Gläubige! Weil wir um dieses Geheimnis der Gegenwart Christi wissen, tragen wir ein schönes Festtagskleid. Das Festtagskleid soll Ausdruck dafür sein, dass wir innerlich bereit sind, dass wir auch das geistliche Festtagskleid anhaben. So wie das Taufkleid Zeichen dafür ist, dass der Täufling Christus angezogen hat, sollen wir uns als Getaufte immer wieder mit Demut, mit Milde, Geduld und Liebe, mit den geistlichen Tugenden innerlich bekleiden, um dem Herrn in rechter Weise zu begegnen.
In Tirol gab es in der letzten Zeit öffentliche Diskussionen über dem Kommunionempfang. In einem Fall wollte jemand eine Kommunion wider besseres Wissen ertrotzen, in einem anderen Fall gab es Kritik, weil ein Priester aus pastoraler Sorge auf die Bedingungen zum Kommunionempfang aufmerksam gemacht hat. Es wäre eine Chance gewesen, tiefer über die Kommunion nachzudenken. Kommunizieren heißt nicht bloß, dass man etwas kriegt oder nicht kriegt oder gar sich etwas nimmt, sondern, dass man sich mit jemandem vereinigt. Das ist ein ganz intimer Vorgang, ein besonderer Akt der Liebe, ein Akt des Sich-beschenken-Lassens, der eine tiefe Wirkung hinterlässt, wenn es in der Ordnung der Liebe geschieht.
Die Ordnung der Liebe ist dann gegeben, wenn der Gläubige glaubt, dass Christus wirklich gegenwärtig ist. Dieser Glaube kommt dann auch dadurch zum Ausdruck, dass Gott wirklich an die erste Stelle gerückt wird, im Denken, in der Lebensgestaltung, in der Annahme des ganzen Glaubens und der Gebote, so zum Beispiel in der Gestaltung des Sonntags. Für uns Gläubige muss daher auch klar sein, dass die Vereinigung mit Christus auch die Versöhntheit mit Gott, der Kirche und den Menschen voraussetzt, weshalb das Bußsakrament entscheidende Bedeutung hat. Wenn die Kirche auf Bedingungen des Kommunionempfanges, also auf die Ordnung der Liebe hinweist, dann tut sie das aus Liebe, denn nur in der Ordnung der Liebe wird die Vereinigung mit dem Herrn kraft- und segenbringend und eine Quelle der Erneuerung. So möchte ich euch alle ermutigen, das Sakrament der Buße wieder neu zu entdecken, diese Gandenquelle wirklich zu nützen und wirklich auch jeden Sonntag die Heilige Messe mitzufeiern.

Liebe Gläubige! Im Bewusstsein darüber, dass das Geheimnis, das wir heute feiern, unser Fassungsvermögen übersteigt, wollen wir uns diesem vor allem auch betend, dankend und lobend nähern. Wir wollen uns vom Herrn selbst hineinziehen lassen in das heilige Geschehen. Wir wollen unser Herz öffnen, damit ER an uns handelt, damit ER auch uns verwandelt. Amen.

Allerseelen 2011

Predigt zu Allerseelen 20011 in Zell am Ziller
L: Phil 3,20-21; Ev.: Joh 14,1-6

Liebe Gläubige aus der Pfarre! Lieb heimgekehrte Gäste!

Zu Allerheiligen und Allerseelen trifft man viele Menschen, die sozusagen
heimgekommen sind, um einen Besuch beim Grab zu machen, Menschen die hier
eine Heimat hatten, hier Heimat gefunden haben und deshalb immer wieder
hierher zurückkommen. Vieles hier macht Heimat wieder bewusst, die
Landschaft, unsere schöne Pfarrkirche und natürlich der Friedhof, in dem
unsere Vorfahren begraben sind.

Heimat ist Identität

Mit Heimat verbinden wir Menschen vor allem Identität, da sind wir, wer wir
sind, da können wir sein, wie wir sind. Diese Identität spüren wir an Orten,
die uns vertraut sind, sie hängt zusammen mit Begebenheiten und Erlebnissen,
die uns geformt haben und vor allem ist Heimat dort, wo Beziehungen
gewachsen sind, in der Familie, in der Schule, in Kultur und Vereinen, mehr
noch in Freundschaften und vor allem auch auf der geistlichen Ebene.

Dieser Gedanke führt uns weiter zur heutigen Lesung, in der Paulus den
Philippern sagt: „Unsere Heimat ist im Himmel.“ Heute sind diese Worte an
uns gerichtet. Diese Heimat und die Wohnung im Haus des Vaters, von der
Jesus im Evangelium spricht, ist in einem noch viel tieferen Sinne Heimat,
denn hier gibt es die wirkliche, wahre und tiefste Identität. Hier wird der
Mensch, wozu er geschaffen und bestimmt ist, wo er ganz glückselig sein
kann. Unsere Heimat ist im Himmel, weil Gott uns im Augenblick der Zeugung
eine unsterbliche Seele erschaffen hat, weil wir sein Abbild in uns
tragen, unsere Heimat ist im Himmel, weil wir durch die Taufe gerufen
wurden, Kinder Gottes zu sein und IHM ähnlich zu werden.

Das Verhältnis irdischer und ewiger Heimat

So haben wir Christen eine irdische Heimat und zugleich eine ewige Heimat,
die in einer Beziehung zueinander stehen. Die irdische Heimat ist
vergänglich, die ewige Heimat beginnt bereits mitten in der irdischen
Heimat. Die irdische Heimat müssen wir einmal zurücklassen. Die ewige Heimat
haben wir vor uns. Unsere irdische Heimat kann zum Vorzimmer der ewigen
Heimat werden.
Irdische Beheimatung kann gut oder auch weniger gut gelingen. Wenn irdische
Heimat gut gelingt, dann kann die Gefahr auftreten, dass sich der Mensch
damit begnügt, im rein Irdischen aufgeht und so das Eigentliche, die ewige
Heimat ausblendet oder gar verfehlt. Dann ist die irdische Heimat zum
Gottersatz, zum Götzen geworden. Gelungene irdische Beheimatung sollten wir
Christen dankbar als einen Vorgeschmack auf die ewige Heimat erkennen, um
uns so noch mehr nach der ewigen Heimat auszustrecken. Ein besonderes
Beispiel ist die Ehe zwischen Mann und Frau. Sie soll ein Abbild sein
zwischen der Liebe Christi zur Kirche. Der junge Kaiser Karl sagte am
Hochzeitstag zu seiner Frau: Jetzt können wir uns gemeinsam helfen, in den
Himmel zu kommen. Er hatte ein tiefes Verständnis von Ehe.
Wenn irdische Beheimatung schlecht gelingt, dann besteht die Gefahr, dass
wir überhaupt den Begriff Heimat verlieren, andererseits fällt es einem
vielleicht leichter, sich nach der größeren, ewigen Heimat auszustrecken.
Letztlich führt der Weg zum Himmel über die Bereitschaft, alles irdische
loszulassen. Als Christen können wir sogar manche Widerwärtigkeiten,
Schwierigkeiten und Leiden als Möglichkeiten oder als Mittel betrachten, uns
schon jetzt fester in der ewigen Heimat zu verankern.

Die heilige Kirche – Vorzimmer des Himmels

Die ewige Heimat wird bereits in diesem Leben grundgelegt. Ihr Ort ist vor
allem die heilige Kirche. Sie lässt uns z. B. in der Feier der Eucharistie
bereits mit einem Fuß im Himmel stehen. Sie schenkt uns Jesus Christus, der
unser Weg, die Wahrheit, das Leben und damit Inbegriff der ewigen Heimat
ist. Die heilige Kirche hilft uns, jetzt in diesem Leben Gott in den
Mittelpunkt zustellen und zu IHM eine lebendige Beziehung aufzubauen. Sie
hilft uns damit, die Erde zum Vorzimmer des Himmels zu machen. In Ihr
bereitet uns Christus den Platz im Himmel vor.
Der Himmel beginnt dort, wo Gott in der Mitte ist, wo sein Wille erkannt und
angenommen wird.

Sinn des Gebets für unsere lieben Verstorbenen

Liebe Gläubige! Am heutigen Tag wollen wir insbesondere jetzt bei der
Heiligen Messe für unsere Verstorbenen beten. Wenn wir Gewissheit hätten,
dass sie bereits in Gott vollendet sind, dass sie eben schon zur Fülle der
Heiligkeit gelangt sind, dann bräuchten wir nicht für sie beten, weil unsere
Gebete der ewigen Fülle nichts mehr hinzufügen und in ihr nichts mehr
verändern können. Wenn wir die Gewissheit hätten, dass unsere Verstorbenen
sich endgültig von Gott abgewandt hätten und verloren wären, dann bräuchten
wir nicht für sie zu beten, weil es nichts nützen könnte. Weil wir aber
annehmen, dass unsere lieben Verstorbenen auf dem Weg zu letzten Vollendung
noch der Läuterung, der Reinigung bedürfen, hat es einen tiefen Sinn, dass
wir für sie beten, ihnen unsere Liebe, gute Werke und auch unsere Leiden
schenken, die wir in diesem Geiste annehmen.

Die Beziehung zu den Verstorbenen in rechter Weise pflegen

Unser Gebet für die Verstorbenen ist notwendig und hat einen tiefen Sinn,
weil wir wissen, dass wir Menschen durch die Freiheit, die Gott uns
geschenkt hat, am eigenen Heil mit der Gnade Gottes mitwirken, und dass wir
uns als Gemeinschaft in Gott uns gegenseitig unterstützen können. Unser
Gebet für Verstorbene ist besonders wirksam, wenn wir Unabgeschlossenes
großherzig vergeben, wenn wir bei schuldhaften Versäumnissen um Vergebung
bitten, am besten in der Beichte und wenn wir unsere Verstorbenen loslassen,
sie nicht besitzend festhalten, um sie auf der geistlichen Ebene im Blick
auf Gott neu zu lieben. Deshalb ist es eine gute Anregung, jeden
Friedhofsbesuch mit einem Besuch in der Kirche beim Tabernakel zu verbinden.
Hier sind wir in Gott den Verstorbenen noch näher und geistlich verbunden.
So gut eine geistliche Verbindung mit den Verstorbenen im Gebet ist, sosehr
sollten wir Abstand nehmen von jeder Versuchung zum Spiritismus, von allen
Versuchen, direkte Jenseitskontakte herzustellen. Alle diese Praktiken sind
gefährlich für das Heil der Seele und entschieden abzulehnen. Denn dabei
könnten wir Geister rufen, die wir dann nicht loswerden und es kann schwere
seelische Beeinträchtigungen wie Schwermut und Lebensüberdruss oder Defizite
in der religiösen Haltung wie einen Widerwillen gegen alles Geistliche zur
Folge haben.

Unsere Wünsche an die Verstorbenen

Jesus sagte den Jüngern, dass er gehen wird, um für sie einen Platz
vorzubereiten. Wir wünschen unseren Verstorbenen, dass sie eine ewige
Wohnung bei Gott bekommen. Dafür wollen wir beten und indem wir selbst
dieses Ziel entschieden vor Augen haben und anstreben, indem wir schon auf
Erden in der heiligen Kirche die ewige Beheimatung suchen, tun wir am
meisten für unsere Verstorbenen. So betrachten wir unser Leben als
Heimreise, die von der Vorfreude auf das ewige Ziel gekennzeichnet ist.
Mit diesen Wünschen im Herzen wollen wir für unsere heimkehrenden
Verstorbenen beten und die Heilige Messe feiern als Unterpfand der künftigen
Herrlichkeit, in der wir wieder vereint werden mit unseren Verstorbenen, in
der Gemeinschaft mit Gott, den Engeln und Heiligen. Amen.

Begräbnis von Pfarrkirchenrat Franz Fankhauser

Predigt Begräbnis Franz Fankhauser, 21. Oktober 2011
L.: Phil 3,20-21; Ev.: Joh 15, 1-11;

Liebe Gattin Frieda, liebe Söhne, Geschwister und Angehörige, Liebe Pfarremeinde- und Pfarrkirchenräte, liebe liebe Bruderschafter, liebe Schützen- und Feuerwehrkameraden, liebe Imker, liebe versammelte Trauergemeinde!!

Als ich am Mittwoch in der Früh die Nachricht hörte, dass Rauthäusl Franzal in der Nacht verstorben sei, da kam mir spontan der Gedanke: Der Franzal ist unauffällig gestorben, er ist eingeschlafen, er ist irgendwie so gestorben, wie er gelebt hat, er ist so gestorben wir er gewirkt.

Natürlich steht es einem Pfarrer nicht zu, über das Leben eines Menschen zu befinden oder gar darüber zu werten, weil wir als Christen wissen, dass vor dem Angesicht Gottes nur ER, Gott maßgeblich ist, dass wir Menschen vor IHM niemals mit Leistungen punkten können, weil wir von SEINER Barmherzigkeit leben.

Tief verwurzelt und beheimatet
Wenn ich trotzdem über unseren lieben Verstorbenen einige Dinge sagte, dann tue ich es, weil sein Leben, weil Aspekte seines Lebens eine wichtige Botschaft sind, gerade für unsere Zeit.

Wer Franzal kannte, der wusste: Er war ein Mann, der tief verwurzelt war, ein Mann der beheimatet warin seiner Familie, als treuer Gatte und Vater, in seiner Arbeit, als Bauer mit Leib und Seele, als verlässlicher geschickter Handwerker,im Vereinswesen als treuer Schütze, als einsatzbereiter Feuerwehrmann und als Imker und in der heiligen Mutter Kirche.
Franzal war besonders beheimatet in der Kirche. Schon als kleiner Bub war er als Ministrant tätig, begleitete den Dekan oder Kooperator wenn es sein musste auch bei Nacht auf Versehgängen auf den Gerlosberg hinauf, schon in jungen Jahren übernahm der den Dienst des Sammlers, den er an die 70 Jahre mit selbstverständlicher Treue ausgeübt hat, als Kirchenrat hat er seinen handwerklichen Hausverstand in den Dienst der Kirche gestellt, als Caritassammler hat er vieles bewirkt und als Bruderschafter hat er den Herrn angebetet, IHM die Ehre erwiesen. Ja, die Kirche war seine Heimat und ein besonderer Wesenszug Franzals war seine Treue, in unauffälliger Einfachheit und Beständigkeit da zu sein.

Als Kirche Rebzweige am Weinstock des Herrn sein

Und gerade das ist eine wichtige Botschaft für uns heute. Wir leben in einer Zeit, die sehr lautstark geworden ist. Manchmal hat es den Anschein, dass auch das kirchliche Leben in diesen Strudel des Zeitgeistes hineingerissen wird. Wer lauter schreit, scheint recht zu haben, wer dominanter auftritt, scheint sich durchzusetzen, viele treten mit Forderungen an die Kirche heran oder kritisieren sie hartherzig, während sie zugleich dreist behaupten, wir sind Kirche.

Und da stellt sich die Frage: Wer ist denn die Kirche, wer trägt die Kirche? Die heilige Mutter Kirche ist der Weinstock Christi mit den Rebzweigen. Der Heilige Vater hat im Olympiastadion in Berlin daran erinnert, dass Christus der Weinstock ist und wir die Reben sind (Joh 15,5). Wenn wir auf diese Weise wie die Reben am Weinstock in der Kirche mit Christus verbunden sind, dann sind wir auch untereinander verbunden. Deshalb ist es zuerst Christus, der die Kirche trägt und dann sind es die Reben, jene Glieder, die sich ganz von IHM leiten lassen, die sich immer wieder in Treue mit IHM verbinden, die nicht sich selbst verwirklichen wollen, sonder im Dienen ihre Erfüllung finden. Die stillen Beter, Menschen, die ihre Leiden Gott schenken, die einfachen, treuen Diener, wie unser Franzal einer war, sie vor allem tragen die Kirche mit, sie tragen die Kirche durch stürmische Zeiten, weil sie nicht an der Oberfläche bleiben, sondern weil sie im Geist des Dienens die tiefere Wirklichkeit, den Herrn vor Augen haben.

Unsere Heimat ist im Himmel

Der Apostel Paulus sagt uns heute besonders. Unsere Heimat ist im Himmel (Phil 3,20). Wenn wir Reben am Weinstock Christi sind, dann sind wir als Glieder SEINER Kirche schon jetzt verwurzelt in unserer eigentlichen Heimat, im Himmel. Die Rebe, die am Weinstock bleibt und sich vom Herrn ständig reinigen lässt, bringt reiche Frucht. Als lebendige Christen sind wir so Pilger die nach vorne und nach oben blicken, die Christus, den sie erwarten, entgegengehen. die Verbindung mit Christus wird schon jetzt gestärkt und vertieft in der Heiligen Messe, wo wir IHM wirklich begegnen dürfen.
Eine lebendige Opfergabe sein

Unser lieber Verstorbener Franzal war an die 70 Jahre lang ein treuer Sammler bei den Gottesdiensten, natürlich auch bei unzähligen Begräbnissen. Er hat die Opfergaben der Gläubigen eingesammelt, für SEINE Kirche, für die Kirche Christi. So sind die Opfergaben der Gläubigen letztlich Gaben für den Altar und zugleich Zeichen für die geistlichen Opfergaben der Gläubigen. Wenn wir heilige Messe feiern, dann sind wir als Rebzweige aufgerufen, geistige Opfer, vor allem unsere Bereitschaft, sich vom Herrn reinigen zu lassen und in IHM zu blieben, auf den Altar zu legen. Ja, wir sind gerufen uns selbst als lebendige Gabe darzubringen um dann die größte Gabe, den Herrn selbst geistlich in der Anbetung und leiblich in der Kommunion zu empfangen.

Wenn wir jetzt die Heilige Messe feiern für unseren treuen Diener Franzal, für einen treuen Diener Seiner Kirche, dann wollen wir zum Altar gehen, dort wo unsere eigentliche Heimat ist, um uns neu in IHM, in Christus zu verwurzeln. Wir wollen dabei auch im Geiste unseren lieben Verstorbenen Franzal, sein Lebensopfer zum Altar mitnehmen. Der Herr möge sein Lebensopfer annehmen und ihm das schenken, was er denen verheißen hat, die IHN lieben, die vollkommene Freude bei IHM in der Ewigkeit, Amen.

zur Parte


Predigt vom 14. September (Kreuzerhöhung)

Predigt Kreuzerhöhung in Maria Rast, 14. Sept. 2011 Radio Maria

Liebe Gläubige!


Es ist oft erstaunlich, wie aktuell sogar das Alte Testament erscheint. Das
Volk Israel ist von auf dem Weg durch die Wüste, als Volk, das von Gott
durch Mose befreit worden war. Da taucht plötzlich ein Problem auf, dass zu
allen Zeiten Menschen betraf. Das Volk Israel ist noch nicht in der Lage, in
Freiheit zu leben. Es ist zu anstrengend. Die Israeliten verlieren den Mut.
Sie sehenen sich zurück nach den Fleischtöpfen Ägyptens. Da machen sie einen
fatalen Fehler. Sie lehnen sich gegen Gott und Mose auf, sie werden
ungehorsam. Geschichtlich gesehen ist das, vielleicht etwas pointiert
ausgedrückt, das erste Kirchenvolksbegehren.

Der Ungehorsam hatte fatale Folgen. Gott schickte Giftschlangen unter das
Volk. Diese bissen die Menschen und viele Israeliten starben daran.
Aber – und das ist das Frohe an dieser Botschaft - die Israeliten kehrten um
und sagten zu Mose: Wir haben gesündigt, denn wir haben uns gegen den Herrn
und gegen dich aufgelehnt. Bete zum Herrn, dass er uns von den Schlangen
befreit.
Mose erhöht dann im Auftrag Gottes eine Schlange auf einer Fahnenstange und
jene, die von einer Schlange gebissen worden sind und im Gehorsam gegenüber
Mose zur Schlange aufblickten, wurden gerettet.

An diese Stelle denkt Jesus, wenn er in Johannes 3,14 sagt: „Wie Mose die
Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden,
damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat.“ Der am Kreuz
erhöhte Christus bringt Rettung.

Damit wird klar: Wie durch den Ungehorsam des Ersten Menschen das Gift der
Sünde in die Welt kam, so kam durch den Gehorsam Christi das Heil in die
Welt. Christus war gehorsam bis zum Tod, IHN hat Gott über alle erhöht. ER
ist die Rettung für alle, die im Gehorsam, im Glauben zu ihm aufblicken. Der
Ungehorsam bringt den Tod, der Gehorsam das Leben. Der Gehorsam Christi bis
zum Tod am Kreuz ist Ausdruck der höchsten Liebe Gottes.

Diese theologisch sehr bedeutsamen Schriftstellen – sie enthalten eine wahre
Kreuzestheologie – zeigen uns auch eine geistliche Wirklichkeit in der
Pastoral, im Alltagsleben auf, die Bedeutung und die Folgen von Gehorsam und
Ungehorsam gegenüber Gott und der Kirche.

Wenn der Mensch ungehorsam ist, wenn er in seinem Stolz aufbegehrt gegenüber
Gott und seiner Kirche, dann kommt es wie damals bei den Israeliten, es
kommen – geistlich gesprochen - Giftschlangen, die tödlich sind. Der stolze,
ungehorsame Mensch fällt durch den Ungehorsam in die Sünde, die die Hl.
Katharina an mehreren Stellen das Gift nennt. Denn der Ungehorsam ist ja die
eigentliche Ursünde, die den Menschen von Gott, von der lebensspendenden
Kraftquelle trennt. Es entsteht eine Dynamik des Unheils. Geistliche
Giftschlangen wie der Geiz, Habsucht, Streben nach Ehre, selbstsüchtige
Sinnlichkeit, Streit, Neid und Tücke, die Untreue und das Misstrauen und
viele andere Laster stellen sich ein, die den Menschen hinunterziehen, ihm
die Lebenskraft rauben und den geistlichen Tod zur Folge haben.

Wenn der Mensch, wie damals die Israeliten, umkehrt, sich an die Heilsmittel
der Kirche und an Gott wendet, dann tritt die Dynamik des Heils ein. Das
Gift der Sünde ist nicht mehr tödlich, es verliert seine Wirksamkeit. Der
Mensch kann heil werden. Die Wunden, die die Sünden geschlagen haben, können
heilen. Die Taufe stellt den Menschen bereits in die neue Heilsordnung
hinein. Deshalb macht der Priester bei der Taufe dem Täufling ein
Kreuzzeichen auf die Stirn, das Zeichen Christi, des Erlösers.

Im Blick auf den Gekreuzigten Herrn und die Bereitschaft, im konkreten Leben
Christus nachzufolgen, liegt das Heil. So sind wir Getaufte Christen
berufen, mit dem Blick auf den das Kreuz Christus nachzufolgen. Der so
verstandene Gehorsam gegenüber Christus und seiner Kirche wird dann zu einer
Quelle des Lebens. Der Mensch findet Freude am Glauben, der Mensch bekommt
die Kraft zur Treue, im Menschen blühen die verschiedenen Tugenden auf wie
die Liebe, die Sanftmut, die Geduld, das Vertrauen, die Beständigkeit etc.
Das Ja des Gehorsams ist ein Ja zum Glauben, es wird zu einem Ja zum Leben,
zu einem Ja zum anderen, ja auch zu einem Ja zu allen Schwierigkeiten und
schließlich zu einem Ja zum Kreuz.

Dieses tiefe Geheimnis können wir Menschen erkennen, wenn wir uns auf den
Weg des Gehorsams einlassen. Dann wird uns bewusst, was wir tun, ja was ER,
Christus tut, wenn wir Messe feiern, wenn wir das Kreuzesopfer, seinen Tod
und seine Auferstehung feiern. Wir werden von IHM, Christus hineingezogen in
das Heilsgeschehen, erfahren Heiligung und sind schon mit einem Fuß im
Himmel. Amen.

Predigt vom 13. September (Notburga)

Predigt zum Fest der Heiligen Notburga, 13. September 2011 in Maria Rast

Liebe Gläubige! Liebe Hörerfamilie von Radio Maria!

Ein Seitenaltarbild in unserer Wallfahrtskirche Maria Rast zeigt und die
Heilige Notburga, geb. um 1265 in Rattenberg, gest. am 13. September 1313
auf Schloss Rottenburg, ein Zeichen, wie sehr diese Volksheilige in unserer
Gegend als Patronin der Dienstmägde und der Landwirtschaft vom Volk verehrt
wird.

Vor einiger Zeit hörte ich einen Vortrag eines Pastoraltheologen, der sagte
sinngemäß, in traditionellen Gesellschaften war das Gehör wichtig, heute ist
es das Geschrei.

Wir leben in einer Zeit des Geschreis. Wer lauter schreit hat recht. Wer die
Medien hinter sich hat, wird hochgejubelt. Wer mehr Geld hat, der gilt mehr.
Wer stärker ist – so scheint es – der setzt sich durch. Immer mehr wird das
Recht des Stärkeren zur ungeschriebenen Norm. Ist diese Entwicklung gut?
Werden wir durch diese Art von Fortschritt reicher, erfüllter, glücklicher?

Die heilige Mutter Kirche, die nicht nur am meisten Erfahrung hat sondern
die doch mehr ist als eine bloß menschliche Institution, eben SEINE Kirche,
die Kirche Christi, gibt uns wichtige, überzeitliche Maßstäbe, Gott, die
Wahrheit, das Heil des Menschen, die Heiligkeit.

Deswegen rückt die Kirche vor allem die Heiligen in den Mittelpunkt.

Man könnte sich Gedanken machen wie es der Heiligen Notburga ergehen würde,
wenn diese heute leben würde. In der Öffentlichkeit würde sie möglicherweise
gar nicht wahrgenommen werden, oder vielleicht sogar negativ auffallen, als
Betschwester, als Exotin, die den Feierabend und den Sonntag noch einhält,
als arme Frau, die neuere Entwicklungen verschlafen hat.

Die Kirche und wir als Gläubige verehren sie als große Heilige. Gerade sie
kann uns heute vieles sagen. Ich möchte versuchen, von der Heiligen
Notburga, von ihrem Leben einige Botschaften für uns abzuleiten.

1) Der Mensch wird reich, wenn er anderen gibt!

Die heilige Notburga hat, als sie auf der Rottenburg gedient hat, die
übriggebliebenen Speisereste an Arme verteilt. Als ihr das verboten wurde,
hat sie gefastet, viel von ihrem eigenen Essen eingespart, um es den Armen
zu geben. Dafür wurde sie von der Rottenburg schimpflich verjagt. Notburga
ist durch ihr Verhalten an den Armen innerlich reich geworden, sie hat in
den Armen Christus immer tiefer kennengelernt.
Die Rottenburg wurde durch den Abgang Notburgas ärmer. Es ging schnell
bergab, moralisch durch Streit, Zank und Unfrieden, und dann auch
wirtschaftlich. Eine Entwicklung, die wir heute global beobachten können.
Zuerst wird Gott auf die Seite gestellt, dann verkommt die Moral und
schließlich geht es auch wirtschaftlich bergab. Auf der Rottenburg hat man
diesen Zusammenhang erkannt und die heilige Notburga zurückgeholt. Bald ging
es dann wieder aufwärts. Der eigentliche Reichtum, der Glaube, der Friede
sind wieder eingezogen. Eine zweite Botschaft der Heiligen Notburga:

2) Dem Gottesdienst darf nichts vorgezogen werden!

Von der Heiligen Notburga ist das Sichelwunder überliefert. Sie diente bei
einem Bauern in Eben am Achensee. Als eines Tages die Glocken zum Feierabend
läuteten, wollte Notburga von der Feldarbeit aufhören, der Bauer versuchte –
entgegen ursprünglicher Abmachung – sie daran zu hindern. Notburga warf die
Sichel in die Luft, die dann an einem Sonnenstrahl hängen blieb zum Zeichen
dafür, dass Notburga recht hatte, dass sie Gott auf ihrer Seite hatte.
Notburga lehrt uns die Bedeutung des Sonntages und des Feierabends. Sie sagt
uns damit: Gott kommt zuerst. Wenn der Mensch Gott hat, dann ist er
unendlich reich, dann gewinnt er auch das richtige Maß für andere
Lebensbereiche. An Notburga wird deutlich, dass ihre Nächstenliebe, ihre
Hingabe an die Menschen aus der Gottesliebe kam. Wenn der Mensch bei Gott
einkehrt, das ist auch eine Botschaft aus dem Leben der Heiligen Notburga,
dann findet er inneren Frieden und kann auch zum Friedensstifter werden.
Eine dritte Botschaft.

3) Das wahre Glück des Menschen besteht in der Heiligkeit

Der Historiker Josef Gelmi berichtete von Kaiser Karl der während des ersten
Weltkrieges einmal in Innsbruck war, um eine Kaiserjägerausstellung zu
eröffnen. Auf der Heimfahrt nach Wien ließ er den Zug in Jenbach stoppen und
ging mit seinen Begleitern zu Fruß hinauf nach Eben, um dort bei der
Heiligen Notburga zu beten. Ein Monarch verehrt eine Dienstmagd, weil er
sich vor Gott verantwortlich wusste und sein Amt als Dienst betrachtete.
Notburga hatte eine große Anziehungskraft, weil sie eine Heilige war. Sie
sagt uns damit, dass die Heiligkeit das eigentlich erstrebenswerte ist.
Nicht das, was wir haben, was wir in den Augen der Menschen sind, sondern
was wir vor Gott sind ist wichtig.
Die heilige Notburga lehrt uns so, in einer Welt des Geschreis Gott zu
hören, die Ruhe und den Frieden bei Gott zu suchen.
Die heilige Notburga erinnert uns daran, dass der Christ in der
Verantwortung vor Gott, im Dienen, in den Tugendhaftigkeit seine Erfüllung
findet.
Sie lehrt uns Christen, dass wir als Getaufte, ja dass jeder Getaufte
berufen ist, nach Heiligkeit zu streben, dass darin die christliche
Selbtverwirklichung liegt.

Als Notburga auf die Rottenburg zurückkam, ging es dort, wie ich schon
erwähnt hatte, wieder aufwärts. Menschen haben sich versöhnt, Friede kehrte
ein, der Wohlstand kam zurück. Die Heilige Notburga übt ihren Dienst als
Heilige weiter aus. Wenn wir sie verehren, ist sie in unserer Mitte und
wirkt weiter.

So wollen wir jetzt mit der Heiligen Notburga zu Christus gehen, dem sie
gedient hat und dem sie in den Armen begegnete.

Predigt vom 12. September 2011 (Radio Maria)

Einleitung

Liebe Gläubige aus der Pfarre und aus der Umgebung!

Liebe Hörerfamilie von Radio Maria!


Ich darf sie heute willkommen heißen hier in der Wallfahrtskirche Maria Rast im Zillertal und an den Radiogeräten. Wir feiern heute die Heilige Messe mit dem Chor Magnificat. Der Namens dieses Chors Magnificat drückt die Spiritualität dieses Chors aus, Gott zu lobpreisen durch den Gesang im Gottesdienst aber auch durch das Leben im Alltag.
So sind wir auch heute versammelt am Festtag Mariä Namen, um in der Heiligen Messe mit Maria, mit allen Engeln und Heiligen einzutreten in den Lobpreis der Kirche durch die Feier der Heiligen Messe.
Der heutige Marienfesttag Mariä Namen geht zurück auf die Befreiung Wiens bei der zweiten Türkenbelagerung am 12. September 1683, die besonders der Fürsprache Marias zugeschrieben wurde. Besondere Bedeutung erlangt diese Gedenktag in Österreich nach Zweiten Weltkrieg. Damals, als Österreich von vier Besatzungsmächten besetzt war, schlossen sich 100.000e Menschen dem von Petrus Pavlicek ins Leben gerufenen Gebetsgemeinschaft für die Freiheit Österreichs, die später Rosenkranzsühnekreuzzug genannt wurde an und beteten für die Freiheit Österreichs und den Frieden in der Welt.

So ist es eine schöne Fügung, dass wir heute an diesem Marienheiligtum diesen für Österreich so bedeutsamen Gedenktag feiern dürfen. Wir wollen uns am Beginn des Gottesdienstes darauf besinnen, dass wir sündige Menschen sind und Gottes Erbarmen anrufen.


Predigt!

Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ Mit diesem Satz, liebe Gläubige, mit dieser Antwort Marias begann die Heilsgeschichte, das Erlösungswerk Jesu Christi. Dieser Satz drückt die Zustimmung Marias aus, zum Willen Gottes, zu seinem Heilsplan, zum Erlösungswerk, ja zu ihrer persönlichen Mitwirkung daran.

Fiat mihi, das Lebensprogramm Mariens

Mit diesem Satz ist Marias Lebensprogramm ausgedrückt. Fiat mihi, mir geschehe nach Deinem Worte. Dieser Satz ist nicht nur eine einmalige Entscheidung Marias, sondern er ist in Maria zur inneren Haltung geworden, Maria hat dieses Ja gelebt durch alle Lebenslagen durch alle Schwierigkeiten hindurch. Er ist Wirklichkeit geworden bei der Herbergsuche und bei der Geburt Jesu in Betlehem, bei der Weissagung Simeons im Tempel, bei der Flucht nach Ägypten, bei der Suche nach dem verlorenen Knaben im Jerusalem, im geistigen Mittragen der Sendung Jesu und der Erfahrung seiner Ablehnung bis hin zum Mitgehen des Kreuzweges und zum Stehen unter dem Kreuz.

Deshalb verkörpert Maria in einmaliger Weise das Fiat, das „Mir geschehe, das Ja zu Gott, das Ja zum Leben, die Tugend des Gehorsams. Als Mutter der Kirche lehrt und zeigt uns Maria: Dort, wo dieses Ja gesprochen wird, dort, wo wir sterbliche, fehlbare Menschen in dieses Ja hineintreten, wenn wir ja zu Gott sagen, wenn wir ja sagen zu den Aufgaben, die uns gestellt sind, wenn wir in guten und bösen Tagen unser Ja zum Partner oder zur Berufug leben und erneuern, wenn wir ja sagen zum Ruf Gottes nach Heiligkeit, dort geschieht der Wille Gottes, dort beginnt das Reich Gottes auf Erden, dort öffnen sich die Quellen der Gnade, dort wächst der Glaube und es entsteht Einheit, es wird der Raum für die wahre Freiheit der Kinder Gottes geschaffen.

So selbstverständlich das klingt, so einfach es aussieht, so sehr scheint heute das Gegenteil propagiert zu werden. Ja, leben nicht geradezu in einem Klima des Ungehorsams, des Neins. Schon in der Heiligen Schrift wird uns vom Gegenteil des Gehorsams berichtet, vom Non serviam des Lichtengels Luzifer, der eine Karriere machen wollte, der selbst wie Gott sein wollte und daher nein gesagt. Sein Programm hieß:

Ich will nicht dienen. Mein Wille geschehe.

Das „non serviam:“ – Klerikalistische Versuchungen des Ungehorsams

Viele Medien versuchen heute mit viel Aufwand, aus einem Aufruf einiger weniger Pfarrer, dem offenbar ein Konflikt zwischen zwei Klerikern zugrunde liegt, einen Aufstand des Kirchenvolkes gegen die Hierarchie herbei zu schreiben oder an die Wand zu malen. In Wirklichkeit geht es dabei mehr um eine Versuchung, die vor allem Menschen betrifft, die in der Kirche zu Ämtern, Diensten und Aufgaben berufen sind, früher hätte man gesagt eine Versuchung zum Klerikalismus. Das Volk, die einfachen Gläubigen scheinen hier mehr Opfer einer besonderen Art von kirchlichem Missbrauch zu sein.

Diese Versuchung des Neins, der Tendenz des „Mein Wille geschehe, die es durch alle Zeiten hindurch gab und uns letztlich alle betreffen kann, äußert sich vor allem ein zwei Formen, die ich jetzt, unabhängig von der gegenwärtigen kirchlichen Situation darstellen möchte.

Einerseits ist es die Versuchung der Macht, der Selbstmächtigkeit, d. h. der Mensch möchte den Willen Gottes, wie er uns durch die Kirche gelehrt wird, abändern, zurechtzubiegen, letztlich dem eigenen Willen ein- oder sogar unterzuordnen. Es beginnt damit, dass der Mensch versucht, nicht dem wahren lebendigen Gott in der Kirche zu begegnen, sondern sich ein Bild von ihm zu machen, das ihm genehm ist, damit macht er aber Gott zum Götzen. Die Versuchung geht weiter in dem Willen, die Kirche umzugestalten nach dem eigenen Willen, aus der Kirche Christi eine selbstentworfene, bloß soziologische Gemeinschaft zu machen, die Versuchung setzt sich fort im Bestreben, die Lehre des Glaubens und der Sitte (Gebote) dem eigenen Gutdünken zu unterwerfen und sie dementsprechend zu verändern. Dann ist es aber nicht mehr Wort Gottes, der Wein des Evangeliums, sondern das Wasser menschlicher Satzungen, das die lebensbestimmende und lebensverändernde Kraft eingebüßt hat.

Andererseits gibt es die Versuchung, das Hirten- Lehr- bzw. Wächteramt zu verweigern. Auch das ist letztlich ein Ungehorsam. Wir Priester, aber auch Religionslehrer, Professoren und auch Eltern sind oft in Gefahr, dadurch ungehorsam zu sein, dass wir unsere Pflichten aus mangelnder Hingabe und egoistischer Selbstliebe nicht erfüllen. Dass wir z. B. den Gehorsam nicht mehr einzufordern, um unsere Ruhe zu haben, dass wir die brüderliche Zurechtweisung unterlassen, um nicht anzuecken, dass wir
Glaubensverfälschungen zulassen, um sich durch Korrekturen nicht unbeliebt zu machen, dass wir schweigen, wo wir reden sollten. Geradezu verderblich wirkt sich diese Haltung aus, wenn berufene Wächter sich den Wölfen anbiedern oder mit ihnen heulen, unter den Schafen Irrtümer verbreiten, Zweifel säen oder sogar zum Ungehorsam ermutigen. Sie verweigern damit den Menschen (Schafen) das wahre Brot des Evangeliums und geben ihnen die Steine des Dissenses. Die schlafenden Wächter sind die eigentlichen Förderer des Ungehorsams, der sich wie ein Gift ausbreitet.

Gehorsam und Ungehorsam nach der Heiligen Katharina

Die Heilige Katharina von Siena, die die Kirche abgrundtief geliebt hat,
spricht vom heiligen Gehorsam gegenüber Gott und der heiligen Kirche. Der
Gehorsam, so sagt sie, hält die Schuld der Todsünde fern und sichert uns das
Leben der Gnade. Für die Gehorsamen werden die Mühen zur Freude, die Seufzer
zur Speise und die Tränen zum Trank. Die Gehorsamen suchen die Ehre Gottes
und das Heil der Seelen. Indem sie der Lehre und den Spuren des gekreuzigten
Christus folgen, trinken sie dadurch gleichsam aus dem Herzen der Liebe die
Milch der göttlichen Süßigkeit.

Vom Ungehorsam sagt die heilige Katharina, kommt alles Übel. Er beraubt die
Seele der Gnade, nimmt dem Menschen die Liebe und die Demut, jene Flügel,
die uns in die Ewigkeit tragen. Die Ungehorsamen sind sich selbst
unerträglich, ohne jegliche Bruderliebe, gefangen in der Eigenliebe und sie
kosten schon in diesem Leben das Unterpfand der Hölle. Die Frucht des
Ungehorsams ist der Tod.

Liebe Gläubige: Maria, die Mutter Gottes, verkörpert den liebenden Gehorsam,
sie führt uns zu Jesus hin, der gehorsam war bis zum Tod. Es ist der Weg zur
Freiheit der Kinder Gottes, der Weg zur wahren Kindschaft Gottes, der Weg
des Heiles. Wenn wir Messe feiern, Kreuz und Auferstehung unseres Herrn,
dann feiern wir die größte Gehorsamstat und die Frucht davon, die
Auferstehung und das neue Leben. Lassen wir uns jetzt von Maria in das
heilige Geschehen der Messe hineinführen, zur Vereinigung mit unserem Herrn.
Amen.





Anregung: Rosenkranzsühnekreuzzug für die Freiheit Österreichs von den vier
Besatzungsmächten.

Heute schlittern wir immer mehr in eine geistige Unfreiheit hinein. Der Materialismus, die Esoterik, die Überbetonung der Sinnlichkeit, die ungeordnete Selbstliebe sind Mächte, die uns Menschen immer mehr gefangen halten. Deshalb ist das Gebet in dieser Lage sehr wichtig, das Gebet um die Einheit der Kirche Österreichs, das Gebet und die geistige Freiheit.


Fürbitten:

Wir beten zu Jesus, der Maria als Werkzeug seines Heilsplanes auswählte:

1) Für unseren Papst Benedikt: Stärke ihn und gib, dass seine bevorstehende Reise nach Deutschland viele geistliche Früchte bringt.
2) Für alle, die den Namen der Gottesmutter tragen, dass sie auf ihre Fürsprache Deinen Schutz erfahren
3) Für alle Völker, die in Unfrieden leben, besonders für die Menschen in Syrien. Schenke ihnen Einheit und Frieden.
4) Für die Kirche Österreichs: Gib dass die evangelischen Räte, die Sakramente, das Wort Gottes und das Gebet wieder als Quelle der Erneuerung besonders geschätzt werden.
5) Für uns alle die wir hier oder an den Radiogeräten versammelt sind. Schenke uns Mut zum Glauben, Freude am Christsein und lass uns Dich durch unser Leben preisen.

Barmherziger Gott, am Namensfest der Jungfrau Maria bitten wir dich um deine
Gnade durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Weitere Predigten zum Nachlesen


50. Priesterjubiläum von Johann Ebster [41 KB]

Predigt vom Sonntag, 11. Okt. 09; Bezirkserntedankfest [22 KB]

________________________________________________________________

Ansprache 175 Jahre Auswanderer